Aktualisiert: 17.04.2021 - 19:22

Dermatologe erklärt Methoden und Gefahren Wie sich ein Muttermal sicher entfernen lässt – und wie auf keinen Fall!

Von Gabriele Eisenrieder

Ist ein Muttermal gesund, also keine krankhafte Veränderung, dann lässt es sich über verschiedene Wege entfernen. Drei stellen wir hier vor.

Foto: Getty Images/yacobchuk

Ist ein Muttermal gesund, also keine krankhafte Veränderung, dann lässt es sich über verschiedene Wege entfernen. Drei stellen wir hier vor.

Ebenmäßige Haut wünschen sich die meisten, doch oft stören Leberflecke. Ein Dermatologe erklärt, wie Laser oder Strom ein Muttermal entfernen.

30 bis 40 Muttermale haben Nordeuropäer durchschnittlich an Gesicht und Körper. Je nach Position und Geschmack werden sie als ästhetisch empfunden – man denke nur an Cindy Crawfords legendären Leberfleck über ihren Lippen – oder als störend. Dann gibt es verschiedene Behandlungsmethoden, mit denen Muttermale dauerhaft zum Verschwinden gebracht werden können, allerdings nur vom Hautarzt.

Experten müssen vor einer möglichen Entfernung eines Muttermals erst beurteilen, ob es sich um unbedenkliche, gesunde Hautstellen handelt. Im medizinischen Sinn sind Muttermale per Definition harmlos, als Muttermale (medizinisch "Nävi") werden gutartige Hautveränderungen bezeichnet, bei der sich an einer Stelle übermäßig Pigmentzellen ansammeln, was die dunklere Färbung der Haut verursacht. Auch Feuermale, bei denen sich an einer Haustelle übermäßig Äderchen befinden, zählen zu den Muttermalen, auch sie sind harmlos.

Der Begriff Leberfleck hat eigentlich keine konkrete Definition, jeder dunklere Fleck auf der Haut kann so bezeichnet werden, also z.B. auch Altersflecken. Wie Sie harmlose, aber unerwünschte Leberflecke bzw. Muttermale fachgerecht entfernen lassen können, so dass es keine Narben und Rückstände gibt, zeigt hier unser Dermatologie-Experte Dr. Afschin Fatemi auf. Außerdem erklärt er, warum ein Muttermal selbst zu entfernen – egal mit welchen Mitteln – nie eine gute Idee ist.

Muttermal selbst entfernen durch Hausmittel? Gefährlich, weil…

"Welche Muttermale gefährlich werden können und welche harmlos sind, können nur Hautärzt*innen zuverlässig bestimmen. Deshalb ist es unerlässlich, regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge zu gehen und auf keinen Fall selbst zu versuchen, Muttermale zum Verschwinden zu bringen", warnt Dr. Fatemi. Auch wenn das Internet voll von vermeintlichen Geheimtipps ist, wie Hausmittel Muttermale entfernen können, rät der Experte aus einem ganz bestimmten Grund davon ab: "Mittel wie Essig oder Warzenvereisungsmittel führen maximal dazu, dass sich das Muttermal oberflächlich verändert oder sich eine Narbe bildet. Dann besteht die Gefahr, dass Sie die Warnzeichen einer Hautkrebserkrankung darunter nicht mehr sehen können!"

Muttermal mit Hautkrebs-Potential erkennen und entfernen

Aber was ist der sichere Weg, um Muttermale zu entfernen? "Man muss generell unterscheiden zwischen Muttermalen, die man aus kosmetischen Gründen entfernen DARF, und Muttermalen, die man aus medizinischen Gründen entfernen MUSS", erklärt der Experte. Je nach Risiko-Potential kommen nämlich nur bestimmte Methoden in Frage.

Dr. Fatemi: "Wenn ein Muttermal Hautkrebs-Potential hat, muss es immer chirurgisch entfernt werden, auch unter der Haut." Was wir umgangssprachlich als "gefährliches Muttermal" bezeichnen, ist eigentlich ein möglicher Tumor. Auf dem Boden von Muttermalen können Zellen mutieren und Tumore bilden, also zu Hautkrebs führen. Die Zell-Mutation in der Haut kann sich auch dadurch bemerkbar machen, dass sich das Aussehen und die Eigenschaften des darüber liegenden Muttermals verändern. Deshalb wird es vorsichtshalber herausgeschnitten und im Labor auf mögliche Tumorzellen untersucht.

Hautkrebs erkennen mit der ABCDE-Regel
Hautkrebs erkennen mit der ABCDE-Regel

Wenn Sie Auffälligkeiten nach der ABCDE-Regel an einem Muttermal feststellen, ist der Besuch bei der Hautärztin unabdingbar. Auch unabhängig von Symptomen sollten Sie zur Sicherheit sowieso mindestens alle zwei Jahre zur Hautkrebs-Früherkennung beim Hautarzt oder Hausarzt gehen. Ab dem Alter von 35 ist dieses Angebot eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen, also für Patienten kostenlos.

Viele Krankenkassen bieten aber auch schon jüngeren Versicherten die Möglichkeit zur kostenlosen Hautkrebs-Vorsorge, bei der u.a. Muttermale untersucht werden. Trotzdem nehmen leider nur 30 Prozent der Berechtigten das Angebot wahr, wohl auch aus Angst. Aber: Wenn möglicherweise bedenkliche Hautveränderungen, etwa die aktinische Keratose rechtzeitig entdeckt und entfernt werden, entsteht gar nicht erst gefährlicher Hautkrebs.

Gesundes Muttermal entfernen mit Laser, Vereisung und Strom

"Wer ein gesundes Muttermal loswerden will, weil es optisch stört – z.B. als zu groß oder abstehend empfunden wird – hat mehrere mögliche Verfahren zur Auswahl," so Dr. Fatemi. Folgende Möglichkeiten gibt es in der Regel in der Hautarztpraxis, um ein unbedenkliches Muttermal zu entfernen:

Laser: "Nach einer örtlichen Betäubung wird der Laserstrahl auf das Muttermal gerichtet, das daraufhin komplett verdampft. Es bildet sich eine Kruste, wie nach einer Schürfwunde, die irgendwann von selbst abfällt und auf keinen Fall entfernt werden darf. Die Haut ist dann an der gelaserten Stelle glatt und es sind keine dunklen Pigmente mehr vorhanden. Einzige Ausnahme: Wenn aus dem Muttermal ein Haar wächst, kann es sein, dass auch nach dem Lasern durch das Follikel nach der Zeit wieder ein wenig Pigment an die Hautoberfläche kommt, also ein kleiner dunklerer Punkt entsteht. Mit dem Laser können vorstehende, sowie glatte Muttermale komplett entfernt werden."

Vereisung: "Das Muttermal wird mit flüssigem Stickstoff kurz punktuell eingefroren, wofür in der Regel keine Betäubung nötig ist. Die Kälte zerstört die Zellen und es entsteht eine schützende Kruste, ähnlich wie beim Lasern. Auch die Vereisung kann Muttermale dauerhaft entfernen, wenn sie fachgerecht angewandt wird. Allerdings kann es bei dieser Methode sein, dass nicht alle Pigmente zersetzt werden und sich wieder ein Muttermal bildet."

CellFx: "Dahinter verbirgt sich eine neue Technologie, mit der störendes Gewebe – wie Muttermale oder Warzen – ohne Spuren entfernt werden kann. Dafür wird Strom in extrem kurzen Impulsen durch die Hautzellen geleitet, woraufhin sie zerfallen. Im Gegensatz zu Laser und Vereisung gibt es keine Krustenbildung direkt nach der Behandlung."

Achtung: Nach der Behandlung mit Laser und CellFX dürfen Sie die Hautstellen auf keinen Fall der Sonne aussetzen!

Muttermal entfernen: Kosten und Alternativen

Wer ein Muttermal nur aus kosmetischen Gründen entfernen lassen will, muss die Kosten selbst tragen. Eine eine Laserbehandlung muss also in den allermeisten Fällen selbst bezahlt werden, weil es nur um eine optische Korrektur geht, keine medizinisch notwendige Behandlung. Die Kosten für eine Laserbehandlung variieren je nach Praxis und Behandlungsaufwand, Dr. Fatemi gibt etwa 100 Euro als Richtwert pro Hautstelle an.

Allerdings kann auch jeder selbst dazu beitragen, dass Muttermale gar nicht so auffällig werden. Wie viele wir im Laufe des Lebens entwickeln ist genetisch veranlagt, allerdings gilt das nur für die wirklichen Muttermale. Flecken, die einfach dunkle Verfärbungen durch UV-Strahlen sind, können wir durch die Verwendung von Sonnenschutz verhindern bzw. abmindern. Auch die vorhandenen Muttermale bleiben damit eher hell und nicht zuletzt ist Sonnenschutz die wichtigste Waffe überhaupt im Kampf gegen Hautkrebs.

Wie Hautkrebs früh erkannt und behandelt werden kann und welche Innovationen es mittlerweile auf diesem Gebiet gibt, lesen Sie auf unserer Themenseite.

Unser Experte Dr. Afschin Fatemi ist Facharzt für Dermatologie, Spezialist für ästhetische Hautbehandlungen und Gründer der S-thetic Clinic Gruppe.

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