17.11.2010 - 00:00

Wie entspanne ich mich? Der Schlüssel zur Gesundheit

Von

Wie entspanne ich mich? - Entspannung als Schlüssel zur Gesundheit

Foto: iStock/gradyreese

Wie entspanne ich mich? - Entspannung als Schlüssel zur Gesundheit

Experten sehen Stress als eine der größten Gesundheitsgefahren. Zahlreiche Erkrankungen lassen sich darauf zurückführen. Dauerstress erschwert auch das Abnehmen erheblich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie richtig entspannen und der Stressfalle entkommen.

Etwa 30 bis 60 Prozent der Bevölkerung leiden unter psychovegetativen oder nervösen Spannungen. Stress gilt als Auslöser von Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Asthma, Allergien, ständigen Erkältungen, Verstopfung, Durchfall, Schlafstörungen, Magendrücken, Magengeschwüren, Erschöpfung, Schwindel, Bluthochdruck, Herzinfarkt und sogar von Krebs. Da ist es hilfreich, sich richtig entspannen zu können.

Stressbedingte Verkrampfungen betreffen immer mehrere Bereiche gleichzeitig. Sie äußern sich in Schmerzzuständen, Ängsten oder im "Nicht abschalten können" bis hin zum "Burn out-Syndrom", dem totalen Zusammenbruch von Körper und Geist.

Die Erkrankung eines Organs ist bereits ein Hinweis auf eine umfassende Störung. Wer meint, gegen Stress bräuchte man nur ein paar Pillen einwerfen und sei dann wieder fit, der ist auf dem Holzweg. Medikamente können keine dauerhafte Lösung bieten. Vor diesem Hintergrund wird das Erlernen von Entspannungstechniken umso wichtiger.

Richtig entspannen: In der Ruhe liegt die Kraft

Nicht umsonst heißt es in einem Sprichwort: "In der Ruhe liegt die Kraft." Denn in geistigen und körperlichen Ruhephasen kann der Körper wieder ausreichend Energie gewinnen. Körperliche und emotionale Anspannungen werden verringert. Die Empfindlichkeit für Belastungssituationen wird reduziert. Innere Ruhe und Gelassenheit führen letztlich zum Zustand des Wohlbefindens.

Laut einer Studie des Instituts für Stressforschung in Graz erfüllt das, was wir meistens unter „Entspannung" verstehen, gar nicht den Zweck.

  • Ein nach einem stressigen Tag faul auf dem Sofa verbrachter Abend verhindert den Abbau von nicht benötigtem Blutzucker, Milchsäure und Stresshormonen.
  • Während des Fernsehens zeigten Messungen hohe Hirnstromaktivität und hohe Adrenalinausschüttung. Krimis und Horrorfilme, aber auch Fußballspiele und Nachrichtensendungen, treiben das Gehirn zu Höchstleistungen. Akuter Stress, den man dabei unbewusst erfährt, kann das Immunsystem schwächen.
  • Auch Alkohol erhält die rote Karte. Gelegentlich ein Bier oder ein Glas Wein sind akzeptabel, aber nicht zur Entspannung gedacht.
  • Sportliche Betätigung unter Leistungsdruck bietet keine Stressbremse.
  • Tageweise übertrieben langes Schlafen bringt den Biorhythmus durcheinander, was Schlafforscher als Stressfaktor identifizierten.
  • Unfreiwillig Arbeitslose sind gestresst durch die Situation, nichts tun zu dürfen.

Wie entspanne ich mich wirklich?

Dieser Frage sind Experten nachgegangen. Das Erfolg versprechende Ergebnis heißt Meditation.

Durch Meditation wird das Immunsystem aktiviert, Gehirnfunktionen, Stressbelastung und Stimmungslage werden positiv beeinflusst. Bei Patienten mit akuten Beschwerden lag die Erfolgsquote mit dieser Entspannungstechnik bei fast 70 Prozent.

Bewegungslos nichts denken und nichts tun – Sie denken, dass nichts leichter ist als das? Irrtum! Meditation ist eine hohe Kunst und will gelernt sein. Anfangs können die Gedanken nämlich ganz schön ins Kreisen kommen und gar keine Ruhe geben. Geben Sie dann nicht gleich auf. Das ist alles Übungssache.

Meditation – bewusst in sich versinken

Durch Meditation lernen Sie, Ihren Blick nach innen zu richten und sich von äußeren Sinneseindrücken zurückzuziehen. In einem tranceähnlichen Zustand gewinnen Sie Abstand zur Außenwelt und erzielen körperliche und geistige Entspannung.

Übung für zu Hause:

Kleiden Sie sich bequem.

Setzen Sie sich mit geradem Rücken in den Schneidersitz oder Fersensitz. Ein Kissen unter dem Gesäß erleichtert das aufrechte Sitzen. Der Lotussitz eignet sich nur für Meditationsgeübte. Meditieren Sie in der Rückenlage, sofern Sie in der Sitzposition nicht entspannen können.

Schließen Sie die Augen.

Richten Sie nun die Aufmerksamkeit auf Ihr drittes Auge. So nennt man den Punkt, der zwischen den Augen über der Nasenwurzel liegt.

Genießen Sie die Ruhe. Lassen Sie alle Gedanken einfach vorüberziehen.

Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Atmung. Atmen Sie tief und gleichmäßig bis in den Bauch hinein ein. Spüren Sie, wie die Luft mit der Einatmung in Ihren Körper strömt und mit der Ausatmung wieder hinaus strömt.

Sinneseindrücke und andere kleine Ablenkungen nehmen Sie wahr, lassen Sie aber einfach an sich vorüberziehen.

Beenden Sie die Meditation mit einigen tiefen Atemzügen. Bewegen Sie zuerst Hände und Füße. Dann recken und strecken Sie sich. Danach ist Ihr Kopf frei und Ihr Körper entspannt und fit für neue Aktivitäten.

Was kann ich zusätzlich tun?

Sollten Sie das Gefühl haben, dass Meditation für Sie nicht das Richtige ist, suchen Sie sich eine Technik, mit der Sie sich gut fühlen. Das Ziel ist immer das gleiche: Entspannung.

Die Wege dahin sind vielfältig. Kurse für verschiedene Entspannungstechniken werden von psychologischen Instituten, Volkshochschulen, Fitness-Studios und Sportvereinen angeboten.

Fragen Sie nach Autogenem Training, Biofeedback, Progressiver Muskelentspannung, Feldenkrais oder Yoga. Lassen Sie sich bei der Auswahl beraten. Eventuell auftretendes Unbehagen während der Übungen sollten in der Gruppe oder mit dem Gruppenleiter besprochen werden.

Fazit

Wohltuende körperliche Empfindungen wahrzunehmen, ist vielen Menschen unserer Industriekultur verloren gegangen. Entspannungstechniken ermöglichen, diese Blockaden zu lösen. Die Einheit von Körper und Seele kann sich wiederherstellen.

Indem Sie lernen, den Körper wieder positiv – nämlich wohltuend – zu spüren und so richtig zu entspannen, können sich körperliche und seelische Verkrampfungen lösen und durch positives Erleben ersetzt werden.

Mehr zum Thema Meditation

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen