09.01.2017

Heilen mit Düften Doktor Duft: Die 10 besten ätherischen Öle für Ihre Seele

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Salbei hilft bei starkem Schwitzen (Wechseljahre), grippalen Infekten und Hautentzündungen.

Foto: iStock/vicuschka

Salbei hilft bei starkem Schwitzen (Wechseljahre), grippalen Infekten und Hautentzündungen.

Die ätherischen Öle der Aroma-Therapie sind nicht nur Seelenbalsam. Schauen Sie sich hier mal die zehn besten an - was die alles können!

Esoterischer Schnickschnack - in diese Ecke wurde die Aroma-Therapie lange Zeit gestellt. Doch jetzt ist sie als ernst zu nehmender Behandlungsweg in der Schulmedizin angekommen. Denn immer mehr Studien bescheinigen ihr eine hohe Erfolgsrate. „Die ätherischen Öle enthalten Stoffwechselprodukte von Pflanzen, die sich damit z. B. vor Insektenbefall schützen – und bündeln die gesamte Abwehrkraft der Pflanze“, erklärt Dr. Gesine Petereit, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Psychotherapie und Homöopathie in Dresden.

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Neueste Untersuchungen zeigen, dass die stark duftenden Öle sogar Antibiotika-resistente Keime (kurz: MRSA) bekämpfen. Andere Studien beweisen eine Therapie-Wirkung bei Schmerzen, Schlaf- oder Verdauungsstörungen. Aber auch bei psychischen Erkrankungen wie Ängsten oder Depressionen.

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Ätherische Öle bald auch gegen Krebs?

Ätherische Öle wirken antioxidativ, können freie Radikale abfangen und Entzündungen bekämpfen, haben Forscher der TU München herausgefunden. Sogar krebsheilende Effekte von Aromen zeichnen sich ab.

Schon durch das Einatmen ätherischer Essenzen wandern ausreichend viele Wirkstoffmoleküle ins Blut, um im Gehirn (Limbisches System) und im Herz-Kreislauf-System zu wirken. Einige Duft-Moleküle wirken ähnlich wie Medikamente gegen Ängste oder Schlaflosigkeit. Andere winzige Teilchen wie die Rosen-Moleküle erhöhen die Teilungsrate von Zellen und beschleunigen so die Wundheilung.

Die diplomierte Aroma-Therapeutin Kristina Fache aus Dresden erklärt, wie wir die zehn wichtigsten Aroma-Öle richtig einsetzen.

1. Lavendel

Lavendel: bei Schlafstörungen, Nervosität, Niedergeschlagenheit, Herzrasen, Regelschmerzen, Spannungskopfschmerzen, Blähungen, Magenschmerzen, Muskelkater, Rückenschmerzen. Besonders gut: bei Schlafstörungen Duftstein auf dem Nachttisch oder ein Bad.

2. Kamille

Kamille: bei Erkältung, entzündetem Zahnfleisch, Hals-, Ohrschmerzen, Husten, Blähungen, Hämorriden, Völlegefühl, Übelkeit. Besonders gut: Inhalation, Bad.

3. Kiefer

Kiefer: bei Husten, entzündeten Nasennebenhöhlen, Bronchitis, juckender Haut, Rückenschmerzen, Rheuma, Knieschmerzen, Muskelkater, Prellungen. Besonders gut: Einreibung, Inhalation.

4. Zitrone

Zitrone: bei Verstopfung, Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Magenkrämpfen, Niedergeschlagenheit, Venenschwäche, Immunschwäche, Gedächtnisproblemen. Besonders gut: Inhalation, Einreibung.

5. Johanniskraut

Johanniskraut: bei leichten depressiven Verstimmungen (z. B. Winterblues), Migräne, PMS, Reizblase, Wetterfühligkeit. Besonders gut: Inhalation.

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6. Rose

Rose: bei Bluthochdruck, nervösen Herzbeschwerden (Stolpern, Rasen), Kopfschmerzen, Hautproblemen, innere Unruhe, Infektionen z. B. im Mund-Rachen-Raum wie Aphthen, Zahnfleischentzündungen, bei Herpes. Besonders gut: Einreibung, Bad; bei Herpes, entzündetem Zahnfleisch Öl auftupfen.

7. Zeder

Zeder: bei Energielosigkeit, Blasenentzündung, Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Halsweh, Reizhusten, trockener Haut, Akne, Ekzemen, Libidoverlust, Besonders gut: Bad, Inhalation.

8. Salbei

Salbei: bei starkem Schwitzen (Wechseljahre), grippalen Infekten, Halsentzündungen, entzündetem Zahnfleisch, Nervosität, Abgespanntheit, Angst, Gedächtnis-, Konzentrationsproblemen. Besonders gut: Inhalation, Bad.

9. Pfefferminze

Pfefferminze: bei Kopfschmerzen, Migräne, Perioden-, Blasenschmerzen, Entzündungen der Atemwege, Husten, Halsweh, Heiserkeit, Übelkeit, Magenschmerzen. Besonders gut: Einreibung, Bad, Notfall-Öl bei Kopfschmerzen.

10. Fenchel

Fenchel: bei Übelkeit, Brechreiz, Verstopfung, Durchfall, Schluckauf, Wechseljahrsbeschwerden, Regelproblemen. Besonders gut: Inhalation, Bad.

Auf die Dosis kommt es an

Weil ätherische Öle so hoch konzentriert sind, reichen schon wenige Tropfen.

Inhalation: 5 bis 7 Tropfen ätherisches Öl (je nach Raumgröße) in einen Diffusor geben, 20 Minuten einatmen.

Auf 2 l heißes Wasser 3 Tropfen ätherisches Öl. Gut mischen, in Schüssel unterm Handtuchzelt ca. 10 Minuten durch die Nase einatmen.

Duftstein (ab 5 Euro): Bis zu 10 Tropfen ätherisches Öl daraufträufeln. Aromen sollten aus geringem Abstand (maximal 50 cm) eingeatmet werden.

Einreibung: 6 bis 7 Tropfen ätherisches Öl in 200 ml fettreiches Pflanzenöl (z. B. Oliven-, Mandelöl) geben.

Notfall-Öl: Im Akutfall, z. B. bei heftigen Kopfschmerzen, nur mit dem Finger über den Tropfer streifen, auf die Haut tupfen.

Badezusatz: 6 bis 7 Tropfen Öl mit 20 ml Sahne mischen. Bei laufendem, 38 Grad warmem Wasser ins Vollbad geben. 20 Minuten darin relaxen.

Wie Düfte ihre Wirkung entfalten

Vor der Aroma-Therapie 20 Minuten lüften. Dann stehen besonders viele Sauerstoffmoleküle für den Transport der Wirkstoffe zur Verfügung.

Statt Duftlampe besser einen elektrischen oder Ultraschall-Raumbedufter (Diffusor; ab 35 Euro) verwenden. Duftlampe verbreiten zwar Wohlfühl-Atmosphäre. Doch ihre Hitze kann das Öl verbrennen.

Düfte höchstens 30 Minuten schnuppern. Möglichst frische Düfte benutzen, Öffnungsdatum notieren. Fruchtige Öle (Limone, Orange) halten angebrochen etwa ein Jahr, wenn sie danach kühl und dunkel gelagert werden. Kräuteröle (Rose, Lavendel) etwa zwei Jahre.

Tipp: Bei Kindern unter drei Jahren und Schwangeren Vorsicht bei Kampfer, Eukalyptus-, Thymian- und Pfefferminzöl. Sie können z. B. allergische Reaktionen auslösen.

An diesen 4 Merkmalen erkennen Sie ein Qualitäts-Öl

  1. Es ist in braune oder blaue Fläschchen abgefüllt.
  2. Auf dem Etikett steht „naturbelassen“ oder „100 % naturrein“.
  3. Auch aufgedruckt: Herkunftsland, Chargen-Nummer, deutscher und lateinischer Pflanzen-Name. Plus: welche Pflanzenteile destilliert wurden.
  4. Auch der Preis verrät Qualität. Zitrusöle kosten ab 5 Euro, Gewürzöle ab ca. 10 Euro, Baum- und Blütenöle bis zu 50 Euro.

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Dieser Artikel erschien auch in der BILD der FRAU Nr. 45.

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