Aktualisiert: 09.04.2021 - 16:31

Viele haben derzeit Probleme Handekzeme durch häufiges Waschen? So beugen Sie hygienisch vor!

Ein einfacher Trick hilft, gegen Handekzeme durch zu häufiges Händewaschen vorzubeugen: cremen! Aber bitte mit der richtigen Creme.

Foto: Getty Images/dragana991

Ein einfacher Trick hilft, gegen Handekzeme durch zu häufiges Händewaschen vorzubeugen: cremen! Aber bitte mit der richtigen Creme.

Regelmäßiges Händewaschen ist wichtig, auch außerhalb einer Pandemie. Zu häufiger Kontakt mit Seife kann unsere Haut jedoch austrocknen und zu Handekzemen führen – das merken viele derzeit. Was hilft? Dermatologen empfehlen eine ganz bestimmte Routine.

"Bitte regelmäßig Hände waschen" – die Handhygiene gehört zu den AHA+L-Regeln, die im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie gelten, dazu. Generell ist gründliches Händewaschen gut und wichtig auch zum Schutz gegen andere Erkrankungen. Zu häufiges Waschen aber kann den natürlichen Säureschutzmantel der Haut stören und auf der ausgetrockneten Haut zu Wunden führen – sogenannten Handekzemen. Was hilft dagegen?

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Handekzeme kommen derzeit häufiger vor

Derzeit haben viele, die sich öfter als sonst die Hände waschen, Probleme mit solchen Ekzemen. Denn die ausgetrocknete Haut verliert ihre Schutzbarriere. Ist Händewaschen also doch schädlich? Nicht direkt – nur, wenn wir es immer wieder tun und die Hände nicht gegen die doch recht aggressive Seife schützen – sprich, sie nach der Handwäsche pflegen.

Hautärzt:innen melden bereits, dass mehr Handekzeme auftreten, Hinweise gibt es auch laut einer Studie mit 114 Beschäftigten in einem OP und der Intensivstation am Universitätsklinikum München – zugegeben muss sich das medizinische Personal dort wesentlich öfter die Hände waschen als andere Menschen. Auf das höhere Risiko von Handekzemen weist die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) dennoch für alle hin. Sie empfiehlt statt häufigem Händewaschen mit Seife nun eine Alternative.

Seifen können bei zu häufigem Gebrauch die Schutzbarriere der Haut zerstören

"Zu beachten ist, dass die für die Handhygiene verwendeten Mittel nicht nur den erwünschten Effekt einer Ablösung oder Abtötung des Krankheitserregers haben, sondern auch das Hautorgan selbst beein­trächtigen können", so Peter Elsner, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der DDG in einer Stellungnahme, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt.

Seifen können nämlich bei zu häufigem Gebrauch bestimmte Lipidschichten, also Fettschichten zerstören und gleichzeitig Peptide, die eigentlich Wasser speichern, (sog. "Natural Moisturizing Factor") angreifen. Die Haut reagiert darauf irritiert, wird trocken und neigt zu Kontaktekzemen.

Alternative Handhygiene: Hände waschen und desinfizieren abwechseln – und cremen!

Was ist eigentlich ein Ekzem? Das zeigt die oben genannte Studie: Dort zeigten 90 Prozent der Mitarbeitenden seit Beginn der Pandemie Hauttrockenheit, Erytheme (Hautrötungen), Juckreiz, Brennen, schuppende Haut, Fissuren, also kleine Risse sowie Schmerzen.

Die Empfehlung der DDG lautet daher: Wenn die Hände nicht sichtbar verschmutzt sind, lieber zwischendurch mal auf ein alkoholisches Desinfektionsmittel zurückgreifen, das gegen Viren wirkt und gleichzeitig pflegende Stoffe wie das die Hautbarriere schützende Glycerol beinhaltet. Dabei sollten Sie auf die Inhaltsstoffe achten, denn zu viel Desinfektionsmittel kann ebenfalls schädlich sein, insbesondere bei fragwürdigen Inhaltsstoffen.

Das bedeutet nun also nicht, sich ständig die Hände zu desinfizieren – sondern ein gesundes Maß aus Waschen und Desinfektionsmittel zu finden. Gerade für unterwegs eignen sich Desinfektionsmittel besser, etwa nachdem man eine Klinke oder eine Haltestange in öffentlichen Verkehrsmitteln angefasst hat. Denn: Öffentliche Verkehrsmittel können voller Bakterien sein.

Wer die meisten Zeit zu Hause verbringt, muss sich dagegen nicht ständig die Hände waschen – nur sollte es zur Routine werden, wenn man etwa vom Einkaufen zurückkommt. Hygiene am Waschbecken: Richtig Hände waschen – so geht's!

Außerdem sollten die Hände nach dem Waschen und am besten auch nach dem Desinfizieren mit einer Pflegecreme eingecremt werden, insbesondere an Tagen, an denen Sie sich oft die Hände waschen. Achten Sie am besten auf eine Creme mit Panthenol, die dabei hilft, die Haut zu regenerieren. Am besten lassen Sie sich dazu in der Apotheke beraten – schon bevor ernsthafte Handekzeme überhaupt auftreten. Wer weiß, dass die Haut zur Austrocknung neigt, beugt vor.

Was tun, wenn das Handekzem da ist?

Und noch einen Hinweis der DDG gibt es: Wer dennoch Handekzeme bekommt, soll sie am besten gleich bei Dermatologen behandeln lassen. Dann wird in leichten Fällen mit Zinksalbe oder Schieferöl behandelt. Ist das Handekzem stärker, helfen manchmal nur noch Kortison-Salben über einen kurzen Zeitraum. Weitere Tipps gibt's hier: Ekzem – das hilft gegen die Hautentzündung.

Sollten die Ekzeme beruflich bedingt sein, sollten sie zudem laut DDG dem zuständigen Unfallversicherungsträger gemeldet werden.

Weitere hilfreiche Artikel zur Hautpflege sowie zum Coronavirus lesen Sie auf unseren Themenseiten.

Studie:

Guertler, Reinholz et al. (Contact Dermatitis, 2020): "Onset of occupational hand eczema among healthcare workers during the SARS‐CoV‐2 pandemic: Comparing a single surgical site with a COVID‐19 intensive care unit"

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