Aktualisiert: 11.07.2021 - 11:03

Mit vollem Magen schwimmen? Typische Gesundheitsmythen: Was stimmt, was nicht?

Gesundheitsmythen im Check: Schlaf nachholen? Klappt nicht!

Gesundheitsmythen im Check: Schlaf nachholen? Klappt nicht!

Was ist dran an manchen Mythen rund um die Gesundheit? Gesundheitsmythen im Check

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Rund um unsere Gesundheit kursieren zahlreiche Mythen. Nicht alle davon stimmen. Viele konnten über die Jahre wissenschaftlich belegt, andere wiederum widerlegt werden. Ein paar fassen wir hier zusammen.

Ein gutgemeinter Rat hier, ein Hausmittel da: Wenn es um unsere Gesundheit geht, weiß es irgendwer immer besser. Leider kursieren da auch einige Fehlinformationen, die sich über die Jahre oder gar Jahrzehnte in unseren Gedanken manifestiert haben. Andere Hausmittelchen oder Ratschläge wiederum haben tatsächlich einen wahren Kern. Was ist dran an den häufigsten Gesundheitsmythen?

Gesundheitsmythen überprüft: Manches stimmt, vieles nicht

Fünf Mythen über unsere Gesundheit, die tatsächlich nicht stimmen, sehen Sie oben im Video. Weitere acht stellen wir Ihnen hier vor. Und davon sind sogar einige wahr!

Gesundheitsmythos 1: "Nasenbluten? Kopf nach hinten!"

Bitte nicht! Dass man bei Nasenbluten den Kopf in den Nacken legen sollte, ist einer dieser Mythen, die sogar gefährlich werden können! Denn dann kann das Blut nicht nach vorne aus der Nase laufen, sondern bahnt sich stattdessen den Weg über den Rachen in den Magen. Das wiederum kann Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Zudem besteht die Gefahr, dass Sie Blut einatmen. Gerade bei Kindern besteht Erstickungsgefahr!

Was stattdessen tun? Kopf nach vorne neigen und die Nasenflügen zusammendrücken. Einige Minuten so verweilen und ruhig durch den Mund ein und ausatmen. Sollte die Blutung nicht aufhören oder sehr heftig sein, bitte ärztliche Hilfe aufsuchen!

Mehr dazu? Nasenbluten stoppen: die 9 besten Tipps! Sollten Sie allerdings häufiger unter Nasenbluten leiden, sollten Sie der Ursache dringend auf den Grund gehen lassen.

2. "Nase hochziehen ist schädlich"

Nein – tatsächlich ist sogar das Gegenteil der Fall! Wer zu kräftig schnäuzt, läuft Gefahr, dass sich die Nebenhöhlen mit Sekret verstopfen oder Schleim gar bis zum Mittelohr dringen kann. Den Schleim stattdessen hochzuziehen, leitet ihn einfach nur nach hinten und in den Rachen, wo er verschluckt und von der Magensäure unschädlich gemacht wird. Klingt natürlich nicht so schön und wird gemeinhin als unhöflich angesehen. Gesünder ist es allemal.

Kleiner Tipp: Gegen Schleim in der Nase – ob durch Erkältung oder auch durch Verschmutzung und andere Umwelteinflüsse – kann eine regelmäßig angewandte Nasendusche helfen!

3. "Wer Spinat isst, wird so stark wie Popeye!"

Stimmt! In Spinat ist der Stoff Ecdysteron enthalten, der die körperliche Leistung steigern soll. Das geht sogar so weit, dass Spinat dadurch als Doping im Profisport diskutiert wird und möglicherweise verboten werden soll. Allerdings kommt es hier sehr auf die Dosis und die Art der Verabreichung an. Wer Ecdysteron in kraftfördernden Mengen übers Essen zu sich nehmen will, muss mit täglichem Konsum von acht bis zehn Kilogramm Spinat rechnen. Da kann selbst Popeye nicht ganz mithalten. Für die Kids am Küchentisch könnte dieser wahre Gesundheitsmythos allerdings ein überzeugendes Argument sein...

Übrigens: Wer sich in Popeye-Gefilde begeben und kiloweise Spinat verzehren will, sollte ihn dann doch kochen. Im rohen Spinat kommt einem nämlich sonst die in Massen ungesunde Oxalsäure in die Quere. Spinat: 6 Gründe warum er gesund ist – und einer warum nicht!

4. "Durchfall? Cola und Salzstangen!"

So gern wir diesen Tipp als Kinder mochten, so veraltet ist er mittlerweile. Statt Cola tut es nämlich auch jede andere Flüssigkeit – besser geeignet sind durchaus kohlensäurefreies Wasser, Kräutertees oder verdünnte Fruchtsäfte, zum Ausgleich des Elektrolythaushaltes auch eine Fleisch- oder Gemüsebrühe. Problematisch an Cola ist neben der Kohlensäure auch das enthaltene Koffein. Denn Koffein wirkt entwässernd – und genau diese Eigenschaft kann man bei Durchfall nun gar nicht gebrauchen.

Salzstangen sind in Maßen dagegen keine ganz falsche Wahl, lassen sie sich doch gut so dosieren, dass sie dem gestressten Magen-Darm-Trakt nicht zu viel auf einmal zumuten. Zudem liefert das Salz wichtige Elektrolyte, die bei Durchfall und Erbrechen aus dem Körper herausgeschwemmt werden, aber wichtig für seine Funktion sind. Noch besser sind aber vorsichtige Essversuche mit nahrhafteren, breiigen Lebensmitteln, etwa zerdrückter Banane, geraspeltem Apfel oder gleich einer Karottensuppe gegen Durchfall. Mehr Tipps bei Magen-Darm-Grippe: Diese 11 Hausmittel wirken tatsächlich!

5. "Honig kann Husten und Halskratzen lindern!"

Stimmt teilweise! Honig kann sich um die Schleimhäute im Rachen legen und damit den Hals beruhigen. Hustenattacken vor allem bei Kindern können damit seltener und weniger heftig ausfallen. Außerdem beinhaltet Honig Vitamine, die wichtig für den Körper sind. So richtig nachgewiesen ist das Ganze bei Erwachsenen allerdings nicht. Dennoch tut Honig im wärmenden Tee oder ein Löffel Honig pur gut. Besondere Gesundheitskraft wird übrigens dem aus Neuseeland stammenden Manuka-Honig zugeschrieben. Das liegt an einem besonderen Stoff, der nur in Blüten in Neuseeland vorkommt. Mehr dazu: So gesund ist Manuka-Honig!

6. "Grüner Nasenschleim? Antibiotikum einnehmen!"

Auch hier sagen wir: bitte nicht! Zwar kann die Farbe des Nasensekrets gewisse Schlüsse über die Art der Erkrankung geben, doch nur von grünlicher Farbe auf einen Bakterienbefall zu schließen, ist schlicht ein Mythos. Grüner Schleim kann nämlich nebst bakteriellen Erkrankungen auch bei viralen Erkrankungen auftreten. Und gegen die hilft bekannterweise kein Antibiotikum.

Viel gefährlicher ist da der zu häufige Einsatz von Antibiotika, der zu Resistenzen führen kann. Das bedeutet, dass Erreger sich an das Mittel gewöhnen und irgendwann nicht mehr darauf reagieren. Gerade bei Erkrankungen wie immer unbedingt ein Rachenabstrich gemacht werden! Lediglich wenn ein Bakterienbefall nachgewiesen werden kann, wirkt das Antibiotikum auch.

7. "Finger knacken verursacht Rheuma"

Stimmt nicht. Wer seine Finger regelmäßig knacken lässt, kann sich zwar tatsächlich Schwellungen an den Gelenken zuziehen und die Kraft in den Händen verringern. Doch die Gelenke selbst nehmen keinen Schaden. Rheuma dagegen hat ganz andere Symptome und Ursachen.

8. "Zu viel Lakritz ist ungesund!"

Das stimmt sogar! Wo Süßholzwurzelextrakt in Maßen gesundheitsfördernde Wirkung haben kann, kann ein Zuviel sogar gefährlich werden! Das liegt am Glycosid Glycyrrhizin. Süßholzwurzel kann entzündungshemmend wirken, reizlindernd sein und sich sowohl bei Magen-Darm-Beschwerden, als auch bei Erkältungskrankheiten durch seine schleimlösenden Eingeschaften positiv auswirken. Doch nimmt man auf lange Zeit sehr viel Glycyrrhizin zu sich, kann es sein, dass sich Natrium im Körper anreichert, Kalium stattdessen vermehrt ausgeschieden wird. Auf Dauer verursacht das Bluthochdruck, Ödeme und Muskelschwäche. Ein Mann aus den USA ist sogar an zu hohem Lakritzkonsum verstorben.

Aber keine Sorge. Eine Handvoll Lakritze von Zeit zu Zeit tut gut. Lediglich vor mehreren Packungen täglich sollten Sie Abstand nehmen...

Noch mehr Gesundheitsmythen gesucht? Die Autorinnen Julia Merlot und Irene Berres haben vor einigen Jahren ein Buch herausgegeben. In "Mythos oder Medizin" informieren sie zum Beispiel, ob Quark tatsächlich gegen Sonnenbrand hilft.

Quellen: stiftung-gesundheitswissen.de, wiwo.de, fit-for-fun.de, eigene Recherche

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