Aktualisiert: 20.04.2021 - 17:58

Stäbchen rein und gut? Corona-Schnelltest: Vorsicht vor diesen Fehlern!

Selbsttest vor dem Spiegel ist keine schlechte Idee: Beim Corona-Schnelltest für zu Hause lauern nämlich einige Fehler. Aber auch vor dem Termin in der Teststation können Sie einiges falsch machen.

Foto: Getty Images/EllenMoran

Selbsttest vor dem Spiegel ist keine schlechte Idee: Beim Corona-Schnelltest für zu Hause lauern nämlich einige Fehler. Aber auch vor dem Termin in der Teststation können Sie einiges falsch machen.

Die Schnelltests, die uns auf eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 testen sollen, sind ein großer Schritt in Richtung normaleres Leben. Doch bei der Anwendung drohen ein paar Fehler, die das Ergebnis verfälschen können. Ob beim Test zu Hause oder vor dem Abstrich im Testzentrum – hier gibt's Tipps.

Es gibt sie mittlerweile für den schnellen Abstrich zu Hause oder als Profi-Variante im Testzentrum oder in der Apotheke. Bei beiden Varianten der Corona-Schnelltests lauern Fehler, die das Ergebnis verfälschen und die Getesteten mitunter in falscher Sicherheit wiegen oder mitunbegründeter Angst zurücklassen. Worauf ist zu achten?

Diese Fehler sollten Sie beim Selbsttest zu Hause vermeiden
Diese Fehler sollten Sie beim Selbsttest zu Hause vermeiden

Fehler vor dem Schnelltest im Testzentrum

Die Tests im Testszentrum oder in Apotheken werden von geschultem Personal durchgeführt, die Fehleranfälligkeit beim Test selbst ist daher recht gering. Doch im Vorfeld können Sie einige Fehler machen, die das Ergebnis beeinflussen könnten:

Mindestens 15 Minuten vor dem Abstrich sollten Sie weder etwas essen noch etwas trinken – am besten auch kein Wasser – und auch nicht rauchen. Auch das Zähneputzen sollte im besten Fall noch weiter zurückliegen. Denn mit alldem verändern Sie die Speichelzusammensetzung, verdünnen sie etwa oder fügen Stoffe hinzu. Keine Sorge: Der Test selbst geht blitzschnell, gleich danach dürfen Sie sofort wieder etwas zu sich nehmen.

Fehler beim Schnelltest für zu Hause

Dasselbe gilt bei den Testkits für zu Hause. Gerade da muss man aber noch auf gewisse andere Dinge achten, damit das Ergebnis so zuverlässig wie möglich ist. Zwar liegt den Tests immer eine umfassende Anleitung bei. Doch Unsicherheiten bleiben bestehen. Wir listen auf:

1. Nicht auf die Hygiene achten

Sauberkeit ist das A und O! Vor dem Testen sollten Sie die Ablage für die Testbestandteile gründlich säubern und sich anschließend die Hände mindestens 20 Sekunden lang mit Seife waschen und sie danach mit einem frischen, sauberen Handtuch abtrocknen.

Ein Tipp, den der HNO-Arzt Dr. Bernhard Junge-Hülsing aus Starnberg der Deutschen Presse-Agentur gibt, hilft vor allem bei mehreren Tests, etwa wenn die ganze Familie getestet werden soll: Einfach eine Wäscheklammer an den unteren Teil des Teströhrchens klemmen – verhindert ein Umfallen.

2. Abstrich an der falschen Stelle vornehmen

Bei Nasenabstrich-Tests gilt: Abstrich immer in beiden Nasenlöchern nehmen, damit wirklich genug Nasensekret auf dem Tupfer landet. Bei den Testkits für zu Hause muss der Tupfer dabei etwa zwei bis vier Zentimeter tief in die Nasenlöcher. Genaueres entnehmen Sie aber der Packungsbeilage, denn hier gibt es je nach Hersteller Unterschiede. Tipp: Tupfer flach einschieben, nicht schräg nach oben!

Bei Rachenabstrich-Tests hingegen muss der Tupfer mehrmals an der hinteren Rachenwand entlanggeführt oder mehrmals über die Mandeln gestrichen werden. Vorsicht: Die Zunge sollte der Tupfer nicht berühren. Am besten drücken Sie die Zunge daher mit einem Holz-Mundspatel herunter. Diesen bitte nur einmal und immer nur bei einer Person benutzen!

3. Nicht genug Sekret abnehmen

Hier gilt es, Erfahrungswerte zu sammeln. Wie viel Sekret Sie mit dem Tupfer aufgenommen haben, ist nämlich nicht erkenntlich. Erst wenn Sie den Test durchgeführt haben, kann der Kontrollstrich auf der Testkassette einen Anhaltspunkt geben. Ist der nämlich schwach, war vermutlich zu wenig Sekret auf dem Tupfer. Beim nächsten Mal also lieber etwas gründlicher vorgehen.

Mehr Hinweise gibt's hier: Corona-Schnelltests im Handel – aber wie funktionieren die eigentlich?

4. Striche falsch interpretieren

Anders als vermutet steht der Buchstabe C auf der Testkassette nicht für "Corona", sondern für "Control" – also Kontrolle. Dieser Kontrollstrich muss sichtbar werden, sonst ist der Test ungültig.

  • Ist nur ein Strich bei C zu sehen, ist der Test negativ – Sie sind wahrscheinlich nicht infektiös.
  • Sind zwei Striche zu sehen, einmal bei C und einmal bei T, ist der Test positiv und Sie sind höchstwahrscheinlich ansteckend.
  • Ist nur ein Strich bei T zu sehen, ist der Test ungültig, es sollte ein zweiter durchgeführt werden.

5. Positives Testergebnis ignorieren

Sobald Ihr Schnelltest beide Striche und damit ein positives Ergebnis anzeigt, müssen Sie sich umgehend bei einer Ärztin oder einem Arzt melden oder einen Termin in einem Testzentrum für einen PCR-Test ausmachen, um das Testergebnis zu verifizieren.

Dabei gilt: Bis auf den Gang zum Test bitte alle Kontakte mit anderen Menschen meiden, auf dem Weg zum Test und zurück unbedingt Maske tragen, auf Abstände achten und sich danach in Quarantäne begeben.

6. Negatives Testergebnis als Freibrief sehen

Beachten Sie: Schnelltests haben nur eine begrenzte Sicherheit und bieten immer nur eine Momentaufnahme. Sie sind damit kein Freibrief, nun ganz viele Leute zu treffen und auf Masken und Abstand zu verzichten! Weiterhin gilt: Kontakte einschränken, Maske tragen, Abstand halten, wenn möglich und nötig lüften.

Denn: Sie können bereits infiziert sein, ohne es zu merken, die Viruslast für den Test reicht aber noch nicht aus. Damit können Sie dennoch schon jetzt je nach Verhalten oder kurze Zeit später ansteckend sein. Darauf weist auch der Virologe Christian Drosten hin: Antigen-Schnelltests bieten trügerische Sicherheit!

7. Testkits offen lagern

Sie haben mehrere Testkits gekauft? Dann kommt es auf die sachgemäße Lagerung an. Und die erfolgt am besten vor Sonne geschützt bei Raumtemperatur, also möglichst in einem Schrank. Bitte nicht in die pralle Sonne legen oder im Kühlschrank aufbewahren, das könnte nach bisherigen Erkenntnissen das Testergebnis verfälschen.

Wichtig, wenn noch nicht vorher geschehen: Vor der Anwendung sollte das Testkit auf Raumtemperatur gebracht werden. Kommen Sie also gerade mit dem frisch gekauften Test aus der Kälte oder aus dem von der Sonne aufgeheizten Auto, lieber kurz abwarten, bevor der Test genutzt wird.

Wie Sie das Testkit im Anschluss dann richtig entsorgen, lesen Sie hier. Denn auch dabei ist, insbesondere im Falle eines positiven Testergebnisses, auf ein paar Dinge zu achten. Mehr rund um das Coronavirus gibt's auf unserer Themenseite.

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