09.07.2010 - 00:00

Tagestipp Faszination Mensch Das Gedächtnis

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Das Gedächtnis, ein Ort des Erinnerns und Vergessens.

Wenn wir über unsere Sinne Informationen aufnehmen, werden diese mithilfe von Nervenzellen (Neurone) in verschiedene Gehirnareale übertragen. Im menschlichen Gehirn gibt es etwa zwischen zehn Milliarden und einer Billion Neurone.
Wie belastend ein beeinträchtigtes Gedächtnis sein kann, wird am Beispiel von Menschen mit Demenz eindrucksvoll deutlich. Während das Kurzzeitgedächtnis bei einer Demenz früh beeinträchtigt ist, verblasst die Erinnerung an Vertrautes und früher Erlerntes erst in späten Krankheitsstadien. Vertraute Personen und Orte werden dann nicht mehr erkannt.

Ob eine aufgenommene Information gespeichert wird oder ob die Daten wieder verloren gehen, hängt von einem komplexen Prozess ab. Sämtliche Informationen, die täglich aufgenommen werden, werden vor dem Speichern unbewusst sortiert, zusammengefasst, bewertet und mit Emotionen verknüpft.

Das Kurzzeitgedächtnis: Nützlicher Zwischenspeicher
Das Kurzzeitgedächtnis kommt nahezu permanent zum Einsatz. Ohne seine Funktion könnten wir uns an Ereignisse oder Erfahrungen, die unmittelbar passiert sind, nicht erinnern. Die Speicherkapazität des Kurzzeitgedächtnisses ist allerdings begrenzt: Kommen neue Inhalte hinzu oder werden wir abgelenkt, werden die alten Informationen durch die neuen ersetzt. Und auch zeitlich stößt es schnell an seine Grenzen: Oft verweilen Informationen im Kurzzeitgedächtnis nicht länger als eine halbe Minute. Jedoch kann aus dem kurzzeitigen Wissen ein langfristiges werden – nämlich dann, wenn die Informationen in das Langzeitgedächtnis aufgenommen werden.

Das Langzeitgedächtnis: Unbegrenzte Kapazität

Durch Wiederholung und Lernen gelangen zuvor selektierte Informationen aus dem Kurz- in das Langzeitgedächtnis. Dieses hat einen theoretisch unbegrenzten Speicherplatz. Länger zurückliegende Ereignisse können beliebig in Erinnerung gerufen werden.
Auch wenn es erstaunlich klingt: Alle Inhalte, die jeweils in das Langzeitgedächtnis gelangt sind, bleiben dort dauerhaft erhalten. Dabei bilden sich regelrechte Gedächtnisspuren, so genannte Engramme, die das Erinnern mithilfe biochemischer Verbindungen ermöglichen.

Wie wir vergessen
Wenn Informationen nicht in das Langzeitgedächtnis gelangen – zum Beispiel, weil wir sie nicht als wichtig erachtet haben – werden sie rasch wieder gelöscht: Die eben noch präsente Telefonnummer ist dann zum Beispiel ebenso aus dem Gedächtnis verschwunden wie die Erinnerung an den vorletzten Werbespot im Fernsehen. Anders sieht es beim Langzeitgedächtnis aus. Man geht davon aus, dass beim Vergessen die im Langzeitgedächtnis enthaltenen Daten zwar weiterhin vorhanden sind, jedoch nicht abgerufen werden können.

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