Aktualisiert: 15.09.2021 - 11:31

7 Anzeichen So reagiert Ihr Körper auf täglichen Alkoholkonsum

Da ist das Glas schon wieder leer, die Sicht verschwommen... Alkohol schadet. Und wer täglich trinkt, tut seinem Körper einiges an.

Foto: Getty Images/Brian Jones / 500px

Da ist das Glas schon wieder leer, die Sicht verschwommen... Alkohol schadet. Und wer täglich trinkt, tut seinem Körper einiges an.

Alkohol gehört für viele zum Leben dazu. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass es sich dabei immer noch um eine Droge handelt. Zwar ist sie legal, aber unserem Körper ist das herzlich egal. Der leidet trotzdem – vor allem, wenn wir regelmäßig trinken. Was passiert, wenn wir täglich Alkohol zu uns nehmen?

"Ein Gläschen in Ehren" und so... jeder kennt die Sprüche. Alkohol ist aus unserer Gesellschaft kaum wegzudenken. Absurderweise werden diejenigen komisch beäugt, die Bier, Wein und Schnaps ablehnen. Dabei verändert der Konsum nicht nur unser Verhalten – und das durchaus auch gerne mal zum Negativen –, sondern tut auch unserem Körper ganz und gar nicht gut. Ob nun vereinzelte Saufgelage oder regelmäßiger Konsum schlimmer sind, darüber streiten sich Expert:innen. Gut ist jedenfalls keine der beiden Optionen. Klar ist aber: Wer regelmäßig Alkohol trinkt, schadet seinem Körper – und zwar auf folgende Weise:

Regelmäßig Alkohol: So sehr leidet der Körper

Viele sind ja der Meinung, ein Gläschen Rotwein am Abend kann nicht schaden. Tatsächlich zeigen Studien, dass Bestandteile des Rotweins unserem Herz-Kreislauf-System guttun können. Jedoch hat die Medaille zwei Seiten: Denn wo Tannine und Antioxidantien schützen, tut der Alkohol sein Übriges – und schadet dem restlichen Körper. Eine Regelmäßigkeit im Konsum kann zu allerlei Beschwerden führen, die stärker werden, je mehr getrunken wird. Denn Alkohol ist ein Zellgift und kann sich entsprechend überall auswirken, wo er ankommt. Und das ist nicht wenig. Wir haben da mal aufgelistet – unterteilt in kurzfristige und langfristige Folgen.

1. Sie bekommen Kopfschmerzen, weil der Körper austrocknet

Der Kater am nächsten Morgen dürfte uns allen bekannt sein. Die Vorstufe davon bekommen wir aber schon abends zu spüren: Alkohol wirkt harntreibend. Das bewirkt, dass wir selbst bei hohem Flüssigkeitskonsum sehr viel Flüssigkeit wieder verlieren. Unser Körper reagiert am nächsten Morgen mit Durst – und Brummschädel. Trick: Schon am Abend immer mal zwischendurch ein Glas Wasser kann Wunder wirken!

2. Der Magen-Darm-Trakt spielt verrückt

Diese Veränderung spüren Sie schon sehr kurzfristig. Nicht nur wirkt Alkohol harntreibend, er beeinflusst auch unseren Magen-Darm-Trakt. Denn dort, genauer gesagt vor allem im Dünndarm, wird der Alkohol aufgenommen und von dort in den Blutkreislauf transportiert. Alkohol reizt die Schleimhäute, weshalb es im Verdauungstrakt zu Problemen kommen kann. Das äußert sich kurzfristig in Durchfall und bei starkem Konsum auch in Erbrechen. Langfristig können die Schleimhäute ernsthaften Schaden nehmen. Alkohol begünstigt also die Entstehung von Magenschleimhautentzündungen, die auch chronisch werden können, sowie von Krebs im Verdauungstrakt.

3. Die Leber wächst

"Die Leber wächst mit ihren Aufgaben" kennt man als Spruch – und der stimmt leider. Regelmäßiger Alkoholkonsum fordert unser Entgiftungsorgan, das für 90 Prozent des Alkoholabbaus zuständig ist. Als Folge lagert die Leber immer mehr Fett ein und wird zur Fettleber. Sie wächst. Irgendwann ist dann aber der Punkt erreicht, an dem sie beginnt, sich zu zersetzen. Eine Leberzirrhose setzt ein, und die ist nicht mehr rückgängig zu machen.

Immerhin: Bevor dieser Punkt erreicht ist, lässt sich die Leber bei der Regeneration unterstützen. Das bedeutet aber: Finger weg vom Alkohol!

4. Das Gehirn leidet

Alkohol ist ein Zellgift, das haben wir bereits gelernt. Leider macht es auch vor Nervenzellen nicht Halt. Unsere Nervenbahnen werden geschädigt und leiten nicht mehr so gut. Das führt mit der Zeit zu irreparablen Schäden, die sich in Depressionen äußern können, sowie auch in Demenzerkrankungen, die mitunter von Alkohol und Ernährung getriggert werden können. Das Hirnvolumen kann durch die absterbenden Zellen sogar schrumpfen.

Auch Empfindungs- und Koordinationsstörungen können auftreten. Langanhaltender Alkoholkonsum kann außerdem zu Epilepsie führen. Außerdem steigt die Gefahr für Schlaganfälle.

Eigentlich wird bei gelegentlichem Alkoholkonsum zwar zudem das Belohnungszentrum des Hirns angesprochen. Wir fühlen uns befreit, Glückshormone werden ausgeschüttet. Bei Alkoholabhängigkeit jedoch passiert das Gegenteil: Wenn man dann trinkt, fühlt man sich "normal", doch die Belohnung bleibt aus. Stattdessen steigen Frust und schlechte Laune, wenn der Alkohol fehlt. Das macht es so schwierig, aus der Sucht wieder herauszukommen.

5. Regelmäßiger Alkoholkonsum fördert Krankheiten

Dass die Organe leiden, wissen wir bereits. Das allein kann schon zu Erkrankungen führen. Doch auch unser Immunsystem wird durch regelmäßigen Alkoholkonsum geschwächt. Wir werden anfälliger für Infekte sowie für Entzündungen. Sprich: Ein Virus oder ein uns böse gesonnenes Bakterium können viel mehr Schaden verursachen. Aber auch der Stoffwechsel wird beeinflusst, das Herz leidet und die Psyche ebenso. Auch Krebserkrankungen, die nicht direkt mit dem Magen-Darm-Trakt zusammenhängen, treten eher auf.

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6. Wir können nicht mehr richtig schlafen

Schlafstörungen treten schon beim gelegentlichen Rausch auf. Zwar lässt uns Alkohol schneller einschlafen. Doch die Nacht ist unruhig, wir werden nach kurzer Zeit wieder wach und fallen mitunter gar nicht erst in die so wichtige Tiefschlafphase. Auf Dauer nagt das an unserer Kraft, wir sind erschöpft und unausgeglichen und leiden an anhaltender Müdigkeit. Die rührt übrigens nicht nur vom unterbrochenen Schlaf, sondern auch von möglichen Leberschäden. Denn deren Regeneration kostet den Körper Energie – die uns dann im Alltag fehlt.

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7. Wir altern schneller

Und wieder das Zellgift – Alkohol greift unsere Zellen an und lässt uns daher schneller altern. Das ist aber nicht alles. Trinken wir regelmäßig, verursacht das auch gleichzeitig einen Vitaminmangel. Besonders die B-Vitamine, allen voran B3 (Niacin), sind aber beispielsweise für ein frisches Hautbild nötig.

Wer viel und regelmäßig trinkt, dem sieht man das irgendwann an. Die Haut wird schlaff und fahl. Und irgendwann quillt sie auf, während feinste Äderchen reißen.

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Fazit: Regelmäßiger Alkoholkonsum tut Körper und Geist gar nicht gut

Es ist also keine gute Idee, dem Körper regelmäßig, gar täglich einem für ihn giftigen Stoff auszusetzen. Selbst wenn Alkohol uns lockerer macht und der Konsum gesellschaftlich akzeptiert ist, sollten wir nicht vergessen: Auch Alkohol ist eine Droge. Und die psychischen Aspekte, die eine Abhängigkeit oder selbst kurzfristiger Konsum mit sich bringen, sind hier noch gar nicht genannt.

Aber man sagt doch, dass ein Gläschen Rotwein am Tag das Herz schützt. Was ist denn damit? Nun, die Inhaltsstoffe im Rotwein, die dafür verantwortlich sind, die bekommen Sie auch ohne Alkohol. Lieber also auf eine gesunde Ernährung mit vielen Antioxidantien für den Zellschutz achten, statt zur Flasche zu greifen. Alkohol ist und sollte ein Genussmittel bleiben – auch wenn der Primitivo noch so gut schmeckt.

Drehen wir den Spieß doch mal um: Alkoholverzicht repariert den Körper – schon nach 5 Tagen!

Sie oder jemand aus Ihrem Umkreis zeigt Anzeichen einer Alkoholsucht? Zögern Sie nicht, Hilfe zu suchen. Dass das Überwindung kosten kann, verstehen wir. Niedrigschwellige Hilfe gibt es aber beispielsweise via Telefon oder digital bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ("Kenn dein Limit"). Auch bei Ihren Ärzt:innen können Sie sich vertrauensvoll melden.

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