01.03.2017

Endlich alt! Mehr Spaß ab 40: Die neue Lust am Älterwerden

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Foto: iStock/Brainsil

Ab 40, spätestens ab 50 verändert sich einiges im Leben. Doch statt mit Wechseljahren & Co. zu hadern, sagen Frauen: Vieles wird jetzt besser!

Endlich alt genug! Wie ein erleichterter Stoßseufzer liest sich der Satz auf dem Blog von Silke R. Plagge (47), Esther Langmaack (49) und Verena Carl (47) im Internet. Die drei Frauen stellen sich mit dieser Einleitung auf ihrem Internet-Blog „40-something“ vor (übersetzt: 40 plus) - und treffen damit den Nerv der Zeit: als nicht mehr ganz junge Frau bloß nicht verzweifeln. Sondern neue Chancen nutzen!

„Meine Haut wird schlaffer und ich trage zwei Kleidergrößen mehr als früher - doch ich bin alt genug, das zu dürfen“, sagt Verena Carl selbstbewusst. Als die Hamburgerin 2015 den Blog mit ihren beiden Freundinnen gründete, ging es ihr aber nicht nur darum, zu zeigen, wie gelassen man mit den äußerlichen Veränderungen des Älterwerdens umgehen kann.

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Mit 40 fängt das Leben erst an

Ihre Botschaft ist: Wir sind auch noch mit weit über 40, 50 oder 60 in einem Alter, in dem man etwas verändern und neue Chancen ergreifen kann. „Es gibt Frauen, die glauben schon mit Ende 40, dass der Zug für sie abgefahren ist. Sie trauen sich einfach nicht zu, sich beruflich neu zu orientieren oder sich einen Traum zu verwirklichen“, glaubt Verena Carl.

Stolperfallen nennt das die Autorin und Therapeutin Konstanze Schmidt (68). Sie gibt in München Kurse zum Thema „Spurwechsel ab 55.“ „Ich erlebe immer wieder, dass Frauen nach Beendigung der Eltern- oder Berufszeit oft das Gefühl haben, in einen leeren Raum zu fallen, so, als tue sich ein großes Loch vor ihnen auf“, erzählt sie.

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Jetzt das tun, was man schon immer tun wollte

Das sei ganz natürlich, denn schließlich entstehen Freiräume, die gefüllt werden wollen. „Der beste Weg daraus ist, sich neue Herausforderungen zu suchen, einen Neuanfang zu wagen und sei er noch so klein“, rät die Expertin Konstanze Schmidt.

Viele Frauen im fortgeschrittenen Alter tun dies bereits. Konstanze Schmidt: „Noch vor 25 Jahren haben viele Frauen zwar einen Beruf erlernt, aber wegen der Kinder nie ausgeübt. Heute dagegen sind oder waren sie auch neben der Kindererziehung beruflich aktiv, haben dadurch ein ganz anderes Selbstbewusstsein und freuen sich darauf, in ihrer neu gewonnen Zeit endlich das zu tun, was sie vielleicht schon immer tun wollten.“

Zudem sind sie meist gesünder und sehen jünger aus als die Generation ihrer Mütter oder Großmütter. Und auch Studien belegen das: Nie zuvor in der Geschichte konnten so viele Menschen ab 60 so viel erleben, neu lernen und gesund altern. Sie sehen ihrem neuen Lebensabschnitt positiv entgegen - und entdecken sich dabei selber ganz neu.

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Aufhören, bis zur Erschöpfung zu arbeiten

Frauen wie Eva Vormann (57) aus Lügde (NRW). „Als das mit den Wechseljahren losging, habe ich angefangen, achtsamer mit mir umzugehen“, erzählt sie. Sie habe aufgehört, bis zur Erschöpfung zu arbeiten. Auch die Meinung anderer zu ihrem Leben interessiert sie heute weniger. Stattdessen achtet sie bewusst auf sich: Was tut mir gut? Das Ergebnis: „Ich habe viel mehr Power.“

Auch äußerlich hat sich die Liedermacherin (www.hexenhaus-wörderfeld.de) verändert. Sie färbt sich neuerdings die Haare rot, hat Spaß an flippiger Kleidung. Und mit ihrem neuen Lebensgefühl auch noch zwei beste Freundinnen gewonnen. „Ich habe jetzt eine ganz andere Ausstrahlung als früher, wirke offener auf Menschen. Männer drehen sich wieder nach mir um“, freut sie sich. „Es geht mir besser als vorher. Und das ausgerechnet in den Wechseljahren.“

Weitere Infos unter: www.fraueninteressen.de

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