18.03.2016

Endlich Erholung! In 5 Schritten zur Kur

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Foto: ©istock SerbBgd

Burnout, Rückenschmerzen oder Husten: hier kann eine Kur helfen. Doch etwa ein Drittel aller Anträge wird abgelehnt. Mit diesen Tipps klappt es.

Deutschland, das Land der Power-Mütter? Immer mehr Frauen kommen an ihre Belastungsgrenzen, brauchen eine Auszeit und beantragen eine Kur.

1. Schritt: Arzttermin machen

Mit dem Arzt klären, ob eine Kur infrage kommt. Die Kasse zahlt nur, wenn sie medizinisch erforderlich ist. Zur Wahl steht entweder eine Vorsorgekur, die einer Krankheit vorbeugen soll. Oder eine medizinische Reha, um eine Erkrankung zu heilen oder die Beschwerden zu lindern. Ihr Ziel: den Patienten fit machen, damit der Betroffene im Beruf bleiben kann. Der Arzt rät je nach Gesundheitszustand zu einer ambulanten oder stationären Kur. Grundsätzlich gilt: Bevor es losgeht, müssen alle therapeutischen Maßnahmen am Wohnort ausgeschöpft sein, z.B. Physiotherapie.

2. Schritt: Antrag stellen

Formulare für die Kur bei der Versicherung anfordern und gemeinsam mit dem Arzt ausfüllen. Er begründet die Notwendigkeit, beschreibt die Ziele. Wichtig ist, dass sich ein vollständiges Bild der Beschwerden ergibt. Dann stehen die Bewilligungschancen gut.

3. Schritt: Bei Ablehnung

Die Kassen wimmeln eine Kur meist mit der Begründung ab, die wohnortnahen Möglichkeiten seien nicht ausgeschöpft. Dann schriftlich Widerspruch einlegen! Dafür ist vier Wochen Zeit. Berufen Sie sich auf §23,2 SGB V, in dem die medizinischen Vorsorgeleistungen der gesetzlichen Krankenkassen geregelt sind.

Zählen Sie möglichst auf, welche Therapien und Vorsorgemaßnahmen Sie unternommen haben. Der Arzt sollte noch mal schreiben, dass die Kur dringend medizinisch notwendig ist und die Angebote am Wohnort nicht ausreichen. Hilfreich ist oft auch ein persönliches Gespräch mit dem Sachbearbeiter bei der Kasse.

Wird der Antrag trotzdem nochmals abgelehnt, bleibt als letztes Mittel eine Klage beim Sozialgericht. Sie ist kostenlos. Tipp: Textbausteine für den Widerspruch gibt es z. B. auf der Internetseite des Bayerischen Heilbäder-Verbandes e.V.: www.gesundes-bayern.de/widerspruch-einlegen

4. Schritt Kurort aussuchen

Nach dem OK für die meist dreiwöchige Kur oder Reha mit dem Arzt den Kurort auswählen. Vier Monate ab Bewilligung ist Zeit, die Kur anzutreten, sonst verfällt der Anspruch. Tipp: Eine Liste mit staatlich anerkannten Kurorten gibt es auf www.deutscherheilbaederverband.de.

5. Schritt: Kosten einplanen

Bei stationären Kuren und ambulanter Reha müssen pro Tag 10 Euro zugezahlt werden. Bei ambulanter Vorsorge (früher: offene Bäderkur) übernimmt die Kasse den Kurarzt und 90 Prozent der Kurmittel plus 13 Euro pro Tag für Unterkunft, Verpflegung und Kurtaxe. Die Eigenbeteiligung pro Verordnung beträgt 10 Euro.

Mutter-Kind-Kur: Das müssen Sie wissen

Haushalt, Kinder, Beruf - Frauen tragen oft die Hauptlast in der Familie. Viele sind mit der Situation überfordert, reagieren mit körperlichen oder seelischen Beschwerden. Bei einer Mutter-Kind-Kur bekommen Frauen (und Männer bei einer Vater-Kind-Kur) Hilfe, um den Ausweg aus Überlastung und Krankheit zu finden.

Mitgebrachte Kinder werden betreut, sodass sich die Frauen tatsächlich einmal drei Wochen lang entspannt zurücklehnen können. Ansprechpartner für diese Kuren ist ebenfalls die Krankenkasse. Auch hier gilt eine Eigenbeteiligung von 10 Euro pro Tag. 14 Prozent der Anträge werden erstmal abgelehnt, aber 65 Prozent der Widersprüche sind erfolgreich! Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerkes (MGW) bekräftigt: "Unsere Erfahrungen zeigen, dass Kuranträge mit der Hilfe unserer Beraterinnen und Berater sehr erfolgreich sind."

Weitere Infos unter: www.muettergenesungswerk.de oder über das Kurtelefon unter 030/330029-29.

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