24.10.2017

Angststörung doch angeboren? Arachnophobie: Schon Babys haben Angst vor Spinnen!

Schon Kinder geraten beim Anblick von Spinnen in Stress, die Arachnophobie könnte also angeboren sein. Bei der Konfrontationstherapie lernen Betroffene, ihre Spinnenangst im wahrsten Wortsinn in den Griff zu bekommen.

Foto: iStock/tiburonstudios

Schon Kinder geraten beim Anblick von Spinnen in Stress, die Arachnophobie könnte also angeboren sein. Bei der Konfrontationstherapie lernen Betroffene, ihre Spinnenangst im wahrsten Wortsinn in den Griff zu bekommen.

Seit Jahren streitet die Fachwelt, ob Spinnenangst anerzogen ist – oder aber von Geburt an besteht. Eine Studie mit Babys liefert nun Hinweise.

"Iiiiiih, Spinnen sind doch so eklig, oder?!" Diesen Satz hören Zoobesucher immer wieder – und zwar aus dem Mund von Eltern, die ihren Nachwuchs gewissermaßen vor den achtbeinigen Krabbeltieren warnen. Lange waren sich Forscher deshalb uneins, ob Arachnophobie (Spinnenangst) vielleicht nur eine Sache der Erziehung ist. Licht ins Dunkel bringt nun eine Untersuchung, die am Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften durchgeführt wurde und im Fachjournal "Frontiers in Psychology" erschienen ist.

Babys reagierten mit geweiteten Pupillen auf Spinnenbilder

Für die Studie konfrontierten die Forscher 32 Säuglinge mit Bildern von giftigen Tieren wie Schlangen und Spinnen. Durch ihren Anblick weiteten sich bei den sechs Monate alten Kindern die Pupillen – ein deutliches Anzeichen von psychischem Stress. Bei Abbildungen harmloser Lebewesen wie einem Fisch oder einer Blume zeigten die Babys diese Reaktion nicht.

Da die Abneigung im Alter von sechs Monaten kaum erlernt worden sein kann, müsse sie evolutionär bedingt sein, schlussfolgerten die Wissenschaftler. Die Angst vor potenziell gefährlichen Tieren ist demnach im Gehirn einprogrammiert, um uns schon in jungen Jahren eine schnelle, womöglich lebensrettende Reaktion auf Gifttiere zu ermöglichen.

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Spinnenphobie als Erbe der Evolution im Gehirn verankert

Der angeborene und tief verankerte Mechanismus könnte auch bei der Entstehung von Schlangen- und Spinnenphobien eine Rolle spielen, glauben die deutschen Max-Planck-Forscher. An solchen Angststörungen leiden in Industrienationen wie Deutschland bis zu fünf von hundert Einwohnern. Leichtere Formen von Ekel oder Angst kennt sogar jeder Vierte – obwohl hierzulande keine einzige tödliche Giftspinne heimisch ist.

Hilfe bei Spinnenangst: Arachnophobie lässt sich behandeln!

Selbst wenn uns die Angst vor Schlangen und Spinnen in den Genen steckt: Natürlich beeinflusst auch das Verhalten der Eltern und anderer Bezugspersonen, wie wir mit den Kriech- und Krabbeltieren umgehen. Behandeln lässt sich die Arachnophobie mit einer Konfrontationstherapie, bei der sich Betroffene ihrem Angstobjekt annähern und es letztendlich sogar zu berühren lernen.

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