Aktualisiert: 30.05.2021 - 17:51

Vorsicht vor Herzrhythmusstörungen Stromschlag! So verhalten Sie sich jetzt

Bei der Arbeit mit Lampen bitte vorher immer die Sicherung rausnehmen – sonst ist ein Stromschlag schnell passiert!

Foto: Getty Images/Maiwolf Photography

Bei der Arbeit mit Lampen bitte vorher immer die Sicherung rausnehmen – sonst ist ein Stromschlag schnell passiert!

Jährlich werden in Deutschland rund 30 bis 50 Menschen vom Blitz getroffen. Noch häufiger sind Stromschläge aber im Haushalt. Was im Notfall zu tun ist und warum es nicht ungefährlich ist, "einen gewischt" zu bekommen – selbst wenn anfangs alles in Ordnung zu sein scheint.

Reparaturarbeiten am Stromkreislauf, ein kaputter Stecker, kindliches Spiel an der Steckdose – ein Stromschlag ist schnell passiert. Dabei sind die Auswirkungen nicht immer sofort drastisch. Doch schon leichte Bekanntschaften mit elektrischem Strom am Körper können nachhaltig Schaden anrichten. Was ist zu tun bei Stromschlag, wie leistet man erste Hilfe und wie lange sollten Menschen danach beobachtet werden?

Was tun bei Stromschlag? Das gilt im Notfall

Unser Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasser und ist damit sehr leitfähig. Was als Kind mit einer Menschenkette und einem elektrischen Weidezaun noch witzig anmutete, kann zu einer großen Gefahr werden. Insbesondere, wenn viel Strom fließt oder die oder der Geschädigte sofort körperliche Beeinträchtigungen zeigt, ist erste Hilfe gefragt – und zwar so:

  1. Unbedingt zuerst den Strom abstellen, falls noch nicht passiert. Davor die/den Verletzten keinesfalls berühren! Das gilt sowohl für Hochspannungsunfälle als auch für Unfälle mit Niedrigspannung im Haushalt. Im Zweifel die/den Betroffenen mit einem Holzbesen oder ähnlichem von der Stromquelle wegziehen oder Sicherung herausdrehen. Bei Hochspannungsunfällen gilt: Sofort Notarzt rufen und die Bergung Fachleuten überlassen.
  2. Ist der Strom ausgestellt und/oder die Stromquelle entfernt? Bei Bewusstlosigkeit Atmung und Puls checken, die/den Geschädigte/n in stabile Seitenlage bringen, gegebenenfalls reanimieren.
  3. Bei Bewusstsein der/des Getroffenen: beruhigen und mit einer Decke warm halten.
  4. Eventuelle Brandwunden erstversorgen bzw. steril bedecken.
  5. Notarzt anrufen und bis zum Eintreffen der medizinischen Hilfe bei der/dem Verletzten bleiben.
Notruf! So reagiert man richtig
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Ab zum Arzt auch bei augenscheinlicher Unversehrtheit

Doch auch, wenn sich äußerlich erst einmal keine Schäden zeigen und die oder der Betroffene "nur" etwas benommen oder gar nicht verändert wirkt, sollte der Stromunfall immer ärztlich abgeklärt werden. Denn nach einem Stromschlag kann es auch Stunden später noch zu Beeinträchtigungen kommen, etwa zu Herzrhythmusstörungen, gefährlichem Kammerflimmern und Herzstillstand oder zu Muskelkrämpfen und Atemstillstand. Daher muss jeder, der einen Stromunfall hatte, unbedingt während der Folgestunden beobachtet werden. Dabei werden Herz und Kreislauf überwacht, es wird auf Organschäden geprüft und Verletzungen werden behandelt.

Kein Grund zur Sorge: Diese Mini-Stromschläge sind harmlos

Keine Angst haben müssen Sie übrigens, wenn Sie einen dieser typischen winzigen Stromschläge abbekommen haben, die sich vor allem im Winter häufen und die auf elektrostatische Ladung zurückzuführen sind, etwa beim Berühren metallener Türklinken und Aufzugknöpfe, Kunstfaser-Kleidung oder anderer Menschen.

Diese elektrostatische Ladung beim sogenannten "Knisterwetter" ist so gering, dass sie gesundheitlich nicht beeinträchtigt. Ein Arztbesuch ist hier nicht notwendig.

Stromschlag im Haushalt verhindern – vorbeugen ist die beste Medizin

  • Ganz wichtig: Vorsicht im Bad! Je feuchter die Haut, desto leichter hat es der Strom. Insbesondere im Bad sollte daher bei elektrischen Geräten enorme Vorsicht gelten. Steckdosen am besten immer mit Steckdosenklappen abdecken und bitte niemals angeschlossene Geräte wie Fön oder auch Handy oder Laptop mit in die Badewanne nehmen! Erst kürzlich ist wieder eine Frau in der Badewanne an Stromschlag gestorben – weil ihr ans Stromnetz angeschlossenes Handy ins Wasser gefallen ist.
  • Geräte mit angerissenem Kabel oder sonstigem Defekt sollten repariert oder entsorgt werden. Überprüfen Sie elektrische Geräte regelmäßig oder lassen Sie sie von Fachpersonal warten.
  • Sind kleine Kinder im Haus? Dann gilt es, jegliche Kabel unerreichbar zu legen und Steckdosen mit Kindersicherungen zu sichern.
  • Beim Arbeiten an Stromleitungen, etwa beim Anschließen von Lampen, immer vorher die Sicherung herausdrehen!

Quellen: drk.de, msdmanuals.com, netdoktor.de, apotheken-umschau.de, quarks.de

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