21.02.2020 - 13:05

Einfühlsamkeit Was ist emotionale Intelligenz – und wie erkenne ich sie?

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Emotional intelligente Menschen können sich gut in andere hineinversetzen – auch, weil sie sich selbst gut verstehen.

Foto: iStock/vgajic

Emotional intelligente Menschen können sich gut in andere hineinversetzen – auch, weil sie sich selbst gut verstehen.

Als emotional intelligent gilt jemand, der sich gut in andere hineinversetzen, aber auch die eigenen Gefühle verstehen und handhaben kann. Und diese Fähigkeiten können im Alltag durchaus mehr helfen als die "reine" Intelligenz. Das Beste: Man kann sie sogar erlernen.

Ein hoher Intelligenzquotient (IQ) ist nicht unbedingt ausschlaggebend, um etwa im beruflichen Alltag erfolgreich zu sein. Vielmehr sind Experten der Meinung, dass vor allem einfühlsame Menschen in Schule und Beruf erfolgreicher sind als schlaue. Dabei ist die sogenannte emotionale Intelligenz ein relevanter Erfolgsfaktor, der messbar ist – und der sich sogar steigern lässt. Was emotionale Intelligenz tatsächlich bedeutet und woran Sie sie erkennen: Das und mehr verrät dieser Artikel.

Emotionale Intelligenz erkennen

Bereits im Kindesalter kann (und sollte) ein Mensch lernen, sich und seine Gefühle wahrzunehmen und mit ihnen umzugehen. So wird der Umgang mit Mitmenschen langfristig leichter fallen, weil ein insgesamt höheres Maß an Einfühlungsvermögen im Spiel ist. Wer einfühlsam ist, der ist nämlich meist eher bereit bzw. imstande, Herausforderungen anzunehmen und sie erfolgreich zu meistern.

  • Hintergrund: Die Begrifflichkeit "emotionale Intelligenz" wurde im Jahre 1990 von den US-amerikanischen Psychologen Peter Salovey und John D. Mayer etabliert. Der US-Psychologe Edward Lee Thorndike prägte in dem Zusammenhang die Begrifflichkeit "soziale Intelligenz" – und zwar bereits im Jahre 1920. Ursprünglich wollte man mit dem IQ die Intelligenz einer Person "wissenschaftlich" darlegen und beziffern. Dass es aber in vielen Bereichen wichtiger ist, einen hohen emotionalen Intelligenzquotienten (EQ) zu haben, konnten Mayer und Salovey anhand unterschiedlicher Studien belegen. Der Psychologe Daniel Goleman hat die Bedeutung der emotionalen Intelligenz ebenfalls nachhaltig geprägt.

Emotionale Intelligenz ist keineswegs das Gegenteil der klassischen Intelligenz. Vielmehr stellt der EQ eine Erweiterung des schnellen und logischen Denkens dar. Er geht sogar weit darüber hinaus und beschreibt Fähigkeiten, die die Bedeutung des IQs drastisch in den Hintergrund rücken. So beschreibt die emotionale Intelligenz die Eigenschaften, eigene Gefühle sowie die Gefühle anderer Menschen wahrnehmen und sogar beeinflussen zu können.

Laut Goleman gliedert sich emotionale Intelligenz in 12 Segmente:

  1. Die Fähigkeit der emotionalen Selbstwahrnehmung bzw. das soziale Bewusstsein im Allgemeinen
  2. Empathie
  3. Organisationsbewusstsein und Selbstmanagement
  4. Optimismus
  5. Leistungsorientiertheit
  6. Anpassungsfähigkeit
  7. Die Eigenschaft der emotionalen Selbstkontrolle
  8. Inspirierende Führungseigenschaften im Beziehungsmanagement
  9. Teamorientiertheit
  10. Die Fähigkeit, als Mentor und Coach agieren zu können
  11. Einflussnahme in verschiedenen emotionalen Bereichen
  12. Konfliktmanagement

Was bringt emotionale Intelligenz?

Wer emotionale Intelligenz aufweist, ist insgesamt selbstbewusster, anpassungsfähiger und flexibler. Das bedeutet, der Mensch ist eher in der Lage, effizient auf die eigenen Ziele hinzuarbeiten. Viele emotional intelligente Personen zeichnen sich durch eine höhere Belastbarkeit und eine bessere Stressresistenz aus.

Charakteristische Anzeichen für Menschen mit einem hohen EQ sind unter anderem Diszipliniertheit sowie das Bedürfnis, ein guter Mensch sein zu wollen. Emotionale Intelligenz liegt ebenso vor, wenn eine Person die Fähigkeit zur Selbstmotivation besitzt oder in der Lage ist, auch andere zu motivieren und zu mehr Leistung anzuregen. Das Bewusstsein über die eigenen Stärken und Schwächen sowie die Eigenschaft, diese gezielt einzusetzen, zeugt ebenfalls von einem hohen emotionalen Intelligenzfaktor.

Die emotionale Intelligenz steigern – für mehr Erfolg

Emotionale Intelligenz heißt, dass Menschen mit einem hohen EQ in der Lage sind, sich besser auf bestimmte Dinge zu fokussieren, um Ziele zu erreichen. Diese Fähigkeit lässt sich ausbauen. Es ist also möglich zu lernen, die individuelle Aufmerksamkeit zu einem spezifischen Punkt hin auszurichten bzw. zu lenken. Eine bewusste Kontrolle Ihrer Aufmerksamkeit können Sie unter anderem durch die Anwendung einer bestimmten Meditationstechnik erlernen – und damit Ihre emotionale Intelligenz steigern.

Meditation lernen ist eine sehr hilfreiche Methode, um den emotionalen Intelligenzquotienten zu erhöhen. Wenn Sie in der Lage sind, Ihre Emotionen und Gefühle bewusster wahrzunehmen und sie zu hinterfragen, ehe Sie in einer bestimmten Situation handeln, wird es Ihnen leichter fallen, gezielt rationale Entscheidungen zu treffen. Dieser Aspekt ist gerade auch im unternehmerischen Alltag von Relevanz: Die Kommunikation mit anderen Menschen wird einfacher, weil sie ein höheres Selbstvertrauen erfahren, um in Gesprächen, in Meetings, Konferenzen etc. zu überzeugen.

Meditation lernen leicht gemacht

Meditation lernen leicht gemacht

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Emotional intelligente Menschen sind sich nicht nur ihrer selbst weitaus deutlicher bewusst. Vielmehr verfügen sie über die Eigenschaft, die Gefühle und Stimmungen anderer Menschen zu erkennen, deuten und sogar nachvollziehen zu können. Dadurch werden Sie einen noch besseren Zugang zu ihnen erhalten und bei Bedarf gezielte Beziehungsstrategien auswählen, um in Gesprächs- bzw. Dialogsituationen bestimmte Ziele zu erreichen oder Absichten erfolgreich umzusetzen: Wenn es folglich darum geht, in Verhandlungen zu überzeugen oder eine Meinung im Gespräch mit Vorgesetzten, Kunden oder auch mit schwierigen Zeitgenossen im privaten Bereich zu vertreten, haben es Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz deutlich leichter.

Fazit: Der EQ ist von zentraler Relevanz

"Nur" intelligent zu sein, genügt heute nicht mehr. Vielmehr ist auch der EQ von zentraler Relevanz. Emotionale Intelligenz ist sowohl im privaten als auch im beruflichen Alltag essenziell. Es lohnt sich somit unbedingt, die eigene emotionale Intelligenz testen zu lassen sowie darüber hinaus durch gezielte meditative Übungen nachhaltig zu verbessern. Meditation lernen ist gar nicht schwer. Das Selbstvertrauen lässt sich stärken – und damit auch der bewusste Umgang mit anderen.

Auch Achtsamkeit im Alltag oder aber mehr Selbstfürsorge für Wohlbefinden und Zufriedenheit können dabei helfen. Wir stellen Ihnen Übungen vor und geben Tipps.

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