Aktualisiert: 06.07.2021 - 18:22

Schutz zum Aufsprühen Wie wirkt eigentlich Insektenspray?

Repellents werden meist als Spray aufgetragen und sollen Insekten davon abhalten, zuzustechen. Aber welche Mittel gibt es und wie wirken sie?

Foto: Getty Images/LordHenriVoton

Repellents werden meist als Spray aufgetragen und sollen Insekten davon abhalten, zuzustechen. Aber welche Mittel gibt es und wie wirken sie?

Der Sommer ist da und draußen kreucht und fleucht es wieder. Nicht alle Insekten sind uns dabei wohlgesonnen. Manche verteidigen sich nur, andere wollen unser Blut – und können dabei fürchterlich juckende Stiche und Bisse verursachen, aber auch Krankheiten übertragen. Schutz versprechen diverse Mittelchen. Aber wie funktionieren die überhaupt?

Am besten gegen juckende Stiche und von Insekten übertragene Krankheiten hilft, sich gar nicht erst stechen zu lassen. Aber so einfach ist das gar nicht. Sogenannte Repellents, Insektenschutzsprays oder Cremes, sollen dabei helfen, kleine Plagegeister gar nicht erst in die Verlockung zu bringen, sich an unserem Blut zu laben. Mittlerweile gibt es neben Hausmitteln eine ganze Reihe davon zu kaufen – und sie alle wirken recht ähnlich, unterscheiden sich aber in ihrer Zusammensetzung. So wirken Insektensprays.

Insektenstiche & Co.
Insektenstiche & Co.

Wie funktionieren Insektensprays? Wirkung durchleuchtet

Im Grunde machen Repellents vor allem eines: Sie lassen uns blutsaugenden Insekten wie Mücken oder Zecken gegenüber ungenießbar erscheinen. Diese Insekten werden nämlich angelockt durch unseren Körpergeruch bzw. unseren Schweiß oder unsere Atemluft – genauer gesagt dem Kohlendioxid, das wir ausatmen.

Repellents, in Form von Insektensprays oder anderen Mitteln, überdecken diese Gerüche. Da könnte man ja jetzt hergehen und sagen: Ätherische Öle zum Beispiel wirken doch auch so, oder? Richtig – deshalb gelten diverse ätherische Öle aus Laveldel, Teebaumöl und Co auch als Hausmittel gegen Insekten. Sie haben nur – nebst potentiellem Allergierisiko – einen Nachteil: Ihr Duft verfliegt recht rasch.

Die vier Hauptwirkstoffe, die in Insektenmitteln genutzt werden, hingegen sind chemische Verbindungen, die in der Regel länger wirken. Dabei gilt: je höher konzentriert ein Stoff ist, desto länger wirkt er. Das sind die vier meistgenutzten Wirkstoffe:

Bekanntester Wirkstoff: DEET ist stark, aber hat Nachteile

DEET (Diethyltoluamid) ist laut Pharmazeutischer Zeitung der älteste der Wirkstoffe und wird bereits seit vielen Jahren erfolgreich vor allem gegen Stechmücken, Bremsen und Fliegen genutzt, denn er wirkt auch mit am besten. Gegen Zecken wirkt das Mittel auch, jedoch nicht ganz so stark wie gegen fliegende Insekten. Je nach Konzentration und Mittel können Insektensprays mit DEET bis zu acht Stunden wirken. Auch für Kinder gibt es DEET-haltige Mittel in geringeren Konzentrationen.

Allerdings sollten Repellents mit DEET nur auf kleinen Hautflächen und nicht zu häufig genutzt werden. Denn der Stoff kann von der Haut aufgenommen und im Fettgewebe eingespeichert werden. Dringend verzichten sollten Sie während der Nutzung daher auch auf Lotionen oder andere Mittel, die die Aufnahmefähigkeit der Haut erhöhen. Zudem sollten Sie sich nach der Nutzung am besten die Hände waschen und das Mittel von Kunststoffen – also entsprechend auch von Brillen, Sonnenbrillen und mitunter Uhren oder Kleidungsbestandteilen – fernhalten, da es Kunststoffe angreifen kann.

Hautverträglicher und für Tropenurlaube geeignet: Icaridin

Weniger stark von der Haut aufgenommen wird der Stoff Icaridin, der sich in gewissen Konzentrationen auch für Insektenschutz in tropischen Gefilden eignet. Auch hier kann man je nach Konzentration von bis zu acht Stunden Schutz ausgehen, wenn es gegen Mücken wirken soll. Gegen Zecken wirken Icaridin-Mittel konzentrationsabhängig bis zu fünf Stunden und damit auch besser als DEET.

Icaridinhaltige Insektenschutzmittel können je nach Konzentration auch in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern ab zwei Jahren angewendet werden, dabei sollten Sie allerdings immer die Packungsbeilage beachten.

Kürzere Wirkungsdauer, aber nebenwirkungsfrei: EBAAP

Wer nur innerhalb Deutschlands Insekten-Repellents nutzen möchte, kann auch auf EBAAP zurückgreifen. Das Mittel wirkt mit bis zu vier Stunden zwar kürzer als DEET und Icaridin und eignet sich nicht für den Einsatz in den Tropen, wehrt dafür aber nebst Bremsen, Mücken, Fliegen und Zecken auch Wespen und Bienen ab.

Nebenwirkungen wie Hautreaktionen oder Resorption in die Haut sind keine bekannt. Daher kann das sanftere Mittel auch in der Schwangerschaft sowie bei Kindern ab zwei Monaten genutzt werden.

Angelehnt an natürliches ätherisches Öl: PMD

PMD (p-Menthan-3,8-diol) ist ein pflanzenbasierter Stoff, der auch in ätherischem Zitronen-Eukalyptusöl (aus einer in China vorkommenden Eukalyptusart) vorkommt, aber auch synthetisch hergestellt werden kann. Das Mittel ist aufgrund seiner Eigenschaften flüchtiger als die beiden erstgenannten Wirkstoffe und kann auf empfindlicher Haut Reizungen verursachen. In bestimmten Konzentrationen lassen sich entsprechende Mittel aber auch bei Kindern ab einem Jahr einsetzen und Schwangere sowie Mütter in Stillzeit können es nach ärztlicher Rücksprache ebenfalls anwenden, da es wenig in die Haut einzieht.

Vorsicht: Nach dem Benutzen Hände waschen und nicht in die Augen fassen!

Ganz wichtig: Keines der genannten Mittel sollten Sie auf Verletzungen oder entzündeter Haut anwenden! Sie sind lediglich auf gesunde, unversehrte Haut aufzutragen!

Gesündester Schutz: Lange, weite Kleidung

Generell gilt aber für alle Mittel: Sie sollten nur auf der unbedeckten Haut aufgetragen werden, und insbesondere bei den beiden stärkeren sowie dem pflanzenbasierten Stoff auf so wenig Haut wie möglich. Sprich: Der Großteil der Haut sollte mit möglichst fest gewebter, weiter Kleidung bedeckt sein. Denn die ist immer noch der beste Schutz gegen Insekten. Am besten greifen Sie auf Baumwolle zurück, denn die ist auch noch atmungsaktiv, so dass Sie gar nicht erst übermäßig schwitzen. Denn wir wissen ja: Schweiß zieht Tierchen mit Blutdurst magisch an...

Insbesondere wer durch Wald und Wiesen streift und sich vor Zecken schützen will, sollte auf geschlossene Kleidung achten. Pro-Tipp: Lange Hose anziehen und die Hosenbeide in die Socken stecken. Kleidung schützt zudem gleichzeitig vor UV-Strahlung. Wer trotzdem Haut zeigt, sollte den Sonnenschutz vor dem Insektenmittel auftragen. Dazwischen sollten etwa 15 bis 30 Minuten vergehen.

Aber: Insektensprays können auch auf die Kleidung aufgesprüht werden. Dabei aber am besten vorher an unauffälliger Stelle testen, damit Sie sich nicht Ihre Kleidung zerstören.

Wussten Sie, dass Sie Insektenspray auch selbst machen können? Allerdings haben die selbst zusammengemischten Mittelchen eine geringere Wirkungsdauer. Und beachten Sie: Wenn Sie ätherische Öle nutzen, testen Sie bitte zuvor immer vorsichtig auf Allergien. Ätherische Öle können Hautreizungen verursachen und dürfen bei Babys und Kleinkindern nicht genutzt werden – höchstens in sehr geringer Konzentration. Über den für die Kleinsten passenden Insektenschutz informieren Sie sich bitte bei Ärzten bzw. Kinderärzten!

Und was, wenn's doch passiert ist? Gegen Insektenstiche helfen mitunter auch Hausmittel. Sollte ein Stich aber ungewohnt schmerzen, groß anschwellen oder einen roten Ring um die Einstichstelle bilden, sollten Sie die Stelle immer ärztlich untersuchen lassen! Wichtig dabei kann auch sein, zu wissen, welches Insekt da eigentlich gestochen oder gebissen hat.

Mehr zum Thema Hautpflege lesen Sie übrigens auf unserer Themenseite.

Quellen: Deutsches Ärzteblatt (29-30/2013), pharmazeutische-zeitung.de

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe