Aktualisiert: 08.04.2021 - 18:23

Kratzer schnell verheilen lassen Wundheilung beschleunigen: So geht's!

Manche Wunden heilen besser als andere. Mit ein paar Tricks lässt sich die Wundheilung aber sogar beschleunigen – oder zumindest angenehmer gestalten.

Foto: Getty Images/Sally Anscombe

Manche Wunden heilen besser als andere. Mit ein paar Tricks lässt sich die Wundheilung aber sogar beschleunigen – oder zumindest angenehmer gestalten.

Bis eine Wunde abgeheilt ist, kann es mitunter dauern. In anderen Fällen geht's dagegen schnell – und da kann man oft noch nachhelfen. Wie das geht, lesen Sie hier.

Das Töchterlein kommt schon wieder mit aufgeschürftem Knie vom Spielen nach Hause – da rutscht beim Essen zubereiten gleich vor Schreck das Messer ab und der Schnitt im Finger rundet das Elend ab: Solche kleinen Verletzungen passieren häufig, und in der Regel lassen sie sich auch gut verarzten. Doch bis die Wunde verheilt ist, kann's mitunter länger dauern und sogar unangenehm werden. Kann man die Wundheilung beschleunigen? Das kommt ganz auf die Wunde an – und wie man sie versorgt und pflegt!

Mythen über Wundheilung: Schon gewusst?
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Wundheilung beschleunigen: Wichtig ist die richtige Erstversorgung

Klar ist: Eine saubere Wunde verheilt besser als eine verschmutzte. Denn Schmutzpartikel können im schlimmsten Fall Entzündungen hervorrufen, die Wunde eitert und schmerzt noch viel mehr. In Extremfällen kann sogar eine Blutvergiftung dazukommen. Wichtig ist also: Gut reinigen und über den Wundheilungsprozess sauber halten! Zusatzeffekt: So wird Narbenbildung gleich mitverhindert.

Ganz wichtig: Immer, wenn Sie sich um eine Wunde kümmern, vorher Hände gründlich waschen! Denn an unseren Fingern klebt so einiges – von Dreck bis Bakterien und Co, auch wenn vieles davon nicht sichtbar ist. Wer infizierte Wunden also vermeiden will, beginnt immer mit der Handhygiene. Und dann kann's losgehen, die Wundheilung zu beschleunigen.

Schritt 1: Wunde säubern

Am besten säubert man eine Wunde tatsächlich unter fließendem Wasser. Unser Leitungswasser in Deutschland ist sehr gut kontrolliert, eine Keimbelastung in der Regel ausgeschlossen. Wer weiß, dass in der Umgebung gerade vor Listerien gewarnt wird, kann auch destilliertes Wasser nutzen. Leitungswasser reicht aber im Normalfall aus.

Wer Wund-Desinfektionsmittel für die Haut im Haus hat, kann vorsichtig etwas davon auf ein sauberes Wattepad geben und die Wunde ringsherum vorsichtig abtupfen. Vorsicht, das brennt!

Schritt 2: Antiseptische Salben

Bei kleinen Wunden nicht zwingend nötig, aber hilfreich: Antiseptische Salben halten die Wunde keimfrei und fördern gleichzeitig den Heilungsprozess. Mit sauberen Fingern vorsichtig eine dünne Schicht auftragen.

Schritt 3: Verbinden oder nicht?

Ob nun ein Verband oder ein Pflaster auf die Wunde drauf muss, hängt von der Art und Größe der Verletzung ab:

  • Kratzer und Schürfwunden heilen an der Luft am besten ab. Dennoch bitte immer schön sauber halten!
  • Schnittwunden oder Risswunden hingegen heilen an der Luft nicht schneller. Ist die Wunde klein und leicht sauber zu halten, können Sie auf ein Pflaster verzichten. Dennoch schützen Pflaster vor Keimen und damit vor Wundinfektion und können, fest aufgeklebt, auch die Blutung schneller stoppen. Wichtig dabei: bitte regelmäßig wechseln, vor allem, wenn das Pflaster nass geworden ist.
  • Bei größeren Wunden sollten Sie mit Wundauflagen und Kompressen arbeiten und diese mit einer Mullbinde fixieren. Hier sollten Sie selbst aber höchstens die Erstversorgung durchführen und die Wunde so schnell es geht von einer Ärztin oder einem Arzt überprüfen lassen.

Generell gilt aber: Bei tiefen Wunden und solchen, die nicht aufhören wollen zu bluten, immer zum Arzt gehen oder gleich den Notarzt kontaktieren!

Schritt 4: Wunde sauber halten und beobachten

Nachdem die Erstversorgung abgeschlossen ist, gilt es, die Wunde vor Schmutz und Keimen weiter zu schützen. Nässt sie noch, bitte einmal täglich vorsichtig abspülen und mit einem sauberen Tuch, am besten einem Einwegpapiertuch, vorsichtig trocken tupfen. Dann kann eine wundheilfördernde Salbe mit Panthenol nicht schaden. Sie hält die Haut geschmeidig und fördert den Heilungsprozess.

Wer sollte auch bei kleinen Wunden zum Arzt?

Eigentlich sind Kratzer und kleinere Schnitte kein großes Problem. Zum Arzt sollten Sie dennoch immer, wenn die Wunde nicht richtig abheilen will oder gar anfängt, Eiter zu bilden. Rötungen und spürbare Entzündungen sollten Sie immer ärztlich abklären lassen Zum Notfall wird's, wenn sich rund um die Wunde rote Streifen bilden und starkes Unwohlsein hinzukommt. Dann kann es sich um eine Entzündung der Lymphbahnen handeln oder um eine Blutvergiftung – und die ist immer ein Notfall!

Außerdem sollten Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Krampfadern oder Menschen mit bekannten Blutkrankheiten wie der Sichelzellenanämie Wunden immer besser beim Arzt behandeln lassen, da es sein kann, dass sie sonst nicht aufhören zu bluten oder nicht richtig heilen können.

Hausmittel bei kleinen Wunden – was wirkt?

Muss es aber immer gleich der Arzneischrank sein? Wer eine kleinere Wunde desinfizieren will, aber kein Wund-Desinfektionsmittel da hat, kann auch notfalls einen klaren, zuckerfreien Alkohol, etwa Korn oder Wodka, zum Desinfizieren nutzen. Viel milder dagegen ist schwarzer, abgekühlter Tee. Zieht schwarzer Tee lange, bilden sich Gerbstoffe, und die können auch desinfizieren. Pluspunkt: Wirkt gegen Schmerzen und kühlt. Dazu einfach einen Wickel aus schwarzem Tee machen und ihn 15 bis 20 Minuten auf die betroffene Stelle legen.

Auch hilfreich sein kann tatsächlich Honig, insbesondere der nährstoffreiche Manuka-Honig, der antibakteriell, antiviral, antiseptisch, antientzündlich und antimykotisch wirken kann. Dazu nach Reinigen der Wunde etwas Manuka-Honig mit einem sauberen Spatel auf die abheilende Wunde auftragen und anschließend mit einem sauberen Pflaster oder Verband abdecken.

Schnellere Wundheilung, aber bitte keine Wunder erwarten

Die Wundheilung lässt sich mit diesen Tipps zwar nicht immer so beschleunigen, dass die Wunde kurz später schon wieder weg ist. Der Körper braucht eben seine Zeit, um Verletzungen zu heilen. Mit guter Unterstützung, allem voran Hygiene, kann er sich aber voll und ganz darauf konzentrieren – und dann ist der Schmerz auch bald wieder vergessen.

Für die richtige Versorgung von Wunden gibt's ja so allerhand Hausmittel und Ratschläge. Vieles davon stimmt aber gar nicht. Hier lesen Sie mehr über Mythen bei der Wundheilung: Was hilft wirklich gegen Kratzer und Co? Klar ist: Wer seine Wunden richtig versorgt und immer sauber hält, hat tatsächlich später weniger Probleme mit Narbenbildung. Zwar bleiben Narben je nach Größe oder Tiefe der Wunde eher einmal zurück, über deren Ausmaß kann man bei sorgfältiger Wundversorgung aber durchaus mitbestimmen.

Mehr über Hautpflege, etwa Tipps, wie Sie Narben richtig behandeln, finden Sie auf unserer Themenseite.

Quellen: Netdoktor.de, t-online.de, utopia.de, eigene Recherche

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