17.06.2016

Interview Was ist Glück und wie können wir glücklich sein?

Von

Die Glücksforscherin von Johanna Wasser.

Foto: Drachenmond Verlag/Johanna Wasser

Die Glücksforscherin von Johanna Wasser.

Johanna Wasser hat sich eingehend mit dem Glücklichsein beschäftigt und mit "Die Glücksforscherin" ein Buch über die Suche nach Glück geschrieben.

bildderfrau.de: Hallo Frau Wasser, danke, dass Sie sich für ein Interview mit bildderfrau.de Zeit nehmen.

Johanna Wasser: Vielen Dank, ich freue mich und fühle mich geehrt, dass ich etwas über mich und mein Buch erzählen darf.

Würden Sie sich bitte kurz unseren Leser/innen vorstellen und uns erzählen, was Sie hauptberuflich machen?

Ich bin gelernte Bankerin, Heilpraktikerin, Autorin und frischgebackene zweifache Mutter. Da meine kleine Tochter gerade vier Monate alt ist, bin ich aktuell aber hauptsächlich Mama.

Sie haben mit „Die Glücksforscherin“ Ihr erstes Verlagsbuch geschrieben. Wovon handelt es?

Das Buch handelt davon, wo überall Chancen auf uns warten. Chancen aufs Glück, auf Zufriedenheit, auf ein gutes oder ein besseres Leben.

Wie sind Sie auf das Thema Ihres Buches gekommen? Wie sind Sie selbst zur Glücksforscherin geworden?

Das Thema hat mich verfolgt. (lacht) Zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Moment meines Lebens lagen ziemlich genau sieben Jahre. In dieser Zeit habe ich zum Thema Glück recherchiert und habe viele großartige Menschen und ihre Schicksale kennengelernt. Dabei wollte ich selbst einfach nur die eigene Traurigkeit abstreifen, die nach dem Tod meiner Oma auftauchte.

Der Titel „Die Glücksforscherin“ klingt nach einer Biographie oder einem Liebesroman - was erwartet die Leser in Ihrem Buch genau?

Ich erzähle einerseits aus meinem eigenen Leben, genaugenommen von einem Abschnitt meines Lebens - angefangen mit dem Tiefpunkt darin, bis zu der Wende, die mich, so glaube ich, das Wichtigste lehrte: Es ist nie zu spät, etwas grundlegendes zu ändern.

Das Buch erzählt außerdem von Schicksalen anderer Menschen, die mir einen Einblick in ihr Leben gaben. Die meisten dieser Schicksale berührten mich und zeigten mir, dass es immer wieder Parallelen in unseren Leben gibt. Auf diesen Parallelen beruhend ist dieses Buch ein Liebesroman. Eine Liebeserklärung an das Leben, an den Mut eines jeden von uns.

Das spüre ich auch jetzt wieder, nachdem ich hochschwanger eine Beziehung aufgeben musste und vor Jahren vielleicht daran zerbrochen wäre. Heute merke ich, dass auch dieser Tiefpunkt eine Chance fürs Leben sein kann. Es ist nie zu spät, das Leben wohlwollend zu betrachten und zu erkennen, dass es sich manchmal so anfühlt, als würde alles zerbrechen. Dabei ist aber womöglich etwas viel besseres gerade im Begriff, sich zusammenzufügen.

Wie schwierig ist es, über das Glück zu schreiben? Definiert nicht ein jeder Mensch für sich Glück anders? Wie würden Sie Glück umschreiben?

Oh ja, absolut. Das Spannende ist allerdings, dass sich diese Definitionen je nach Charaktereigenschaft, Lebensumständen und -ansicht des Befragten sehr gleichen. Klarer ausgedrückt: Bestimmte Menschen geben nahezu identisches als ihre Glücksdefinition an. Nach meiner Beobachtung lassen sich diese Definitionen in 7 Gruppen zusammenfassen.

Sie kamen zum Schriftstellertum relativ spät. Woher kommt Ihre Leidenschaft fürs Schreiben und wie haben Sie es für sich entdeckt?

Das klingt banal, war aber tatsächlich ganz einfach. Als ich meine erste Tochter gekriegt habe, fragte ich mich, was ich ihr vorleben will. Und ich dachte, ich will, dass sie mutig ist und visionär. Aber dann blickte ich auf mein eigenes Leben und stellte fest, dass ich so viele Träume hatte, die ich mich nie gewagt hatte zu leben. Ich dachte an den Jakobsweg, auf dem ich mit der Glücksforschung begann, an meine Aufzeichnungen in Sachen Glück und daran, wie beflügelt ich war, wenn ich schrieb... Eins kam zum anderen, und heute sitze ich an meinem achten Buch, das im September das Licht der Öffentlichkeit erblicken wird.

Ist das Schreiben und das Sinnieren über das Thema Glück für Sie eine Art Zuflucht im hektischen Alltag?

Seit ich Mutter bin, sinniere ich weniger. Aber ich bin um Meilen achtsamer, also ja. Ich erlaube mir mehr durchzuatmen und die Alltagshektik hinter mir zu lassen, ich sehe mit mehr Gelassenheit auf die vermeintlichen Katastrophen, die das Leben hin und wieder bereithält und ich glaube, dass ich schlicht zufriedener bin mit dem, was ist. Das Beschäftigen mit dem Thema Glück hat mich etwas bis dahin nicht in mir Vorhandenes gelehrt: meinen Blick darauf.

Ihr Buch ist sehr liebevoll gestaltet mit stimmungsvollen Schwarzweiß-Fotos, die ihre Texte begleiten. Wie wichtig war ihnen die optisch stimmige Gestaltung Ihres Buchs für den Gesamteindruck und für die Vermittlung Ihrer Botschaft?

Ich finde, dass mein Verlag mit diesen Bildern einen unglaublich tollen Rahmen gestaltet hat und ich bin meiner Verlegerin sehr dankbar, weil sie die Bilder persönlich ausgesucht hat. Sie spiegeln die Stimmung wider, die der Text vermitteln will.

Sie verstehen Ihr Buch als „Inspirationsbuch“ und stellen darin eine Methode vor, wie jeder Mensch leichter zum Glückskind wird. Wer sollte Ihr Buch unbedingt lesen, an wen richtet sich Ihr Ratgeber?

Ganz einfach ausgedrückt, richtet sich das Buch an alle, die gerade an einem Scheideweg stehen, sich an einem Punkt in ihrem Leben befinden, an dem sie sich fragen, wohin es jetzt gehen mag. Oder sie stecken in einer verfahrenen Situation fest.

Im besten Fall bekommen sie einen Impuls, den sie brauchen, um einfach klarer zu sehen und vielleicht auch endlich den ersten Schritt zu tun. Dies ist der Sinn hinter meinem Buch. Ich hoffe von Herzen, dass es zu den Menschen kommt, die es brauchen. Ich weiß, dass viele Leser es an Freunde verschenken, weil jeder irgendjemanden kennt, der einen kleinen Stups brauchen kann. Eine Leserin sagte einmal, dass „Die Glücksforscherin“ ihr Mutbuch ist.

Ein einziger Satz zur rechten Zeit, kann Wunder bewirken. Das weiß niemand besser als ich. Dieses Buch besteht aus vielen kleinen Geschichten und ich glaube, dass darin ganz viele kleine Botschaften stecken, die tatsächlich Mut machen können. Sei es die Geschichte von einer Frau, die mit über fünfzig noch einen großartigen Job erhält oder einem Witwer, der für seine tote Ehefrau den Jakobsweg marschiert und dabei aus seiner Trauer zurück ins Leben findet…

Können Sie uns eines der einfachen Spielregeln zur Erfahrung von Glück für unsere Leserinnen mitgeben als Appetitmacher auf Ihr Buch? Was wäre einer der ersten Schritte zu mehr Glück?

Der allererste Schritt ist der, sich zu fragen, wie folgender Satz auf einen wirkt:

Wetten, dass ein richtiges, echtes Glückkind in Ihnen steckt? Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie uns spielen…

Ich sage zu meiner großen Tochter gerne, dass sie ein Spiel nicht sofort verstehen muss, sie sollte aber mal ausprobieren, wie es gehen könnte.

In meinem Buch geht es darum, anzuregen, was in einem schlummert.

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Vielen Dank für das Interview, Frau Wasser!

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