06.04.2021 - 08:41

Wie läuft's ab, wer darf, welcher Impfstoff? Corona-Impfung beim Hausarzt: Das müssen Sie jetzt wissen

Die Impfungen gegen Covid-19 beginnen in den Hausarztpraxen. Das sollten Sie nun darüber wissen.

Foto: Getty Images/Halfpoint Images

Die Impfungen gegen Covid-19 beginnen in den Hausarztpraxen. Das sollten Sie nun darüber wissen.

Impfen beim Hausarzt ist ja eigentlich nichts Ungewöhnliches. Mit der Impfung gegen Covid-19 jedoch kommen ein paar Herausforderungen auf Arztpraxen zu, einige Fragen stellen sich den Impfwilligen. Wir klären sie.

Bisher liefen die Impfungen gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 über die Impfzentren ab, nachdem Pflegeheime mithilfe von mobilen Impfteams versorgt worden waren. Nun erhält Deutschland ab April aber weit mehr Impfstoff als in den drei Monaten zuvor, es soll zudem breiter geimpft werden. Aus diesem Grund steigen nun auch Hausärzte mit ein. Am 7. April geht's los. Wir klären offene Fragen rund ums Impfen gegen Covid-19 beim Hausarzt.

Beim Hausarzt gegen Covid-19 impfen lassen – geht's jetzt endlich schneller?

"Zu den 430 Impfzentren, die wir bisher haben, kommen 35.000 weitere dazu", so Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Doch trotz offiziellem Startschuss löst sich der Knoten nicht sofort. In der ersten offiziellen Impfwoche in den Hausarztpraxen kommen erst einmal 940.000 Impfdosen an – im Schnitt 26 pro Paxis.

Mit diesem ersten Anlauf können vor allem die Abläufe eingestellt werden, damit schnellstmöglich geimpft werden kann, wenn die Zahl der Impfdosen in den kommenden Wochen ansteigt. Denn im April sollen über 16 Millionen Impfdosen kommen, so die Prognosen des Gesundheitsministeriums. Später sollen übrigens noch Fachärzte, Privatärzte und Betriebsärzte hinzukommen, heißt es seitens KBV.

Welcher Impfstoff landet in den Hausarztpraxen?

Zuerst soll der Impfstoff in den Arztpraxen landen, der am breitesten verfügbar ist. Und das ist Comirnaty von Biontech und Pfizer. Von diesem Impfstoff erhält Deutschland im April mehr als 10 Millionen Dosen.

Ab dem 19. April soll dann Vaxzevria von AstraZeneca hinzukommen, danach der seit kurzem in Deutschland zugelassene Impfstoff von Jensen, einer Tochter von Johnson & Johnson. Das Besondere bei Letzterem: Hier ist nur eine Impfdosis nötig.

Kann man sich den Impfstoff dann aussuchen?

Wählen wird man allerdings vorerst auch in den Arztpraxen nicht können, denn trotz großer Lieferungen bleiben die Impfstoffe knapp im Vergleich zu den Menschen, die geimpft werden wollen.

Mehr dazu: AstraZeneca nur noch ab 60 – das müssen Sie jetzt wissen

Wer darf sich beim Hausarzt impfen lassen?

Die Impfung in den Praxen läuft ein wenig anders ab als in den Impfzentren, die übrigens trotzdem weiterbetrieben werden. Es gibt keine zentrale Einladung. Die Hausarztpraxen können selbst regeln, wie sie Impftermine vergeben – etwa via Online-Buchung oder per Telefon. "Sie kennen ihre Patientinnen und Patienten am besten und werden diese gezielt ansprechen und mit ihnen einen Impftermin vereinbaren oder zu nicht mobilen Menschen nach Hause kommen", erklärt KBV-Vizechef Stephan Hofmeister. So könne gewährleistet werden, dass Risikogruppen auch bei den Ärztinnen und Ärzten zuerst an der Reihe wären. Die Priorisierung gelte nämlich auch in den Praxen, so das Gesundheitsministerium. Dennoch dürften Ärztinnen und Ärzte flexibler entscheiden, wer wann geimpft wird. Das soll die Abläufe auch effizienter gestalten.

In den Impfzentren geht's übrigens so weiter: Je nach Bundesland – so kommen Sie an Ihren Impftermin

So wird der Impftermin dokumentiert

Die Arztpraxen sollen ebenfalls wie auch die Impfzentren täglich Daten über die Zahl der Erst- und Zweitimpfungen je nach Impfstoff melden. Außerdem soll die Zahl der geimpften über 60-Jährigen gemeldet werden. Zur Quartalsabrechnung werden dann weitere Daten wie die Chargennummer gemeldet.

Wer sich in der Arztpraxis impfen lässt, erhält wie bei allen anderen Impfungen einen Aufkleber oder einen Vermerk in seinen Impfpass. Zudem wird die Impfung wie üblich in der Patientenakte festgehalten.

Was passiert eigentlich, wenn man den Impftermin absagen muss oder will – oder gar nicht erst hingeht? Das sehen Sie im Video:

Impftermin absagen – und dann?
Impftermin absagen – und dann?

Was kostet die Impfung beim Hausarzt – und wer bezahlt sie?

Ärztinnen und Ärzte erhalten pro Covid-Impfung und Aufklärung/Beratung 20 Euro Vergütung, die die Praxen über die Kassenärztlichen Vereinigungen abrechnen können. Dabei ist egal, ob die Geimpften gesetzlich oder privat versichert sind. Der Bund übernimmt die Kosten. Vorerst sind bis zu 1,5 Milliarden Euro einkalkuliert: 100 Millionen im April, 650 Millionen im Mai sowie 730 Millionen Euro im Juni. Das geht aus einer Vorlage des Finanzministeriums hervor.

Wie kommt der Impfstoff in die Arztpraxen?

Arztpraxen können immer dienstags bis 12 Uhr mittags Impfdosen für die Folgewoche anfordern. Die Lieferung soll dann am Montagnachmittag erfolgen – in der Woche nach Ostern zwischen Dienstag und Mittwoch Mittag. Immer bis Donnerstag sollen die Praxen zudem Bescheid bekommen, wie viel Impfstofflieferung in der Folgewoche tatsächlich möglich ist. So könnten Impftermine notfalls noch verlegt werden.

Geliefert werden die Impfstoffe bundesweit über 110 Großhandels-Niederlassungen an Apotheken. Die beliefern die 19.000 Apotheken in Deutschland sowieso mehrmals am Tag.

Spannend wird's bei der Lieferung von Comirnaty von Biontech und Pfizer: Der Impfstoff wird bei -75 °C an die Großhändler geliefert. Dort wird er aufgetaut und umverpackt und kann gekühlt bei 2 bis 8 °C an die Apotheken gehen, die wiederum die Weitergabe an die Arztpraxen koordiniert.

Offene Frage: Was ist mit der Impfreihenfolge?

Die Priorisierung soll, wie erwähnt, erst einmal grob weiterverfolgt werden. Unklar ist bislang, ob man nicht Erstimpfungen vorzieht, um möglichst schnell möglichst viele Menschen impfen zu können. Daher plädieren viele Hausärzte jetzt dafür, die Impfreihenfolge zu lockern.

Wir halten Sie auf dem Laufenden darüber, wie es mit den Impfungen gegen das Coronavirus weitergeht.

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