Aktualisiert: 21.07.2021 - 19:45

Beschwerden nicht leicht zu erkennen Kalziummangel erkennen und ausgleichen: Krampf im Fuß immer ernst nehmen!

Kalzium-Mangel: Symptome & Behandlung

Kalzium-Mangel: Symptome & Behandlung

Kalzium gehört zu den wichtigsten Mineralstoffen im menschlichen Körper. Doch woran erkennt man einen Mangel und wie wird dieser behandelt?

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Ein Mangel am lebenswichtigen Mineralstoff Kalzium kann schwerwiegende gesundheitliche Probleme mitbringen – er macht sich aber oft erst spät bemerkbar. Worauf Sie achten sollten und was dann zu tun ist.

Wir brauchen Kalzium. Das Mineral ist einer der wichtigsten Bestandteile unseres Körpers, bis zu 1,5 Kilogramm können unsere Knochen speichern, ein wesentlich geringerer Teil befindet sich in Blut und Zellen. Dennoch ist Kalzium essenziell für viele Stoffwechselvorgänge – und sogar für unseren Herzschlag! Ein Kalziummangel kann daher schwerwiegende Folgen haben und sogar lebensbedrohlich sein. Wie aber erkennt man frühzeitig, dass zu wenig des Stoffes im Körper vorhanden ist? Und wie lässt sich der Mangel ausgleichen?

Kalziummangel: Das sind die Symptome

In einem gesunden Körper befinden sich Vitamine und Mineralstoffe im Gleichgewicht – denn viele wechselwirken miteinander. Im Falle von Kalzium sind vor allem Vitamin D, bestimmte Hormone sowie der Phosphatspiegel wichtig, damit der Kalziumspiegel im Blut auf einem gesunden Niveau bleibt. Steuern können wir aber auch vieles mit unserer Nahrungsaufnahme, weshalb eine Ernährung mit ausreichend Kalzium wichtig ist.

Wird der Körper nicht gut mit Kalzium versorgt, sinkt also das Blutkalzium ab, kann es zu langfristigen Problemen kommen. Die Hypokalzämie äußert sich aber leider erst spät oder anfangs mit diffusen Symptomen. Darunter fallen:

  • Kribbeln um den Mund, an Händen und Füßen
  • Hautveränderungen (Ekzeme, trockene Haut an manchen Stellen)
  • Haarausfall und brüchige Nägel aufgrund von gestörter Hornbildung
  • Gesteigerte Muskelreflexe (etwa bei ärztlicher Reflexuntersuchung)
  • Kreislaufbeschwerden: langsamerer Herzschlag bis hin zu Herzschwäche, in extremen Fällen sogar Herzstillstand
  • Verdauungsbeschwerden, unter anderem Durchfall
  • Depressionen und Angststörungen
  • Muskelkrämpfe bis hin zur Tetanie (Muskelkrämpfe oder Spasmen an Händen und Füßen)
  • Auf lange Sicht: Osteoporose (Entkalkung der Knochen) – denn mangelt es an Kalzium im Blut, zieht der Körper das gespeicherte Mineral aus den Knochen.

So äußert sich die Tetanie

Die genannte Tetanie, ein Verkrampfen der Extremitäten, ist eines der wichtigsten und typischsten Symptome für einen schweren Kalziummangel. Dabei krampfen die Hände und Füße nicht einfach nur, sondern nehmen typische Stellungen ein – die Hände krampfen sich zur sogenannten Pfötchenstellung zusammen, während die Füße sich zu einem Spitzfuß verkrampfen – die Zehen ziehen sich wie eine Spitze zusammen, im Sitzen zeigen sie zu Boden.

In solchen Fällen sollten Sie sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben, um extreme Folgen wie einen Herzstillstand zu verhindern. Hier erhalten Patient:innen meist eine kalziumhaltige Infusion. Zudem können weitere Untersuchungen den Ursachen des Kalziummangels auf den Grund gehen.

Das sind die häufigsten Ursachen für Kalziummangel

Normalerweise nehmen wir durch unsere Ernährung genügend Kalzium auf. Doch nebst zu einseitiger, kalziumarmer Ernährung können gewisse körperliche Vorerkrankungen einen Mangel am Mineralstoff auslösen. Dazu gehören:

  • Leberzirrhose und andere Lebererkrankungen, die eine Hypalbuminämie, einen Mangel am Blutplasma-Eiweiß Albumin, verursachen
  • Eine gestörte Vitamin-D-Aufnahme (zu wenig Tageslicht, Hautkrankheiten)
  • Eine gestörte Kalzium-Aufnahme durch Ernährungskrankheiten wie Zöliakie
  • Nierenschwäche oder Niereninsuffizienz
  • Schilddrüsenprobleme, insbesondere eine Unterfunktion der Nebenschilddrüsen
  • akute Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)

Zudem können bestimmte Medikamente einen Mangel an Kalzium auslösen, insbesondere Kortison, Antiepileptika sowie einige Diuretika. Sollten Sie entsprechende Medikamente einnehmen, achten Sie bitte immer auf die Packungsbeilage und sprechen Sie eine möglicherweise notwendige Ergänzung von Kalzium unbedingt ärztlich ab.

So gleichen Sie einen Kalziummangel aus

Wie erwähnt, sollte ein dramatischer Kalziummangel, der sich etwa durch die oben beschriebenen Krämpfe äußert, immer sofort im Krankenhaus behandelt werden. Ein leichter Mangel hingegen lässt sich am besten über ein Blutbild erkennen. Anschließend können Sie zusammen mit Ihren behandelnden Ärzten einen Plan erstellen, um den Kalziumspiegel wieder zu erhöhen.

Am besten dazu geeignet ist die entsprechende Ernährung. In diesen Lebensmitteln steckt jede Menge Kalzium! Die empfohlene Tageszufuhr liegt für Erwachsene bei etwa 1.000 mg pro Tag. Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren sollten täglich etwa 1.200 mg zu sich nehmen, während Kinder zwischen 10 und 12 mit 1.100 mg täglich auskommen.

Manchmal, etwa aufgrund bestimmter Vorerkrankungen, die die Nährstoffaufnahme hindern, kann es hilfreich sein, zumindest für eine gewisse Zeit auf Nahrungsergänzungsmittel zurückzugreifen. Hier sollten Sie aber ebenfalls immer ärztlichen Rat einholen. Nicht alle ergänzenden Mittelchen helfen. Bei einer Überdosierung scheidet der Körper überschüssiges Kalzium zwar über den Urin aus. Jedoch kann das insbesondere bei Menschen mit Nierenproblemen dazu führen, dass sich Nierensteine oder Verkalkungen bilden. Zudem kann zu viel Kalzium Verstopfung oder Durchfall auslösen.

Sie leiden bereits unter Osteoporose? Dann kann diese Ernährung helfen.

Vitaminmangel kommt selten allein. Diese Symptome verraten, was Ihnen fehlt.

Quellen: dge.de, utopia.de, netdoktor.de, laborlexikon.de

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