19.05.2010 - 00:00

Tagestipp Zahnschäden durch Mundpiercings

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Als beliebter Körperschmuck können Mundpiercings nicht nur Zähne beschädigen.

Ein Piercing ist ein Metallstück, das durch Körperteile wie Zunge oder Lippen gestochen wird. Vor allem bei Jugendlichen gewinnt diese Art des Körperschmucks zunehmend an Beliebtheit. Allerdings sollten bestimmte Hygieneregeln beim "Stechen" eingehalten werden – damit die Freude über den neuen Schmuck nicht durch Schäden an den Zähnen oder gar Infektionen getrübt wird.

Zahnschäden durch Piercings
An der Piercingstelle selbst können Komplikationen entstehen: Beispielsweise sind Schäden an Füllungen, Kronen, Inlays oder Veneers möglich. Außerdem kann es zu Blutungen, Narbenbildung, Lückenbildung der Zähne und Nervenschädigungen kommen. Auch Sprachbehinderungen können in Einzelfällen auftreten. Das Zahnfleisch kann sich an Stellen zurückziehen, an denen das Piercing häufig reibt. Außerdem kann der Zahnschmelz geschädigt werden und Zahnbrüche auftreten (sog. Schmelz-Dentin-Frakturen).

Mögliche Folgen können auch Infektionen sein
Zu den Risiken eines Piercings im Mundbereich gehören auch Infektionen mit Bakterien oder Viren. Der Grund leigt meist in einer mangelnden Hygiene während des Stechens. Mögliche Folgen einer Infektion können sein: Herzentzündung (Endokarditis), Leberentzündung (Hepatitis), Leberabszesse, Blutvergiftung (Sepsis), HIV, Wundstarrkrampf (Tetanus) und weitere Virusinfektionen. Darüber hinaus kann es zu allergischen Reaktionen gegen das eingesetzte Metall kommen.

>> Blutvergiftung: Wie man ihre Anzeichen erkennt und Leben rettet

Piercings ausschließlich vom Arzt durchzuführen
Das Stechen eines Piercings wird in Deutschland rechtlich nicht als ärztliche Maßnahme eingeordnet – daher darf es jedermann durchführen. Leider sind die hygienischen Umstände in einigen Piercing- und Tattoostudios mangelhaft. Eine optimale Hygiene zeichnet sich dadurch aus, dass die verwendeten Stichinstrumente und das Schmuckstück keimfrei (steril) sind. Außerdem ist es unabdingbar, dass die Einstichstelle vor und nach dem Stich sorgfältig desinfiziert wird und dass derjenige, der das Piercing vornimmt, sterile Handschuhe verwendet.

Tipp: Wenn Sie sicher gehen wollen, dass diese hygienischen Standards auch tatsächlich eingehalten werden, sollten Sie Ihren Arzt oder Zahnarzt um das Piercing bitten. Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen erfüllen allerdings nicht alle Ärzte diesen Wunsch.

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