Aktualisiert: 31.05.2021 - 21:39

Ohnmachtsanfälle und zuckende Muskeln Kinderkrankheit Fieberkrampf: Was tun im Notfall?

Von der Redaktion

Meist klingt ein Fieberkrampf bei Kindern schnell wieder ab. Bleiben Sie beim Kind und rufen Sie dennoch einen Arzt.

Foto: Getty Images/Dean Mitchell

Meist klingt ein Fieberkrampf bei Kindern schnell wieder ab. Bleiben Sie beim Kind und rufen Sie dennoch einen Arzt.

Bei Kleinkindern kann Fieber krampfhafte Anfälle auslösen – ein Horrormoment für Eltern. Was in diesem Fall zu tun ist und warum das Ganze überhaupt passiert.

Eigentlich hat das Kind, mal wieder erkältet, nur ein bisschen Fieber. Nichts ungewöhnliches im Alter unter fünf Jahren. Doch plötzlich verdreht es die Augen, zuckt am ganzen Körper und verliert möglicherweise sogar kurz das Bewusstsein: ein Fieberkrampf.

Das Gute vorweg: Fieberkrämpfe sind bei Kindern zwischen sechs Monaten und fünf Jahren durchaus keine Seltenheit, in aller Regel sind sie harmlos. Der Krampf hört von selbst wieder auf, das Bewusstsein kommt sofort wieder. Dennoch ist es wichtig zu wissen, was in dieser Schrecksituation getan werden sollte – und vor allem, wann doch ein Notarzt gerufen werden muss.

Fieberkrampf: Bei Kindern nicht ungewöhnlich

Vor allem bei stark ansteigendem Fieber kann es bei kleinen Kindern zu einem Fieberkrampf kommen. Jungs sind etwas häufiger betroffen als Mädchen, meist erleidet ein Kind einen solchen Krampfanfall nur einmal im Leben. Nur selten kommt es zu wiederholten Fieberkrämpfen, etwa wenn eine erbliche Vorbelastung vorliegt oder das Kind häufig unter Fieber leidet.

Steigt Fieber zu schnell an, kann es passieren, dass sich reflexartig die Muskulatur des Kindes verkrampft, es sogar kurz das Bewusstsein verliert. Ein Schreckmoment ist es, wenn das Kind dabei die Augen verdreht oder plötzlich ganz starr guckt. Ebenfalls kann sich die Haut kurzzeitig blau verfärben und die Atmung wird langsamer. Erleben möchte man das als Eltern nicht – doch meist dauert ein solcher Fieberanfall nur wenige Sekunden bis maximal 15 Minuten.

Das Gute daran: Das Kind, danach meist sehr erschöpft und schläfrig, erinnert sich an die Schreckminuten meist nicht mehr.

Was tun bei Fieberkrampf? So handeln Sie im Notfall

Ganz wichtig ist es aber, als Erwachsener nicht die Fassung zu verlieren. Wer weiß, dass es sich bei dem Anfall um einen Fieberkrampf handeln kann, sollte sich ins Gedächtnis rufen, was dann zu tun ist:

  1. Bleiben Sie ruhig und bleiben Sie während der gesamten Krampfzeit beim Kind.
  2. Nehmen Sie das Kind und legen es auf ein Bett oder eine weiche Decke, damit es sich während des Krampfanfalls nicht verletzen kann.
  3. Lockern Sie eventuelle Kleidung weitmöglich.
  4. Versuchen Sie, das Fieber mit kühlenden Maßnahmen wie Wadenwickeln zu senken. Nie aber mit kaltem Wasser abkühlen!
  5. Ganz wichtig: Geben Sie dem Kind auf keinen Fall etwas zu trinken oder zu essen während der Krampfzeit! Es könnte sich verschlucken, erbrechen oder ersticken.
  6. Sollte das Kind sich erbrechen müssen, legen Sie es in die stabile Seitenlage.

Kommt der Fieberkrampf zum ersten Mal vor, ist es laut Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sinnvoll, die 112 zu wählen und einen Notarzt zu rufen. Auch, wenn der Krampfanfall von selbst zu Ende gehen sollte, sollte die Situation immer geklärt werden. Der Arzt kann im Notfall krampflösende und/oder fiebersenkende Mittel geben.

Fieberkrämpfe bekannt? Dieses Mittel kann helfen

Wie gesagt sind wiederkehrende Fieberkrämpfe selten. Sollte ein Kind dennoch wiederholt krampfen, können Sie als Eltern nach ärztlicher Rücksprache Zäpfchen mit dem Wirkstoff Diazepam im Haus haben. Das Mittel wirkt krampfhemmend und löst den Fieberkrampf meist schon nach kurzer Zeit. Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt bzw. den behandelnden Kinderärzten unbedingt über die maximale Höchstdosis.

Bei Kindern, die häufig unter Fieber leiden, ist es ratsam, regelmäßig die Temperatur zu messen, um schnell ansteigendes Fieber zu erkennen. Fiebersenkende Hausmittel wie die genannten Wadenwickel können dann ratsam sein. Geben Sie fiebrigen Kindern außerdem immer genügend Wasser zu trinken, damit der Körper nicht austrocknet. Auch das Wasser kann dabei helfen, das Fieber zu senken.

Fiebersenkende Medikamente statt Hausmittel sind sinnvoll, wenn die Temperatur 38,5 °C übersteigt. Hier sollten Sie aber immer in Rücksprache mit den behandelnden Ärzten handeln. Ganz wichtig: Geben Sie Mittel wie Diazepam niemals vorbeugend! Es handelt sich bei den Zäpfchen um Medikamente für den Akutfall.

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Fieberkrämpfe immer ärztlich abklären lassen!

Meist klingt ein Fieberkrampf ohne Probleme wieder ab, sobald das Fieber sinkt und kommt auch nicht wieder. Meist schläft das Kind danach aufgrund der Erschöpfung und ist nach rund zwei Stunden wieder auf dem Damm. Bleibende Schäden sind sehr, sehr selten, heißt es seitens Experten. Nur wenn wiederholt Fieberkrämpfe auftreten, ist Vorsicht nötig. Generell gilt aber: Sollte Ihr Kind einen Fieberkrampf erlitten haben, ist es immer ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um jegliche schwereren Ursachen auszuschließen.

Bei Fragen rund um Fieberkrämpfe und andere Probleme, die durch Fieber bei Kindern entstehen könnten, wenden Sie sich bitte immer an Ihre Kinderärzte oder Hausärzte! Dieser Artikel dient nur dem allgemeinen Überblick!

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Quellen: Deutsche Gesellschaft für Kinder- undJugendmedizin e.V. (DGKJ): Elterninfo Fieberkrampf, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ) zu Fieberkrämpfen, gesundheitsinformation.de

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