24.03.2020 - 21:07

Umgang mit der Krise Wie Achtsamkeit in Coronavirus-Zeiten helfen kann

Achtsamkeit im Alltag

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Achtsamkeit kann in der Corona-Krise helfen, mit anderen, sich selbst und den eigenen Gefühlen besser umzugehen. Wir haben 5 Tipps für Sie, wie das gelingt.

Wir befinden uns mittlerweile in mehr als nur einer Pandemie. Wir befinden uns in einer Krisensituation – die in dieser Form für uns noch nicht dagewesen ist.

Achtsamkeit bedeutet, dem jetzigen Moment urteilsfrei und ohne Wertung bewusst zu begegnen. In dieser Krisensituation scheint das nicht gerade der offensichtliche oder naheliegendste Weg zu sein. Doch tatsächlich ist die jetzige Situation wie sie ist. Das können wir nicht ändern. Was wir jedoch ändern können, ist unser persönliches Verhalten und unser Umgang mit der Krise. An dieser Stelle möchte ich Ihnen ein paar Möglichkeiten aufzeigen, wie Achtsamkeit im Ungang mit der Corona-Krise helfen kann.

Achtsamer Umgang mit der Corona-Krise: 5 Tipps

Im Folgenden habe ich ein paar Tipps und Denkanstöße für Sie zusammen gestellt, die Ihnen helfen können, mit mehr Achtsamkeit und Bewusstsein durch diese aktuelle Corona-Krisensituation zu gehen. Dabei geht es um Perspektivwechsel, aber auch darum für andere und sich selbst zu sorgen.

1. Achtsamer Umgang mit anderen

Seien Sie in dieser Krisenzeit besonders achtsam im Umgang mit anderen. Wenn es nicht notwendig ist raus zu gehen oder sozialen Kontakt zu haben, bleiben Sie zu Hause. So schützen Sie sich und andere Menschen vor einer weiteren Ausbreitung des Viruses.

Achten Sie außerdem bewusst darauf, welche Informationen Sie mit anderen teilen oder verbreiten. Es geht nicht nur darum, inwieweit diese korrekt sind, sondern auch, was sie in anderen möglicherweise an Gedanken und Gefühlen auslösen können.

2. Miteinander und Mitgefühl üben

Gerade in so einer unsicheren Situation sind Zusammenhalt, Miteinander und die Gemeinschaft wesentliche Ressourcen, die der psychischen Widerstandsfähigkeit zugute kommen und uns helfen die Krise durchzustehen.

Achten Sie zum einen bewusst auf Ihren Umgang mit und Einstellung zu anderen. Statt Schuldzuweisung und Vorwürfen, zeigen Sie Verständnis, Mitgefühl und Güte. Auch wenn dies vielleicht nicht immer so einfach ist. Doch jeder reagiert in solch einer Krisensituation anders und das häufig unbewusst und irrational.

Sie können außerdem bewusst darauf achten, wie Sie andere und die Gemeinschaft unterstützen. Das kann sich beispielsweise beim Einkauf zeigen: Wie viel brauchen Sie wirklich? Können Sie tatsächlich alles verwenden und verbrauchen? Was können Sie anderen übrig lassen? Oder in der gegenseitigen Unterstützung: Wo in Ihrem Umfeld gibt es Hilfsbedürftige, die Sie unterstützen können? Wie beispielsweise Älteren oder Risikogruppen beim Einkauf helfen.

3. Achten Sie auf sich

Gehen Sie achtsam mit sich selbst um. Das heißt nicht nur, dass Sie in Zeiten von Covid-19, sich regelmäßig die Hände waschen, sich möglichst wenig in’s Gesicht fassen und Ihr Immunsystem stärken.

Achten Sie außerdem bewusst darauf: Was nährt mich, was tut mir gut? Vielleicht ist es ein Gespräch mit einer guten Freundin, vielleicht ist es Ihr Lieblingsbuch. Vielleicht ist es Ihre Leibspeise, die Sie für sich und Ihre Familie kochen. Oder Sie denken einmal darüber nach, für was Sie in Ihrem Leben dankbar sind und was Ihnen wirklich wichtig ist. Bringen Sie mehr nährende und wohltuende Tätigkeiten in Ihr tägliches Leben. Auch bewusste Selbstfürsorge kann in diesen Zeiten sehr wertvoll sein.

Seien Sie in der jetzigen Situation außerdem achtsam in Bezug auf Dinge, die Ihnen besonders viel Kraft nehmen und Sie erschöpfen. Fragen Sie sich: Was nimmt mir Kraft, was tut mir nicht gut? Gehen Sie bewusst damit um und reduzieren solche Faktoren wo möglich.

4. Achtsamer Umgang mit Medien

Gerade Medien können unsere Ängste zusätzlich schüren, uns Kraft nehmen und erschöpfen. Während es gut ist, sich zur aktuellen Lage zu informieren, so kann es dennoch ratsam sein, auf die Dosis zu achten: Wie viele Nachrichten und Soziale Medien tun Ihnen wirklich gut?

Achten Sie während des Medienkonsums – inklusive sozialer Medien – bewusst darauf, was die Informationen mit Ihnen machen und welche Gefühle möglicherweise entstehen. Ziehen Sie sich aktiv zurück, wenn es Ihnen zu viel wird.

5. Achtsamer Umgang mit Ihren Gefühlen

Unsicherheit, Angst und sogar Panik sind in dieser Zeit nur verständlich. Es geht nicht darum, diese zu vermeiden, doch manchmal können Sie ganz schön überwältigend sein. Achtsamkeit kann unterstützen, mit solchen Emotionen umzugehen. So kann es bereits helfen, dass Sie Ihre aktuellen Gefühle einfach nur bewusst wahrnehmen, ohne sie als gut oder schlecht zu beurteilen. Erkennen Sie vielmehr an, dass sie da sind und auch da sein dürfen – schließlich ist das eine komplett unbekannte Situation. Behandeln Sie sich in dieser Zeit, wie Sie einen guten Freund oder eine gute Freundin behandeln würden.

Wenn Sie wiederum merken, dass sehr starke Gefühle hochkommen oder Sie sich überwältigt fühlen – zum Beispiel ausgelöst durch Medien –, können Sie durch Achtsamkeit bewusst in diesen Moment kommen. So können Ihnen beispielsweise Ihr Atem, Ihr Körper oder simples Beobachten helfen, Gedanken- und Gefühlsspiralen zu durchbrechen:

  • Atem: Nehmen Sie ein paar bewusste Atemzüge und lassen Sie Ihren Atem dann ganz natürlich kommen und gehen, beobachten Sie Ihn einfach für ein paar Momente. Vielleicht können Sie ihn an einer bestimmten Körperstelle besonders gut spüren, wie dem Bauch, der Brust oder der Nase. Dabei können Sie zum Beispiel den Rhythmus des Atems beobachten, wie sich Ein- und Ausatmen unterscheiden oder wie tief der Atem ist.
  • Körper: Auch Ihr Körper ist ein wundervoller Anker für den jetzigen Moment. Spüren Sie bewusst in Ihren Körper oder einzelne Körperregionen hinein, wie beispielsweise, die Hände oder Füße. Nehmen Sie sie einfach wahr: Was spüren Sie? Zum Beispiel Wärme oder Kälte, Kleidung, Druck (des Bodens), Leichtigkeit.
  • Beobachten: Sehen Sie sich bewusst in Ihrer Umgebung um – vielleicht ist es ihr zu Hause, vielleicht die Natur: Was sehen Sie? Wenn Sie etwas entdecken, das Ihnen besonders gefällt: Beschreiben Sie es sich selbst.

Fazit zum achtsamen Umgang mit der Corona-Krise

In dieser durch Covid-19 ausgelösten Krisensituation geht es mittlerweile um mehr als die Angst, sich anzustecken. Es geht auch um die Angst nicht ausreichend Vorräte zu haben oder die einer ungewissen Zukunft. Das stellt eine enorme Stresssituation dar, die nicht nur unangenehm ist, sondern sich auch auf die Gesundheit auswirken kann. Wir haben weitere Tipps für den Umgang mit der Einsamkeit.

Achtsamkeit und Achtsamkeitstraining können in dieser Situation unter anderem helfen, mit Stress, Angst und anderen unangenehmen Gefühlen besser umzugehen. Achtsamkeit unterstützt dabei, bewusst auf sich und andere zu achten und gleichzeitig für mehr Verständnis, Mitgefühl und Miteinander in dieser Corona-Krise zu sorgen.

Achten Sie auf sich und bleiben Sie gesund!

Informieren Sie sich zu den aktuellen Entwicklungen des Coronavirus' auf unserer Themenseite. Weitere Ansätze zu Entspannung und Stressbewältigung finden Sie ebenso auf unserer umfangreichen Themenseite.

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