Aktualisiert: 22.08.2020 - 21:55

Bewegung, die guttut Studie zeigt: Yoga kann Angststörungen lindern

Wenn Stress und Angst Überhand nehmen, kann Yoga helfen. Das konnte jetzt eine Studie beweisen.

Foto: iStock.com/zoranm

Wenn Stress und Angst Überhand nehmen, kann Yoga helfen. Das konnte jetzt eine Studie beweisen.

Dass Yoga Körper und Geist stärkt, gilt unter Liebhabern dieser Sportart als klar. Doch Yoga scheint auch eine therapeutische Wirkung zu haben. Das legt jedenfalls eine Studie zu Angststörungen nahe.

Es geht um Kundalini-Yoga: Diese vor allem in westlichen Ländern beliebte Variante verbindet körperliche mit geistigen Übungen – und hat anscheinend größeren Einfluss auf die Psyche als gedacht oder sicher auch öfter einmal herbeigesehnt. Eine Studie zeigt nämlich jetzt: Yoga lindert generalisierte Angststörungen häufiger als Vorträge zum Stressmanagement. Nachhaltiger und stärker wirkt allerdings noch immer eine kognitive Verhaltenstherapie. Dennoch könnte Yoga als Therapiezusatz unterstützen, um Angstpatienten langfristig zu helfen.

Yoga gegen generalisierte Angststörungen: Ja, das geht

Wer an Angststörungen denkt, denkt vermutlich erst einmal an Panikattacken und an verängstigte Menschen, die das Haus nur noch selten verlassen. Doch generalisierte Angststörungen kommen weit häufiger vor als die meisten denken. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der diagnostizierten generalisierten Angststörungen in westlichen Ländern deutlich angestiegen – und doch wird die Dunkelziffer wohl noch höher sein, denn die wenigsten Patienten suchen sich ärztliche Hilfe. Entweder, weil sie ihre Probleme kleinreden, sich nicht die "Blöße" geben wollen und sich schämen, oder aber auch, weil die psychiatrischen Versorgungskapazitäten gerade in ländlichen Regionen noch immer gering sind. Oder weil Therapeuten, vor allem in Städten, bereits weit im Voraus ausgebucht sind.

Gerade hier könnten die Studienergebnisse von Naomi M. Simon und ihren Kollegen, veröffentlicht in der medizinischen Fachzeitschrift "JAMA Psychiatry", ansetzen, als Unterstützung, oder als Alternative, für den Anfang oder auch auf längere Sicht. Denn Yogastunden finden sich aufgrund der wachsenden Beliebtheit der Sportart wohl weitaus leichter als Psychologen und Psychiater – auch auf dem Land. Und Yoga lässt sich nach einer Einweisung durch Profis auch leicht zu Hause durchführen.

Yoga: Vielmehr Meditation als Akrobatik

Wer jetzt befürchtet, sich verrenken zu müssen und zu akrobatischen Höchstleistungen gezwungen zu werden, der irrt. Yoga ist nämlich ungemein vielfältig, und im Fokus steht vor allem die meditative Komponente, die – neben der Stärkung des Körpers aus der Mitte heraus – vor allem den Geist entspannen und achtsam werden lassen soll. Das funktioniert vor allem durch gezielte Atemübungen und Fokussierung auf bestimmte Bereiche des Körpers und des Geistes.

Das kann auch dabei helfen, Angst abzubauen. Darauf hatten schon vorhergehende Studien hingewiesen. So eindeutig wie die Ergebnisse der neuen Studie waren diese jedoch nicht. An der nun durchgeführten Studie, die auf den Titel "Generalized Anxiety – A Treatment Evaluation", zu Deutsch "Generalisierte Angststörung – Eine Behandlungsevaluation" hört, sollte nun gezeigt werden, welche Behandlungsarten wirklich sinnvoll sind. Dazu nahmen 230 Erwachsene an der Studie teil, bei denen eine generalisierte Angststörung nach einem bestimmten Diagnosemanual festgestellt worden war.

Drei Gruppen gab es, per Zufall verteilt: Kognitive Verhaltenstherapie, Kundalini-Yoga sowie Vorträge zu Ursachen und Auswirkungen von Stress waren die möglichen Behandlungsarten. Dabei zeigte die letztere Art, die Vorträge, den geringsten Effekt.

Kognitive Verhaltenstherapie immer noch am besten – aber Yoga kann unterstützen

Am besten schnitt die kognitive Verhaltenstherapie ab, auch, weil sie am ehesten langfristige Erfolge erzielt. Doch die Yoga-Übungen sieht Studienmitautorin Naomi Simon dennoch als Erfolg, auch wenn sie nicht die gleiche nachhaltige Wirkung wie die Verhaltenstherapie zeigten. Denn derzeit können viele Patienten nicht behandelt werden – oder sie trauen sich, wie bereits erwähnt, nicht, sich in Behandlung zu begeben. Yoga sieht sie daher als eine Therapieoption für von Angststörungen Betroffene, die durchaus helfen kann.

Übrigens gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit der digitalen Psychotherapie. Mehr dazu hat uns eine Expertin verraten. Und was bei Panikattacken akut hilft, sagen wir Ihnen auch.

Studie:

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