Aktualisiert: 06.03.2021 - 21:06

Phobie überwinden Angst vor Spritzen? Mit diesen Tricks nicht!

Ein spitzes Stück Metall macht schnell Angst, auch wenn es uns eigentlich etwas Gutes bringt. Wie lässt sich diese Angst überwinden?

Foto: Getty Images/Nikom Khotjan / EyeEm

Ein spitzes Stück Metall macht schnell Angst, auch wenn es uns eigentlich etwas Gutes bringt. Wie lässt sich diese Angst überwinden?

Überall Nadeln – die Impf-Berichterstattung ist für Spritzenphobiker gerade die blanke Hölle. Gehören auch Sie oder jemand aus der Familie dazu? Vielleicht helfen diese Tipps dabei, die Angst zu überwinden.

Es gibt durchaus Schöneres, als sich einen spitzen, metallenen Gegenstand durch die Hautbarriere schieben zu lassen. Da sind wir uns wahrscheinlich alle einig. Doch Spritzen müssen manchmal sein. Sei es bei einer Medikamentengabe, einer Infusion, einer Blutabnahme oder eben bei einer Impfung. Das Gute: Die Angst vor Spritzen lässt sich überwinden, ja, sogar wegatmen.

Angst vor Spritzen überwinden – 4 einfache Tipps!
Angst vor Spritzen überwinden – 4 einfache Tipps!

Angst vor Spritzen: Lässt sich die Phobie überwinden?

Der Gedanke an einen anrückenden Impftermin kann lähmend sein – Angst vor der Impfung selbst braucht niemand zu haben. Aber auch die Angst vor der Spritze ist eigentlich unbegründet – und doch ist sie da. Eine Phobie lässt sich oft nicht einfach rational erklären. Sie ist einfach da – durchaus aufgrund von schlimmen Erlebnissen, oft aber einfach aus fehlender Gewohnheit oder einfachem Unbehagen gegenüber dem Gedanken "Nadel im Arm". Solche Phobien entstehen meist in der Kindheit, informiert eine Presseinformation des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie. Und dann bleiben sie einfach.

Derzeit haben Spritzenphobiker es wahrlich nicht leicht, sind doch die Bilder von Spritzen, die in Arme gestochen werden, nahezu omnipräsent. Wie soll man sich da auf den eigenen Impftermin oder eine andere, möglicherweise notwendige Spritze vorbereiten? Wer stark betroffen ist, spielt möglicherweise gar mit dem Gedanken, die Impfung – wie vielleicht so manch anderen Termin zuvor – einfach ausfallen zu lassen.

Doch es gibt Wege, die Spritzenangst zu überwinden.

Spritzenphobie überwinden – Tipp 1: Fühlen Sie hin – es schmerzt kaum

Das Gute an Impfungen und Medikamentenspritzen ist ja: Der Pieks ist schnell überstanden. Wenn Sie es schaffen, versuchen Sie einmal wahrzunehmen, wie lange es tatsächlich schmerzt. Das ist herausfordernd, ja, aber einen Versuch ist es wert. Hinsehen müssen Sie dabei übrigens nicht.

Sie werden aber feststellen, dass der kurze Schmerzreiz so minimal ist, dass Sie ihn vermutlich nicht einmal spüren. Und zack, ist die Spritze auch schon wieder raus.

Ähnlich gestaltet sich das mit dem Blutabnehmen. Hier ist bei vielen das Hinschauen das Problem. Das Gute ist aber, dass Sie das als Patient*in gar nicht müssen – solange die Profis sehen, was sie tun, ist alles gut. Und die passen genau auf.

Eine Infusion wirkt da fast schon wie der Endgegner. Viele haben Angst, die Körperstelle zu bewegen, wenn eine Infusion dran hängt. Was aber viele nicht wissen: Nicht die Nadel bleibt in der Haut, sondern nur ein dünner, sehr flexibler Kunststoffschlauch. Bei Bewegungen kann also gar nichts passieren.

Tipp 2: Vorher mit dem Arztpersonal sprechen

Hilfreich ist es auf jeden Fall, schon vor der Spritze, insbesondere der Blutabnahme oder der Infusionsgabe die behandelnden Ärzt*innen und Pfleger*innen auf Ihre Angst hinzuweisen. Meist lenken die Sie dann nämlich direkt ab, indem Sie sie in ein Gespräch verwickeln.

Wissen Sie etwa, dass Sie auf Blutabnahme und Co empfindlich reagieren und schon einmal Kreislaufbeschwerden hatten, dann sagen Sie das. Sie dürfen sich dann sicherlich gleich hinlegen oder dürfen nach dem Pieks noch ein wenig sitzen bleiben.

Tipp 3: Die Angst wegatmen

Auch die richtige Atemtechnik kann dabei helfen, erstens ruhig zu bleiben und zweitens vom Stich gar nicht erst viel mitzubekommen. Schließen Sie dabei ruhig die Augen. Auch hier gilt: Sie als Patient*in müssen nicht zusehen. Bitten Sie die behandelnde Person darum, Ihnen ein paar Sekunden Zeit zu geben.

Dann atmen Sie langsam tief ein, zählen bis Drei und atmen dann zehn Sekunden lang langsam aus. Schon ein Durchgang hilft, die Nerven zu beruhigen.

Tipp 4: Kindern früh die Angst vor Spritzen nehmen

Groß ist die Angst vor der Spritze verständlicherweise bei Kindern. Einer Schätzung des Max-Planck-Instituts (MPI) zufolge leiden rund 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen darunter.

Es kann durchaus helfen, dem Kind vorher genau zu erklären, was passiert und warum das gemacht wird. Das kann schon jede Menge Angst nehmen. Ist das Kind noch klein, eignen sich dafür beispielsweise Kuscheltiere. Wenn Teddy die Spritze verträgt, dann schafft die kleine Heldin oder der kleine Held das ganz sicher auch! Auch hier ist Ablenkung immer eine gute Idee. So kann sich die Angst vor der Nadel gar nicht erst manifestieren. Und was wirklich Wunder wirken kann: Ein buntes Pflaster nach dem Pieks – als eine Art Trophäe nach mutiger Meisterung der Herausforderung.

Eine andere Phobie, die meist aus Kindertagen stammt, ist die Angst vor dem Zahnarzt. Wie Sie die überwinden können, lesen Sie hier.

Was, wenn die Angst zu groß ist? Therapie kann helfen

Doch manchmal ist es mit diesen vier Tipps nicht getan. Wenn die Spritzenangst so belastend ist, dass Termine zur Vorsorge oder Behandlung gar nicht erst wahrgenommen werden und die Gesundheit leidet, kann durchaus eine Therapie gegen Phobien helfen. Laut MPI sei die "In vivo Exposition" meist das Mittel der Wahl, um Patienten schrittweise an die Situation zu gewöhnen.

"Geht es um eine Spritzenphobie, sehen sich die Betroffenen zunächst gemeinsam mit Therapeuten Bilder und dann Filme der Situation an bis sie so weit sind, eine Spritze zu erhalten bzw. gepikst zu werden", heißt es in der Mitteilung des Instituts. Sechs Sitzungen sind meist notwendig dafür. Wer sich für diese Art der Kurzintervention interessiert, bekommt auf der Seite des MPI Psychologie weitere Infos.

Weitere Tipps: So überwinden Sie Ihre Ängste! Dann klappt's auch mit der Impfung!

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