Aktualisiert: 14.06.2021 - 15:56

Weltblutspendertag Coronavirus und Blutspenden: Viren oder Antikörper übertragbar?

Trotz Corona-Krise: So spenden Sie Blut!

Trotz Corona-Krise: So spenden Sie Blut!

Mit der Gefahr der Infektion gehen weniger Menschen zur Blutspende. Gleichzeitig wird aber mehr Spenderblut benötigt, je voller die Krankenhäuser werden. Das DRK wendet sich daher mit einer Bitte an die Bevölkerung.

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Blutspende rettet Leben – darauf macht auch der heutige Weltblutspendertag aufmerksam, der jedes Jahr am 14. Juni begangen wird. Doch wer spenden will oder sich Gedanken über Spenderblut macht, hat in diesen Zeiten mehr Fragen als sonst: Wie ist das eigentlich mit dem Coronavirus?

Blutspendeaufrufe gibt es immer wieder, und seit Beginn der Coronavirus-Pandemie rufen die Dienste noch häufiger dazu auf – auch aus der Befürchtung heraus, dass die Pandemiesituation viele vom Spenden abhalten könnte. Glücklicherweise gab es in den vergangenen Monaten laut Deutschem Roten Kreuz (DRK) viele junge Erstspender. Die gilt es nun, langfristig zu binden und neue dazuzugewinnen. Doch es gibt viele offene Fragen rund um Blutspenden – auch im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Aufklärung ist daher wichtiger denn je.

Blutspende und Corona: Warum jetzt besonders wichtig?

Gerade in der ersten Zeit der Pandemie gab es Verunsicherung und die Blutspendedienste und Krankenhäuser befürchteten, nicht genügend Spenden zu erhalten – etwa, weil die Lockdowns die Menschen eher zu Hause hielten oder weil Angst vor einer Infektion bestehen könnte.

Doch laut einem Sprecher der DRK-Blutspendedienste habe sich die Verunsicherung nach dem ersten Lockdown vergangenes Jahr gelöst und sei durch eine "Welle der Solidarität" abgelöst worden. Besonders viele junge Erstspender habe es gegeben. Im Sommer sei die Bereitschaft dann zwar wieder zurückgegangen, doch 2021 sei bisher "sehr zufriedenstellend angelaufen".

Der Bedarf an Blutspenden aber habe sich aufgrund der Pandemie nicht groß geändert, denn ein Großteil der Blutpräparate und Transfusionen werde für die Behandlung von Krebspatient:innen und chronisch kranken Menschen genutzt. Zwar habe es weniger schwere Verkehrsunfälle während der Lockdowns gegeben, doch die sowie andere Unfälle seien nicht so sehr ins Gewicht gefallen, und aufgrund der Pandemie verschobene Operationen hole man nach.

Warum wird regelmäßig Blut benötigt?

Blutspende ist immer wichtig, auch unabhängig von einer Pandemie. Denn eine Blutkonserve ist nur begrenzt haltbar und kann laut DRK nur etwa 42 Tage gelagert werden. Blutplättchen wiederum können nur höchstens vier bis fünf Tage eingesetzt werden. Sprich: Jede Woche müssen frische Blutspenden her, um die Patientenversorgung deutschlandweit aufrechtzuerhalten.

Damit diese Versorgung aber lückenlos laufen kann, sind laut DRK täglich mindestens 15.000 Blutspenden nötig.

Wer darf Blut spenden?

Blut spenden kann, wer körperlich gesund ist und bestimmten Kriterien entspricht:

Wer Blut spenden möchte, muss zwischen 18 und 68 Jahren alt sein, über 50 Kilogramm wiegen, darf nicht akut an einem Infekt oder an bestimmten anderen, auch chronischen Erkrankungen leiden, darunter HIV, Syphilis oder Malaria. Aber auch andere Gründe sprechen dagegen, etwa hautverletztende Maßnahmen wie Tattoos oder Piercings in den vergangenen vier Monaten.

Ob Sie derzeit Blut spenden dürfen, können Sie beispielsweise im Blutspende-Check des Blutspendediensts West überprüfen. Als Spender wird man außerdem vor der Spende immer untersucht, auch Fieber wird gemessen.

Spendeberechtigte Frauen dürfen viermal innerhalb von zwölf Monaten zur Blutspende gehen, während Männer bis zu sechsmal spenden dürfen.

Übrigens: Wer homosexuell ist, darf zwar eigentlich Blut spenden, aber mit einer Einschränkung: ein Jahr Enthaltsamkeit. Das stößt noch immer auf große Kritik.

Coronavirus: Kann man sich über Blutspenden mit Covid-19 anstecken?

Nein, nach bisherigen Erkenntnissen kann das Coronavirus Sars-CoV-2 nicht über das Blut übertragen werden. Das betonen das Robert Koch-Institut (RKI), das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Übertragen wird das Coronavirus durch Tröpfchen und Aerosole, in selteneren Fällen auch via Schmierinfektion. Um jegliche Ansteckungsgefahr zu minimieren, gibt es allerdings ausgearbeitete Hygienekonzepte in den Blutspendeeinrichtungen.

Können Geimpfte durch Blutspende Antikörper an Ungeimpfte übertragen?

Anders als das Virus selbst finden sich Antikörper dagegen bei Geimpften oder Genesenen durchaus im Blut. Bei normalen Blutkonserven sei aber laut PEI nicht von einer relevanten Antikörper-Konzentration im Blut auszugehen. Im Blutplasma von Genesenen können aber neutralisierende Antikörper vorhanden sein. Es gibt speziell hergestellte Präparate, sogenanntes Rekonvaleszenten-Plasma, das Antikörper in stark angereicherter Form enthält. Damit liefen und laufen auch Studien zum Schutz gegen schweres Covid-19.

Ein Impfschutz durch das Blut von Geimpften besteht nach bisherigen Erkenntnissen übrigens nicht. Die mRNA aus den mRNA-Impfstoffen lasse sich kaum im Blut nachweisen. Sie wird lediglich in ein paar Zellen der Geimpften abgelesen, um das Spike-Protein des Coronavirus nachzubauen, auf das das Immunsystem dann reagiert. Vervielfältigen kann sich die mRNA nicht, es bleibt bei der gespritzten Dosis. Und diese mRNA wird zudem innerhalb weniger Stunden vom Immunsystem abgebaut.

Wird gespendetes Blut immer untersucht?

Ja, es wird etwa auf HI-Viren, Hepatitis-Viren oder Verunreinigungen untersucht. Auf Sars-CoV-2 wird das gespendete Blut allerdings nicht getestet.

Kann man krank zur Blutspende gehen?

Nein, wer an einem akuten Infekt erkrankt ist, soll mit der Blutspende einige Wochen warten. Das gilt für Spendenwillige mit Symptomen wie Halskratzen, Schüttelfrost, Husten oder Kurzatmigkeit sowie wenn die Körpertemperatur 38 Grad Celsius übersteigt. Auch, wer wissentlich an Covid-19 erkrankt ist, soll bis vier Wochen nach Ausheilung mit der Spende warten.

Kurz nach der Blutspende erkrankt: was tun?

Sollten Sie innerhalb von 14 Tagen nach der Blutspende Symptome wie die oben genannten bei sich entdecken oder positiv auf das Coronavirus getestet worden sein, bittet das DRK um eine unverzügliche Rückmeldung unter der kostenfreien Hotline 0800 11 949 11 oder über ein Nachrichtenformular auf der Website des Dienstes.

Ich hatte Kontakt mit einem Infizierten – darf ich trotzdem Blut spenden?

Sollten Sie kurz nach der Blutspende mit nachweislich Infizierten oder an Covid-19 erkrankten Menschen Kontakt gehabt haben, sollten Sie aus Sicherheitsgründen etwa zwei Wochen bis zur nächsten Spende warten – auch bei negativem Test.

Darf ich nach der Covid-Impfung Blut spenden?

Sie können laut DRK auch nach der Covid-Schutzimpfung Blut spenden gehen. Dabei sollten Sie sich allerdings gesund fühlen und keine Nebenwirkungen haben. Das DRK hält fest: "Bei Wohlbefinden können Sie am Folgetag der Impfung Blut spenden."

Blutspende bereitet mir Unbehagen. Was kann ich tun?

Nicht jeder lässt sich gerne Blut abzapfen – manche möchten es dennoch versuchen und der Allgemeinheit Gutes tun. Dabei gibt es ein paar Tipps: Denken Sie daran: Es wird nicht viel Blut entnommen, und das entnommene wird direkt vom Körper neu gebildet. Frisches Blut tut dem Körper gut. Auch ist die Blutspende bis auf den kleinen Piks am Anfang nicht spürbar.

Wer weiß, dass sie oder er nach der Spende Kreislaufprobleme bekommen könnte, kann darum bitten, sich kurz hinlegen zu dürfen. Und für Menschen, die kein Blut sehen können, gibt es einen sehr einfachen Trick: Sie müssen nicht hinsehen. Darauf können Sie auch das Blutspende-Personal hinweisen, damit diese jegliche Materialien aus Ihrem Sichtfeld heraushalten.

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