06.01.2017

7 Anzeichen Daran erkennen Sie eine versteckte Depression

Vera Laumann

Kleine Änderungen im Verhalten können auf eine versteckte Depression hindeuten.

Foto: iStock / kupicoo

Kleine Änderungen im Verhalten können auf eine versteckte Depression hindeuten.

Eine Depression kommt häufig schleichend und bleibt dadurch meist über längere Zeit unerkannt. Diese Anzeichen deuten auf die Krankheit hin.

Einfach nur schlecht gelaunt oder depressiv? Wo fängt die Krankheit an und wo hören harmlose Stimmungsschwankungen auf? Eine Depression kann sich ganz unterschiedlich äußern, so dass selbst Betroffene manchmal nicht wissen, was gerade mit ihnen los ist.

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Depressive Menschen haben deshalb häufig Angst, nicht ernst genommen zu werden, Schwäche zu zeigen und sich selbst einzugestehen, dass man Hilfe benötigt. Weder der Betroffene selbst, noch sein Umfeld schätzt das Ausmaß der Erkrankung richtig ein. Eine versteckte Depression kann, ohne eine frühzeitige Behandlung, aber schwerwiegende Folgen haben. Bereits kleinste Veränderungen im Verhalten können ein Zeichen für eine versteckte Depression sein.

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Sieben Anzeichen für eine versteckte Depression

Schneller gereizt: Eine Depression ist nicht einfach nur eine Stimmungsschwankung. Bei der Krankheit kontrolliert die Stimmung den Alltag. Betroffene sind meist schneller gereizt und reagieren unkontrolliert auf überraschende Ereignisse. Im Nachhinein tut ihnen ihr Verhalten meist leid, was die Depression noch verschlimmern kann. Neben Traurigkeit und Hilflosigkeit kann sich eine Depression auch in Wut und Gefühlsausbrüchen ausdrücken.

Einsamkeit: Betroffene ziehen sich häufig zurück, bleiben lieber alleine zu Hause, als Freunde zu treffen. Die Freude im Leben geht verloren. Hält dieser Zustand länger an, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Auch wenn Freunde sich plötzlich nur noch einigeln und sich nicht mehr melden, sollten die Alarmglocken klingeln.

Unzuverlässigkeit: Depressionen sind von starken Stimmungsschwankungen geprägt. Plötzliche Unzuverlässigkeit kann ein Hinweis auf eine akute Depression sein. Erkrankte haben zwischendurch bessere und schlechtere Phasen. Das führt dazu, dass Depressive unzuverlässig werden. Ist die Stimmung gut, werden zahlreiche Pläne geschmiedet - die in einer schlechten Phase dann wieder aufgegeben werden.

Erschöpfung: Bei einer Depression ist der Körper in einem Stresszustand, andauernde Erschöpfung kann ein Symptom sein. Die Krankheit macht müde. Psychische Probleme führen häufig zu Schlafproblemen, trotz der Erschöpfung können Betroffene nicht mehr abschalten. Dem Körper fehlen einfach die Ruhephasen.

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Gewicht: Starke Gewichtsveränderungen können ein Anzeichen für eine Depression sein. Dabei kann es sowohl zu einem Gewichtsverlust, als auch zu einer Zunahme kommen. Betroffenen fällt dabei häufig gar nicht auf, dass sich ihr Essverhalten verändert hat.

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Emotionen: Personen, die eine Depression verstecken, sind häufig sehr emotional. Alles wird intensiver wahrgenommen. Ein plötzlicher Tränenausbruch auch bei eher kleinen Problemen könnte ein Anzeichen sein. Das starke Ausleben der Emotionen wird als Ventil genutzt, um die depressiven Gefühle zu unterdrücken.

Über den Tod reden: Depressive reden viel über den Tod, vermissen den Sinn im Leben und zweifeln an dem, was sie tun. Mut, Optimismus und eine positive Lebenseinstellung fehlen einem depressiven Menschen und er kommt ohne professionelle Hilfe nur selten aus diesem Zustand raus.

Was soll ich tun, wenn ich unter einer versteckten Depression leide?

Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch. Kontaktieren Sie einen Arzt, Psychiater oder Psychotherapeuten und besprechen Sie Ihre aktuelle Situation und Ihre Symptome mit ihm. Eine Depression ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die im Regelfall behandelt werden muss. Je früher die psychische Störung erkannt wird, desto besser stehen die Heilungschancen.

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So können Sie Betroffenen helfen

Wichtig ist, dass Sie die erkrankte Person nicht unter Druck setzen. Eine Depression zu heilen, erfordert viel Zeit. Seien Sie für den Betroffenen da, bieten Sie Unterstützung an. Das kann in Form von Gesprächen oder Hilfe im Haushalt, beim Einkaufen oder bei den Kindern passieren. Machen Sie dem Erkrankten Mut, dass die Krankheit überwunden werden kann und haben Sie ein offenes Ohr für seine Probleme und seine Gefühle.

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