Aktualisiert: 22.07.2021 - 17:45

Erst Hitze, dann Kälte! Bremsenstich erkennen und behandeln: So verfliegt der Schmerz!

Da fließt immer Blut: Eine Bremse sticht so zu, dass sich eine kleine Blutlache bildet, aus der sie trinken kann. Deshalb tun Bremsenstiche auch so weh.

Foto: Getty Images/Henrik_L

Da fließt immer Blut: Eine Bremse sticht so zu, dass sich eine kleine Blutlache bildet, aus der sie trinken kann. Deshalb tun Bremsenstiche auch so weh.

Getarnt als harmlose Fliege nutzen Bremsen ihren Vorteil – und saugen blitzschnell unser Blut. Was bleibt, ist ein sehr schmerzhafter Stich – und möglicherweise eine Krankheit. Was tun, wenn die unscheinbare Fliegenart zugestochen hat?

Sie gehören zwar zur Gruppe der Fliegen – doch sie können stechen. Wer schon einmal Bekanntschaft mit der sogenannten Blinden Fliege gemacht hat, weiß, wie schmerzhaft das sein kann: Aber warum schmerzen Bremsenstiche so sehr und was hilft sofort?

"Bremsenstich": Diese Fliege sticht nicht, sie sägt

Bremsen sind Blutsauger: Wie Mücken ernähren sie ihre Brut mit dem Blut von Mensch und Tier. Und wie es auch bei Mücken der Fall ist, stechen nur die Weibchen, während sich die Männchen friedlich von Pollen und Nektar ernähren.

Der Unterschied zur Mücke aber liegt in ihrem Stichverhalten: Während Mücken unsere Haut beim Stechen betäuben, damit sie sich ungestört an uns laben können, gehen Bremsen mit voller Wucht los – frei nach dem Motto: schnell und brutal! Denn Bremsen saugen das Blut nicht direkt aus dem Körper, sie veranstalten ein regelrechtes Massaker:

Im Grunde sticht eine Bremse nämlich gar nicht richtig zu, sie beißt – oder vielmehr sägt sie die Haut mit ihren Mundwerkzeugen auf. Dennoch sprechen wir von Bremsenstichen. Aus dieser Wunde tritt dann Blut aus, das das Insekt schnell aufsaugen kann. Wie Mücken injizieren Bremsen uns dabei aber ebenso ein gerinnungshemmendes Sekret, das den Blutfluss in Schwung hält.

Während wir bereits vor Schmerzen aufjaulen, trinkt die Bremse in aller Seelenruhe unser Blut. Denn verjagen lassen sich die Fliegen nur äußerst schwer.

Bremsenstiche bluten oft noch lange nach

Kurz nachdem die Bremse zugeschlagen hat, treten schon die ersten Symptome auf. Die Wunde kann wesentlich länger Probleme bereiten als Mücken- oder Wespenstiche – nämlich bis zu zwei Wochen.

Bisswunden von Bremsen sind meist recht groß, aus den genannten Gründen sehr schmerzhaft, schwellen mitunter stark an und bluten oft noch nach der Attacke weiter. Aufgrund der Körperreaktion auf das Sekret fängt nach dem Schmerz irgendwann auch noch das große Jucken an. Und genau da bringen Bremsenstiche ein weiteres Problem mit: das Aufkratzen.

Vorsicht: nicht kratzen!

Da die Wunde so groß ist, ist die Gefahr, sie aufzukratzen, enorm hoch. Der Juckreiz aber kann stark sein. Nicht zu kratzen bedarf daher sehr großer Selbstbeherrschung. Vermeiden Sie dies aber unter allen Umständen. Denn in die offene, aufgekratzte Wunde können vermehrt Bakterien und andere Verschmutzungen eintreten. Durch die Wundengröße und die dadurch starken Blutungen gelangen diese Erreger umso schneller ins Blut. Mit einem entzündeten Bremsenstich sollten Sie daher immer zum Arzt bzw. zur Ärztin gehen. Entzündete Stiche, bei denen ein Bakterienbefall nachgewiesen werden kann, müssen mit Antibiotika behandelt werden.

So behandeln Sie einen Bremsenstich richtig und vermeiden starke Beschwerden

Das A und O ist die richtige, sofortige Behandlung, damit der Bremsenstich schnell abheilen kann:

  • Erst Hitze! Halten Sie einen mit heißem Wasser getränkten Waschlappen oder einen erhitzten Löffel vorsichtig auf den Stich. Bei Letzterem bitte Vorsicht vor Verbrennungen! Eine gute Wahl sind auch sogenannte Hitzestifte gegen Insektenstiche. Die Hitze zerstört die Eiweiße im Sekret der Bremse, was den Juckreiz deutlich lindern kann.
  • Dann kühlen! Nachdem der erste Schock überstanden und die Hitzebehandlung abgeschlossen, der Stich aber bereits angeschwollen ist, heißt es: Eis drauf! Am besten mit einem mit Stoff umwickelten Eiswürfel oder umwickelten Kühlpad immer wieder über die Stelle fahren. Auch Anti-Stich-Salben oder kühlende Gels, etwa aus Aloe Vera, helfen in dieser Phase. Die Schwellung kann so zurückgehen und auch die Schmerzen nehmen ab.
  • Währenddessen gilt immer: nicht kratzen! Dies wird mit Sicherheit schwer fallen, doch sollten Sie aus den genannten Gründen dringendst nach Ablenkung suchen.

Zusätzlich können Sie es auch immer noch mit den klassischen Hausmitteln gegen Insektenstiche versuchen. Sollten die Stichbeschwerden nach spätestens zwei Wochen nicht abklingen oder neue hinzukommen, insbesondere Fieber und Unwohlsein, Erbrechen und Durchfall, starke Schwellungen oder ein roter Ring rund um den Stich, gehen Sie bitte zu Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Denn Bremsenstiche sind zwar trotz Schmerzen und Juckreiz meist harmlos, die Tiere können aber durchaus Krankheitserreger wie Borrelien oder Milzbrand übertragen.

Was tun bei Insektengiftallergie?

Wie auch auf andere Insektengifte können Allergiker:innen auf Bremsenstiche reagieren. Sollten Sie von Ihrer Allergie wissen und ein Notfallset gegen Insektenallergie bei sich tragen, nutzen Sie es so schnell wie möglich. Wer bisher keine Allergie bei sich erlebt hat, sollte dennoch auf folgende Symptome achten:

  • Starke Schwellungen und Schwellungen, die nicht nur an der Einstichstelle auftreten
  • Atemnot
  • Schock
  • Schüttelfrost und Hitzewallungen

Rufen Sie in diesem Fall bitte sofort ärztliche Hilfe. Sollte kein:e Ärzt:in in der Nähe sein, zögern Sie nicht, den Notruf unter der 112 zu wählen. Es könnte sich ein anaphylaktischer Schock entwickeln. Interessant dazu: Allergien: Was im Körper passiert, was Betroffene tun können!

Bei der Bremse ist es ja recht einfach – so hartnäckig, wie diese Tiere sind. Aber was, wenn der Stich plötzlich da ist, aber man gar nicht weiß, was da zugestochen hat? So erkennen Sie verschiedene Insektenstiche – von der Mücke bis zum Floh.

Was hat denn da zugestochen? Insektenstiche erkennen!
Was hat denn da zugestochen? Insektenstiche erkennen!

Zum Schluss noch ein paar beschwichtigende Worte: Ja, die Bremse nervt und ihr Biss ist ein Graus – aber auch sie möchte einfach nur leben. Wir sollten bei all dem Schmerz, dem Juckreiz und der Wut über diese "Mistviecher" nicht vergessen: Diese Tiere versorgen mit unserem Blut nur ihre Kinder. Das bedeutet nicht, dass Sie nun beim nächsten Waldspaziergang gleich Ihre nackte Schulter hinhalten müssen. Aber vielleicht beruhigt der Gedanke beim nächsten Bremsenstich ja zumindest ein wenig. Wir bewegen uns insbesondere rund um Seen, Wäldern und Wiesen schließlich in ihrem natürlichen Habitat.

Wer sich trotzdem in Bremsengebiete begeben will oder muss, kann sich aber mit einer Sache besonders gut schützen: mit langer Kleidung, am besten relativ fest gewebt. Da kommt die Bremse dann gar nicht erst durch.

Quellen: Initiative Insektengiftallergie, eigene Recherche

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