29.03.2017

Ja, Nein, Ja ...? Hin und her gerissen? Vorsicht vor falschen Entscheidungen!

Von

Durch's  Aufschreiben wechseln die Zweifel aus dem Bereich Gefühl in den Verstand und Entscheidungen fallen leichter.

Foto: iStock/PeopleImages

Durch's Aufschreiben wechseln die Zweifel aus dem Bereich Gefühl in den Verstand und Entscheidungen fallen leichter.

Ja oder nein? Je wichtiger das Thema, desto unsicherer werden wir leider oft. Diese Tipps helfen bei Entscheidungen und sorgen dafür, dass möglichst wenig schief läuft!

1. Mein Bauch sagt „Nein“

Eigentlich ist alles sonnenklar. Das Hotel ist günstig, der Wetterbericht makellos, die Freundin als Reisebegleiterin echt lustig und trotzdem grummelt da etwas. Der Bauch flüstert „Nein“. Wer das ignoriert, bucht wahrscheinlich die falschen Ferien. Besser: den inneren Konflikt „Gefühl gegen Verstand“ annehmen und der Sache auf den Grund gehen.

Eine Liste hilft

Schaffen Sie Klarheit mit einer Pro-und-Kontra-Liste. Schreiben Sie auf, was dafür und was dagegen spricht. So werden die Zweifel nicht verdrängt, sondern stehen schwarz auf weiß da und können Sieger- oder Verlierer-Punkte sammeln. Manchmal verschwinden sie sogar von selbst, weil sie durchs Auf- schreiben aus dem Bereich Gefühl in den Verstand gewechselt sind.

7 : 5 gegen diesen Urlaub - es droht Ferien-Stress. Eine kurze Aussprache mit der Freundin macht darum wahrscheinlich mehr Sinn als die Buchung.

2. Ich bin sehr aufgeregt

Der Chef bietet Ihnen mehr Verantwortung und mehr Geld. Der Liebste überrascht Sie mit einem Ring und einem Heiratsantrag. Oder Sie sind einfach nur kurz davor, das Schnäppchen Ihres Lebens zu machen. Das sind Momente, in denen unser Gehirn viele Stresshormone ausschüttet. Botenstoffe, die blitzschnelle Reaktion fördern, aber gleichzeitig klares Denken bremsen. Keine gute Grundlage für eine weise Entscheidung.

Zurücklehnen

Bevor Sie „Ja!“ rufen oder auf „Kaufen“ drücken, sagen Sie laut oder innerlich, „das ist toll, aber ich brauche eine kleine Pause“. Lehnen Sie sich zurück, atmen Sie mindestens fünf Minuten (ja, fünf Minuten!) tief ein und aus. So reduzieren Sie die Aufregung und die Ausschüttung der Stresshormone. Bestes Beispiel für diese Strategie ist Amal Clooney. Sie ließ ihren George fast eine halbe Stunde auf den Knien ausharren, atmete still durch bevor sie „Ja“ sagte. Gut gegangen!

>> Positive Power: 5 Tipps für starke Nerven

3. Ich bin müde

Zu wenig Schlaf ist tatsächlich einer der größten Feinde von klugen Entscheidungen. Übermüdet arbeitet das Gehirn nicht richtig. Wir sind unkonzentriert, können das Für und Wider nicht prüfen. Gleichzeitig wollen wir die Sache zügig vom Tisch haben, weil sie uns gerade noch mehr Kraft raubt. Wer jetzt entscheidet, hat kurzfristig Ruhe und langfristig sehr wahrscheinlich ein Problem.

Zwölf Stunden Aufschub

Der Rat „eine Nacht darüber zu schlafen“ ist wirklich klug. Erstens werden Giftstoffe, die die Leistungsfähigkeit der Zellen stören, im Schlaf abtransportiert. Zweitens räumt das Gehirn auf. Einige Probleme wandern ins Langzeitgedächtnis, andere in den Papierkorb. Wir wachen erleichtert und erfrischt auf, bereit für die beste Lösung! Bedenken Sie aber auch: Jeder hat seinen eigenen Rhythmus. Wenn Sie eher ein Morgenmensch sind, treffen Sie wichtige Entscheidungen am besten auch genau dann. Abendmenschen warten lieber bis später.

>> Adieu, Energie-Räuber! 5 nervige Störenfriede im Alltag

4. Es muss ein Geheimnis bleiben

Es steht fest, Sie wollen den neuen Job. Kein Zweifel, Sie werden unterschreiben. Und trotzdem verraten Sie nicht mal Ihrer besten Freundin etwas? Das ist kein gutes Zeichen! Wer vor anderen aus einer wichtigen Entscheidung ein Geheimnis macht, versteckt meist auch etwas vor sich selbst.

Prüfen ist Pflicht

Klären Sie unbedingt, warum Sie schweigen oder ein bisschen flunkern. Absolut okay: wenn Ihre beste Freundin gerade ihren Job verloren hat und Sie jetzt nicht von Ihrer neuen Stelle schwärmen möchten. Nicht okay: wenn Sie nur Angst vor kritischen Nachfragen haben. Dann überdenken Sie die Sache lieber noch mal nach der 10-10-10-Methode. Was bedeutet die Entscheidung für mich in zehn Minuten, in zehn Monaten, in zehn Jahren? Und stellen Sie sich der Freundin. Nur wenn Sie Ihren kleinen Selbstbetrug aufdecken, finden Sie den besten Weg.

>> Beste Freundinnen: Darauf kommt es bei einer Freundschaft an

5. Ich habe es eilig

Wir schreiben keine Briefe mehr, wir schicken E-Mails. Wir fahren für Einkäufe nicht mehr in die Stadt, wir bestellen mit einem Klick. Das heißt natürlich auch, dass wir Entscheidungen immer schneller treffen. Die moderne Technik katapultiert uns ganz oft in den „Jetzt oder nie“-Modus. Und in dem geht auch schnell mal was schief.

Immer gute Gründe suchen

Der beste Schutz vor einer schnellen Fehlentscheidung ist die simple Frage: „Brauche ich das wirklich?“ Lassen Sie sich immer so viel Zeit, bis Sie mindestens drei gute Gründe gefunden haben.

6. Meine Gedanken drehen sich im Kreis

Manche Probleme sind wie ein Ohrwurm. Sie gehen einem einfach nicht aus dem Kopf. Aber statt einer schönen Melodie wiederholen sich nur Kummer und Sorgen. Alles schon hundertmal durchgekaut, die Gedanken drehen sich weiter im Kreis. Genau deshalb ist es unmöglich, den richtigen Ausweg zu finden.

Gespräche sind die Rettung

„Um klar zu sehen, reicht oft ein Wechsel der Blickrichtung.“ Diese Weisheit stammt von dem französischen Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry („Der kleine Prinz“). Sprechen Sie mit anderen. Fragen Sie Familie, Freunde, Bekannte nach ihren Erfahrungen und Meinungen. Trauen Sie sich auch, ganz direkt um einen persönlichen Rat zu bitten: „Was würdest du machen?“ Selbst wenn Sie dann etwas ganz anderes tun – der direkte Austausch hat Sie garantiert weitergebracht und sicherer gemacht.

>> Das ist Ihr 5-Stufen-Plan, um gute Vorsätze zu schaffen

>> „Die Welt der Möglichkeiten“: Was ist eigentlich Sehnsucht?

Seite