11.03.2017

Gefühlswelt Ich bin hochsensibel … aber was heißt das eigentlich?

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Was früher als „empfindlich“ und „zart besaitet“ galt, heißt heute hochsensibel.

Foto: iStock/asiseeit

Was früher als „empfindlich“ und „zart besaitet“ galt, heißt heute hochsensibel.

Was früher als „empfindlich“ und „zart besaitet“ galt, heißt heute hochsensibel. Was diese Diagnose im Alltag bedeutet, sagt die Expertin

Wer hochsensibel ist, nimmt alle Sinneseindrücke intensiver wahr“, erklärt Hedi Friedrich (56), Psychologin und Autorin des Buches „Hochsensibilität als Stärke“ (Goldmann Verlag, 2016). „Es ist keine Krankheit und keine Diagnose, sondern ein angeborener Wesenszug.“

Hochsensible Menschen leiden unter Stress

Das Problem: „Das tiefe Mitgefühl für andere und die extreme Wahrnehmung von Stimmungen sorgen oft für eine Reizüberflutung“, so die Expertin, „das kann im Alltag überfordern und Stresshormone produzieren.“

Oft nehmen sich hoch- empfindsame Menschen als „anders“ wahr, konnten dieses Gefühl aber nicht genau definieren - bis sie davon lesen.

So wie die norwegische Prinzessin Märtha Louise (45). Sie war immer eine dieser Adligen, die gar keine sein wollten. Nach der Heirat mit dem Bürgerlichen Ari Behn (44) verzichtet sie 2002 sogar auf den Hoheitstitel, wird Physiotherapeutin.

>> So kommen hochsensible Menschen stressfrei durch Weihnachten

Hochsensible Menschen werden oft von anderen als Belastung empfunden

Ein Selbsthilfe-Buch zum Thema Hochsensibilität ändert ihr Leben. Sie gesteht sich und der Öffentlichkeit ein: „Die Hochsensibilität machte mich verlegen und introvertiert“. Sie glaubt sogar, dadurch eine Bürde für ihre Familie zu sein. Im August 2016 trennt sie sich auch deswegen von ihrem Mann - nach 14 Jahren Ehe!

„Viele hochsensible Menschen empfinden sich als Belastung für andere, weil sie oft zu hören bekommen stell dich nicht so an‘ “, weiß Hedi Friedrich. Aber es gibt auch einen Ausweg. „Wer seine intensiven Empfindungen zu verstehen lernt, kann besser damit umgehen und Stress- situationen vermeiden.“ Die Wahrnehmungsbegabung könne dann sogar zur Stärke werden.

Das beschreibt auch Prinzessin Märtha Louise in ihrem neuen Buch („Sensibel geboren“, bisher nur in Norwegen erschienen). Heute weiß sie: „Anders zu sein ist eine wichtige Kraft.“

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