16.02.2016

Lebensphilosophie Peter Stacher im Interview zu "Das Universum steckt in Dir"

Foto: © Porträtfoto Bernhard Stacher

Peter Stacher, der Wiener ORF-Reporter, ist mit seinem neuen Buch "Das Universum steckt in Dir" unter die Ratgeber-Autoren gegangen. Wir haben ihn zu seinem neuen Ratgeber befragt und über glückliche Lebensmodelle gesprochen.

Hallo Herr Peter Stacher, danke, dass Sie sich zu einem Interview bereit erklärt haben für BildderFrau.de. Ihr neues Buch "Das Universum steckt in Dir: Schluss mit unerfüllten Wünschen" ist ab dieser Woche im Handel erhältlich. Wir haben einige spannende Auszüge daraus gelesen und einige Fragen für Sie.

1. Würden Sie sich bitte kurz unseren LeserInnen vorstellen und uns erzählen, was Sie hauptberuflich machen?

Gerne, ich lebe in Wien, bin 41 Jahre alt und bin Nachrichten-Journalist beim ORF – dem österreichischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ich kümmere mich also darum, über Berichte und Live-Schaltungen den Sehern die aktuelle Nachrichtenlage näherzubringen.

2. Sie haben mit „Das Universum steckt in Dir: Schluss mit unerfüllten Wünschen!“ Ihr erstes Buch geschrieben, das diese Woche in den Handel kommt. Wovon handelt es?

Mein Buch heißt "Das Universum steckt in dir", weil wir selbst die Kraft haben, unser Leben zu ändern und zu erreichen, was wir wollen. Es geht darum, das Leben bewusst zu erfahren und zu erleben. Es geht darum, mit diesem Buch mehr Spaß am Leben zu bekommen, weil wir lernen, wie wir ihn selbst, aus uns heraus, in unser Leben holen. Ohne Wunder, die von selbst kommen sollen, auf die man wartet und wartet ...

3. Wie sind Sie auf das Thema Ihres Buches gekommen? Was hat Sie dazu bewogen, sich mit Ihrer besonderen Lebensphilosophie als Autor zu befassen?

Ich habe mich selbst, wie viele andere auch, sehr intensiv damit beschäftigt, wie das Leben zu bewerkstelligen ist. Dabei habe ich auch die Versprechungen der Neugeist-Bewegung ausprobiert: Wünsche dir den Verlauf deines weiteren Lebens vom Universum, über deine Gedanken kannst du alles bekommen, was du möchtest. Erfolg, Liebe, Geld. Es war zu verlockend. Doch ich bin nach einigen Jahren draufgekommen: Das waren doch nur leere Versprechungen, die letztlich nur denen dienen, die damit Bücher verkaufen. Also habe ich weitergesucht. Und ich habe mithilfe der Sozialpsychologie, der Gehirnforschung und meinen Erfahrungen und Begegnungen über meinen Job mit klugen Menschen die Richtung gefunden, in der wahres Glück und Erfolg liegen. Und das wollte ich natürlich weitergeben.

4. Der Titel „Das Universum steckt in Dir“ klingt vielversprechend – was erwartet die Leser in Ihrem Buch genau?

Es geht um den Zauber in uns Menschen, der nichts mit Hokuspokus und Feenstaub zu tun hat. Indem Sie erkennen, was Ihr Wesen, Ihr Gehirn und Ihr Unterbewusstsein eigentlich wollen, indem Sie erkennen, wie sehr deren Einwirkungen Sie lenken, wird es Ihnen leichtfallen, sich ab jetzt bewusst für den eigenen, den richtigen Weg zu entscheiden. Und ab jetzt wirklich Ihr eigenes Leben zu leben, nicht das der anderen und nicht das Ihrer Ängste.

5. Was qualifiziert Sie dazu, einen Ratgeber über Lebensfragen zu schreiben?

Das Gleiche, das mich qualifiziert, Berichte über den Krieg in Syrien, Arbeitslosigkeit oder politische Probleme zu schreiben: mein Beruf als Journalist.
Ich bin es gewohnt, komplexe Inhalte von verschiedenen Quellen zusammenzuführen, das Wichtigste daraus zu filtern und für den Seher und, im Fall des Buches, für den Leser, übersichtlich und vor allem verständlich darzustellen. Dasselbe habe ich für „Das Universum steckt in dir“ gemacht. Wobei hier natürlich zusätzlich meine ganze Persönlichkeit und persönliche Erfahrung drinnen steckt. Aber zusätzlich habe ich meine Erkenntnisse mit den Erkenntnissen aus der Sozialpsychologie und Gehirnforschung untermauert. Es gibt daher auch die Absätze „Die Psychologie dahinter“, wo ich kurz die rein fachliche Entwicklung und den aktuellen Wissensstand beschrieben habe.

6. Wer sollte Ihr Buch unbedingt lesen, an wen richtet sich das Buch?

Das Buch richtet sich an jeden und jede, die sich mit sich selbst und ihrer Wirkung auf die Umwelt beschäftigen möchten. Und so den einzig richtigen Lebensweg für sich entdecken möchten.

Die erfahren möchten, warum es womöglich mit der Partnerschaft nicht klappt, warum es gesund ist, Freunde zu haben und warum eine Tasse Kaffee bei einem wichtigen Termin eine große Rolle spielt. Wenn wir erkennen, wie unsere Psyche, unsere Sinne und unser Unterbewusstsein zusammenspielen, können wir unser Leben von Grund auf neu einrichten.

7. Gibt es ein Rezept für das Glücklichsein? Kann der Mensch überhaupt glücklich sein oder wird er nicht immer den verpassten Chancen hinterhertrauern müssen?

Der Mensch kann auf jeden Fall glücklich sein. Denn ab jetzt liegen die Chancen nur noch vor ihm… wenn er mein Buch gelesen hat. ;-)

8. Kann der Mensch sein Glück oder sein Schicksal beeinflussen? Wie stellt er das an ohne enttäuscht zu werden?

Das Wichtigste ist: Werden Sie authentisch und erkennen Sie, was Sie wollen. Dann bestimmen Sie Ihr Schicksal. Vor Enttäuschungen ist man nicht gefeit. Die gehören zum Leben. Wie man sie bewältigt, beschreibe ich. Aber nur so viel: Die Änderung der eigenen Einstellung zu Enttäuschungen bewirkt Wunder

9. Wie würden Sie persönlichen Erfolg definieren? Ist Erfolg fremdbestimmt oder eine Sache der Selbsteinschätzung?

Persönlicher Erfolg ist eine Kombination aus dem Gelingen der verschiedenen Lebensbereiche. Nur beruflicher Erfolg ohne den richtigen Partner an der Seite ist auf Dauer genauso wenig zufriedenstellend, wie die tollste Beziehung ohne Herausforderungen im geistigen oder handwerklichen Bereich. Insofern ist die Balance wichtig. Wir verrennen uns oft in einer Ebene und vernachlässigen eine andere. Ob wir uns fremdbestimmt, also zum Beispiel über Lob definieren oder selbst ganz gut wissen: „Das war jetzt perfekt“, kommt auf den Typ an. Hier ist aber wichtig zu wissen: Die Abhängigkeit vom Lob Dritter kann man mit bewusster Selbstreflexion, Erkennen der Wichtigkeit des Lobes und Änderung der Prioritäten verringern.

10. Uns haben besonders ihre Gedanken über langjährige Beziehungen gefallen, weshalb wir am Ende dieses Artikels einen Auszug daraus präsentieren möchten. Wie sieht für Sie die perfekte Beziehung aus, die kein Verfallsdatum hat?

Als Kind habe ich oft das Lied einer uralten österreichischen Band, den „Bambis“, gehört:

„Schau das alte Paar dort auf der Bank, sie halten sich die Hände.
Denn sie liebten sich ein Leben lang, und das hat nie ein Ende.“

Eine lange, liebevolle Beziehung gelingt dann, wenn sich beide respektieren und mit Wertschätzung begegnen, sich gegenseitig genügen, nie aufhören miteinander Spaß zu haben und auch nach Jahren noch das Besondere an ihrem Partner erkennen.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Stacher!

Hier der Auszug aus Peter Stachers Buch "Das Universum steckt in Dir" - ab dem 15.02.2016 im Handel:

Eine lange Beziehung bedeutet nicht das Ende

Der Mensch für sich allein genommen ist schon kompliziert genug gestrickt. Wie soll das dann zu zweit funktionieren? Jeder hat so seine Eigenheiten. Und die werden mit den Jahren nicht weniger, sondern mehr. Das liegt einfach an den Erfahrungen, die wir machen. Das ist eigentlich positiv. Unser Charakter zeigt uns, wie wir leben wollen. Jedes Erlebnis formt uns. Und neue Verhaltensweisen entwickeln sich, wenn uns Erfahrungen dementsprechend prägen. Es stimmt schon, dass junge Menschen, Teens, Twens, viel unbekümmerter in eine Beziehung gehen. Was macht es, wenn der oder die andere unordentlich ist und vom Aufräumen der Wohnung nicht viel hält. Sie haben sich möglicherweise beim ersten Lover nicht viel dabei gedacht, wenn er sich mit Freunden die Nacht um die Ohren geschlagen hat.

Doch in einer ernst zu nehmenden Beziehung passt es einfach nicht mehr, wenn der Partner regelmäßig betrunken nach Hause kommt. Sie wollen es nicht mehr und müssen es auch nicht hinnehmen. Mussten Sie damals schon nicht, aber Sie kümmerten sich auch nicht darum. Und wir achten irgendwann auch darauf, ob der/ die Neue ein gepflegter Mensch ist. Ob er seine Rechnungen bezahlen kann und ob er bei den Dates pünktlich ist oder regelmäßig zwanzig Minuten zu spät kommt. Je älter wir werden, desto mehr Erfahrungen machen wir. Wir lernen daraus, ziehen unsere Schlüsse und lassen sie in unser Verhalten einfließen.

Daraus ergeben sich für uns zwei Sichtweisen: Die Sicht auf das eigene Ich und die Sicht auf den Partner.

1. Das eigene Ich: Überlegen Sie, ob Ihr Verhalten übertrieben ist. Ob Sie sich Ihre Erlebnisse zu sehr zu Herzen genommen haben und davon ihr weiteres Leben zu stark beeinträchtigt wird. Unverhältnismäßig stark. Ob die eine Erfahrung, die Sie gemacht haben, es wert ist, dass Sie deshalb auf angenehme Dinge verzichten. Vielleicht als Beispiel: Sie hatten beim letzten Ägyptenurlaub Durchfall und reisen daher nie wieder ans Meer. Oder Ihr letzter Freund hat Sie ständig auf die höchsten Berge geschleppt und Sie verweigern deshalb Ihrer neuen Liebe einen Urlaub auf einer romantischen Almhütte. Entdecken Sie mit einem neuen Partner auch die Partnerschaft und deren Annehmlichkeiten neu!

2. Ihr Partner: Auch Ihr Partner hatte seine eigenen Eindrücke, die ihn geformt haben. Und das sind bei fortschreitendem Alter nicht wenige. Deshalb kommen Ihnen seine Spleens und Eigenheiten oft seltsam vor. Sind für Sie nicht nachvollziehbar. Klar, Sie haben seine Erfahrungen ja auch nicht gemacht. Sie waren nicht dabei, als passiert ist, was ihn geprägt hat. Sie können es ihm daher auch nicht wegnehmen. Auch nicht bedenkenlos wegwischen und sagen: «Stell dich nicht so an!« Damit geben Sie ihm nur das Gefühl des Nicht-Verstehens. Sie treiben ihn in die Enge, wenn Sie fordern, er solle sich anders verhalten. Wie soll er denn, er handelt doch aus Überzeugung und nicht weil er vorhat, Sie zu ärgern. Er handelt so, weil er, wenn wir mit Blick auf die Steinzeit sprechen, sein Überleben sichern will. Der Jäger hat sich damals aus Unachtsamkeit von einem Säbelzahntiger überraschen lassen. Nur mit viel Glück ist er entkommen. Das passiert ihm kein zweites Mal.

Sie können stolz auf Ihren Partner sein, weil er lernfähig ist und eine unangenehme Situation nicht wiederholen möchte. Aber natürlich kann dieses Verhalten, das Ihnen merkwürdig vorkommt, auch belastend sein für die Beziehung. Sie müssen es daher nicht unbedingt stillschweigend hinnehmen. Wenn Sie damit nicht zufrieden sind, reden Sie darüber. Aber nicht, was denn dieser Blödsinn solle oder: Ob er sich denn nicht normal benehmen könne? Sondern indem Sie liebevoll und interessiert nachfragen, warum er denn handle, wie er handle. Es wird eine Geschichte dahinter geben. Wenn Sie diese Geschichte kennen, werden Sie die Eigenheit des Partners auch mit anderen Augen sehen. Und was noch passieren wird: Ihr Partner, wird mit dem Erzählen darüber nachdenken, ob sein Verhalten jetzt, nach all den Jahren und mit Ihnen als neuem Partner, überhaupt noch angemessen ist.

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die Beziehungen am besten funktionieren, bei denen der eine Teil der Partnerschaft liebevoll über die Macken des anderen spricht. Darüber lächeln kann, aber auf eine Art und Weise, an der man merkt, dass derjenige die Eigenheit des anderen zu schätzen weiß. Etwa, wenn der Mann besonders tollpatschig ist und seine Partnerin ihn genau deshalb so süß findet. Das ist der richtige Zugang. Denn je mehr sich unser Tollpatsch bemühen würde, desto mehr Gläser und Teller und Vasen würden zu Bruch gehen. Und er würde verzweifeln über sein Ungeschick, wenn Sie ihm jedes Mal zeigen würden, wie schrecklich das für Sie ist. Wenn Sie Ihren Partner lieben, lieben Sie ihn um seinetwillen.

Lieben Sie Ihren Partner um seinetwillen

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie das neu erlernen können, versuchen Sie es auf diese Weise: Setzen Sie sich vor Ihren Laptop oder nehmen Stift und Papier zur Hand. Schreiben Sie auf, was Sie an Ihrem Partner schätzen, was Sie an ihm lieben. Was für Sie das Besondere an ihm ist, warum Sie mit ihm zusammen sind. Schreiben Sie seine guten Seiten auf, seine liebenswürdigen. Welcher Gesichtsausdruck gefällt Ihnen an Ihrem Partner? Bei welchen Gedanken an ihn müssen Sie schmunzeln?

Schreiben Sie das nicht nur heute auf. Schreiben Sie es während der nächsten 20 Tage jeden Tag auf. Oder jeden Tag eine neue Einzelheit, die Ihnen an ihm positiv auffällt. Rufen Sie sich die Stärken Ihres Partners ins Gedächtnis. So werden Sie dessen Eigenheiten noch mehr schätzen und Ihre Liebe für ihn wird noch zunehmen. Probleme kann es immer geben, ausgelöst durch Stress oder durch schwierige Lebensphasen oder weil wir mit uns selbst genug zu tun haben. Aber wenn Sie sich diese positiven Eigenschaften der Person, die Ihnen wichtig ist, vor Augen führen, werden Sie auch wieder liebevoller auf sie zugehen. Ihr Partner wird diese Liebe spüren, sich dabei wohl fühlen, darüber nachdenken und schließlich selbst die dunklen Wolken beiseiteschieben. Hat man sich mit der Zeit voneinander entfernt, ist damit ein guter Anfang gemacht, sich wieder anzunähern.

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