11.03.2017

Schwermut in der Menopause Drei neue Wege aus dem Stimmungstief

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Mit den Hormonen verschwindet oft auch Lebensfreude.

Foto: iStock/Vesnaandjic

Mit den Hormonen verschwindet oft auch Lebensfreude.

Mit den Hormonen verschwindet oft auch Lebensfreude. Aber aktuelle Studien beweisen, dass ganz einfache Maßnahmen die Seele wieder stark machen

Die Achterbahnfahrt der Hormone bringt fast jede vierte Frau zeitweilig aus dem seelischen Gleichgewicht. Mal fühlen sie sich himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt. Begleiter dieser Niedergeschlagenheit ist oft der Verlust des Selbstwertgefühls, des Frauseins. Denn fehlt das weiblichste aller Hormone, das Östrogen, bildet das Gehirn oft auch weniger Wohlfühl-Substanzen wie Serotonin und Endorphin. Die gute Nachricht: Diese Dysbalance im Gehirnstoffwechsel lässt sich nach neuesten Studien durch drei ganz einfache Selbsthilfe-Maßnahmen ausgleichen.

Stretching macht gute Stimmung

Eine aktuelle japanische Studie beweist: 10 Minuten Stretching pro Tag, fünfmal die Woche, bessert depressive Verstimmungen in der Menopause nachhaltig. Neben ihrem Stimmungstief verringerten sich auch Hitzewallungen und Schlafprobleme, so Studienleiterin Dr. Yuko Kai, Physical Fitness Research Institute in Tokio. Und Dr. JoAnn Pinkerton, Direktorin der North American Menopause Society, Pepper Pike (Ohio) ergänzt: „Ideal wäre es, zusätzlich zu den Stretching-Übungen 30 Minuten pro Tag in einem entspannten Tempo zu gehen.“ Eine wirkungsvolle Stretching-Übung: hüftbreit hinstellen, Knie leicht gebeugt. Rumpf durch das Einziehen des Bauchnabels zum Po hin stabilisieren. Schulterblätter nach hinten fallen lassen. Arme nach außen drehen, leicht geöffnete Handflächen zeigen nach oben. Kinn nach hinten ziehen, sodass sich die Halswirbelsäule streckt. 10 Sekunden halten. Zehnmal wiederholen.

Mit Akupressur Traurigkeit wegklopfen

Sogar bei mittelschweren depressiven Verstimmungen hilft eine Klopf-Akupressur, hat eine jüngste US-Studie von Dr. D. Church von der Foundation for Epigenetic Medicine in Kalifornien ergeben: Nach sechs Stunden Selbst-Therapie hellt sich die Stimmung wieder signifikant auf. Die beiden wichtigsten Heil-Punkte: 1. Die Ellenbogen-Falte von innen nach außen zentimeterweise mit Zeige- und Mittelfinger kräftig beklopfen. 1 Minute lang. 2. Genauso lange auf den Punkt mittig unter dem rechten Rippenbogen, klopfen. Bei beiden Punkten jeweils fünf- bis achtmal wiederholen, bis zu siebenmal am Tag.

Wieder besser drauf mit Soulfood

Die neue Wissenschaft der Ernährungs-Psychologie hat jetzt herausgefunden, dass vor allem Folsäure, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D Stimmungsschwankungen reduzieren, so Prof. Julia Rucklidge, Klinische Psychologin an der englischen Universität Canterbury. Ebenso eine fett- und zuckerarme Ernährung. Mediterrane Kost mit viel Fisch, pflanzlichen, kaltgepressten Ölen und Gemüse passt dazu am besten. Auch Probiotika (z. B. Joghurt) verbessern den Gehirnstoffwechsel, damit auch Stimmung und Denkvermögen. Viel Folsäure steckt z.B. in Spinat, Kichererbsen, Kirschen, Erdnüssen, Brie-Käse, Haferflocken. Vitamin-D-haltig sind Eier, Hering, Pilze, Avocados, Käse.

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