19.04.2016

Vor allem bei Übergewicht Pille erhöht das Schlaganfallrisiko

Die Verhütung mit der Anti-Baby-Pille ist komfortabel, birgt aber eine Reihe von Nebenwirkungen.

Foto: ©iStock/areeya_ann

Die Verhütung mit der Anti-Baby-Pille ist komfortabel, birgt aber eine Reihe von Nebenwirkungen.

Frauen, die mit der Pille verhüten, sind gefährdeter, eine Thrombose zu entwickeln. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Pille auch Venen im Gehirn bedrohen kann und dann ein Schlaganfall droht.

Die Pille hat eine Reihe von Nebenwirkungen. Besonders gefährlich sind dabei Thrombosen, also Blutgerinnsel etwa in einer Beckenvene. Lösen sie sich, können sie in die Lunge geschwemmt werden. Es entsteht eine Lungenembolie mit Brustschmerzen, starker Atemnot und Lebensgefahr.

Eine neue Untersuchung von Neurologen aus der Schweiz und den Niederlanden deckte jetzt auf, dass die Pille auch Thrombosen in speziellen Gehirnvenen (Sinusvenen, Sinusthrombose) auslösen kann. Die Folge: ein Schlaganfall.

Pille plus Übergewicht bedeutet hohes Schlaganfallrisiko

Die Wissenschaftler verglichen nun die Daten von knapp 200 Frauen, die eine Sinusthrombose erlitten hatten, mit denen von mehr als 6.000 gesunden Frauen. Dabei zeigte sich, dass vor allem die Pille und Übergewicht in Zusammenhang mit einer Sinusthrombose stehen. Die genauen Ergebnisse:

  • Normalgewichtige Frauen, die mit der Pille verhüten, haben ein fünf Mal höheres Risiko für eine Sinusthrombose und damit einen Schlaganfall.
  • Mit steigendem Gewicht nimmt auch dieses Risiko zu: Liegt der BMI über 30, vervielfacht sich das Risiko für die Thrombose im Gehirn auf fast das 30-fache.

>> Schlaganfall: Die richtige Vorsorge ist entscheidend

Übergewichtige Frauen sollten besser nicht mit der Pille verhüten

Studienleiter Jonathan Coutinho empfiehlt deshalb vor allem übergewichtigen Frauen, mit ihrem Arzt die Form der Verhütung ausführlich zu besprechen. Zwar ist der Schlaganfall durch eine Sinusthrombose in Europa insgesamt sehr selten. Doch die Gefahr besteht, wie die Untersuchung beweist. „Ärzte sind deshalb meist sehr zurückhaltend, wenn es um ein Rezept für orale Kontrazeptionsmittel und eine übergewichtige Patientin geht“, sagt Jonathan Coutinho. Er empfiehlt in diesen Fällen alternative Methoden der Empfängnisverhütung, etwa ein Intrauterinpessar (Spirale).

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