01.07.2010 - 00:00

Tagestipp Faszination Mensch Das Großhirn

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Das Großhirn stellt den größten und am höchsten entwickelten Teil des Gehirns dar – es umfasst 80 Prozent der Hirnmasse.

Kein Wunder, dass dieses Hirnareal wichtige Funktionen erfüllt: Ohne Großhirn wären wir nicht in der Lage, Informationen zu verarbeiten und entsprechend zu reagieren.
Das Großhirn wird auch als das Telencephalon, Endhirn oder Cerebrum bezeichnet. Ob Gedächtnis und Lernen, Vernunft oder auch Gefühle – all diese komplexen Prozesse werden im Großhirn verarbeitet und in (motorisches) Handeln umgesetzt, zum Beispiel in Sprechen und Schreiben. Verschiedene Bereiche des Großhirns übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben.

Zentrum der Informationsverarbeitung

Ein wahres Multitalent – so könnte man das Großhirn beschreiben: Sämtliche Informationen, die wir über unsere Sinnesorgane aus der Umwelt aufnehmen oder die uns der Körper signalisiert, werden hier aufgenommen und verarbeitet. So bekommt ein mit den Augen wahrgenommener Gegenstand erst durch die Verarbeitung im Großhirn auch tatsächlich eine Bedeutung, zum Beispiel die Erkenntnis, dass es sich um ein Auto handelt.

Wie ist das Großhirn aufgebaut?
Das Großhirn ist in zwei weitgehend symmetrische Hälften (Hemisphären) unterteilt, die durch eine Längsfurche (Fissura longitudinalis cerebri) getrennt sind. Beide Hälften stehen durch einen breiten, dicken Nervenstrang, dem Balken (Corpus callosum), in Verbindung und können so miteinander interagieren. Die meisten Funktionszentren des Großhirns kommen symmetrisch in jeder Hemisphäre vor, einige Zentren jedoch bestehen nur einmal, so zum Beispiel das Sprachzentrum.

Platzsparendes Meisterwerk
Die Großhirnrinde (Cortex cerebri) schützt das Großhirn vor äußeren Einflüssen. Die zwei bis vier Millimeter dicke Rinde ist stark gefaltet, sodass die Oberfläche um ein Vielfaches vergrößert wird. Die Rinde besteht aus 19 bis 23 Milliarden Nervenzellen, die aufgrund ihrer grauen Farbe auch graue Substanz (Substantia grisea) genannt werden. Die Großhirnrinde lässt sich aufgrund ihrer Funktionen in verschiedene Rindenfelder einteilen:

  • Die sensorischen Felder dienen dem Verarbeiten von Sinneseindrücken.
  • Die motorischen Felder dienen der Koordination von Bewegung.
  • Gedanken- und Antriebsfelder fungieren für das Denken und Erinnern.

Unter der Großhirnrinde befinden sich zahlreiche Nervenfasern. Sie sind von einer so genannten Myelinscheide umgeben, die weiß erscheint und dem Inneren des Großhirns den Namen weiße Substanz (Substantia alba) verleiht. Die Nervenfasern verbinden zum einen die Großhirnrinde mit verschiedenen Gehirnregionen. Zum anderen verknüpfen die Nervenfasern die unterschiedliche Bereiche des Großhirns miteinander.
Auch wenn es einem im Alltag nicht bewusst ist: Das Großhirn arbeitet nonstop – ob beim Lesen, Sprechen oder Erinnern!

Alle Tagestipps zum Thema "Faszination Mensch":

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