26.03.2021 - 10:17

Ungültige CE-Kennzeichnung Rückruf! Diese KN95-Masken schützen nicht vor Coronaviren

Von der Redaktion

Vorsicht vor diesen KN95-Masken: Aufgrund fehlender Schutzwirkung wird ein Modell gerade zurückgerufen, für eines besteht eine Warnung.

Foto: Getty Images/Chris Rogers; Canva.com [M]

Vorsicht vor diesen KN95-Masken: Aufgrund fehlender Schutzwirkung wird ein Modell gerade zurückgerufen, für eines besteht eine Warnung.

Eigentlich ist die Bezeichnung KN95 das chinesische Pendant zur europäischen Schutz-Kennung FFP2. Sollte man also nicht von gleichem Schutz ausgehen können? Egal welche Kennung, eine Maske muss eigentlich noch geprüft werden. Das läuft nicht immer ganz korrekt ab. Daher gibt es nun erneut einen Rückruf von KN95-Masken aufgrund von unzureichender Filterwirkung.

Zum Schutz vor dem Coronavirus Sars-CoV-2 sind FFP2-Masken die beste Wahl: Sie schützen sowohl andere als auch den Träger selbst, und es lässt sich noch immer relativ angenehm unter ihnen atmen. Mittlerweile gibt es unzählige Anbieter, doch nicht alle Masken bieten gute Qualität. Vor allem bei Masken mit der chinesischen Kennung KN95, die meist günstiger zu haben sind, gibt es große Unterschiede. Nun gibt es einen erneuten Rückruf einer KN95-Maske. Und vor einer weiteren Maske wird gewarnt.

KN95-Maske zurückgerufen: CE-Kennzeichnung ist falsch

Eigentlich müssten FFP2- und KN95-Masken geprüft sein, um in der EU verkauft werden zu dürfen. So soll gewährleistet werden, dass die Filterwirkung groß genug ist, um auch den Träger vor dem Coronavirus zu schützen, solange die Maske korrekt genutzt wird. Sicher gehen können Verbraucher dabei anhand der CE-Kennung, die auf der Maske aufgedruckt sein muss. Was aber, wenn diese Kennung ungültig ist?

Genau aus diesem Grund wird nun eine KN95-Maske eines chinesischen Herstellers zurückgerufen, teilt das Verbraucherschutzportal "Produktwarnung.eu" mit. Um dieses Produkt handelt es sich:

Eigentlich hätte das Produkt gar keine CE-Kennzeichnung erhalten. Das zeigte nun ein Test. Die Masken zeigen einen Durchlass zwischen 26,9 und 79,2 Prozent. Maximal ist eigentlich ein Durchlass von 6 Prozent zulässig.

In den Packungen waren außerdem unterschiedliche Masken vorhanden, mit unterschiedlicher Form sowie verschiedenen Kennzeichnungen.

Das Verbraucherportal kommt daher zu dem Schluss: "Von den Atemschutzmasken geht bei bestimmungsgemäßer Verwendung eine Gefahr für Leben und Gesundheit der Benutzer aus. Aufgrund der mangelhaften Filterleistung besteht die Gefahr, dass sich die Verwender der Masken mit dem Corona-Virus infizieren."

Da die Masken eine übermäßige Menge an Partikeln oder Mikroorganismen durchlassen, erhöhen sie demnach das Infektionsrisiko gegenüber sicheren FFP2- oder KN95-Masken. Man solle sie daher nur mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen verwenden, heißt es seitens "Produktwarnung.eu".

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Warnung vor weiterer KN95-Maske: Schutzwirkung nicht bestätigt

Vor einer weiteren KN95-Maske warnt das Portal derweil, ein Rückruf besteht allerdings nicht. Die Filterkapazität sei aber noch nicht von zuständigen europäischen Konformitätsbewertungsstellen geprüft worden. Somit könne man nicht sicher gehen, dass das Produkt den Anforderungen genügt, die an ein Schutzprodukt gegen Coronaviren gestellt werden. Auf ein Schutzpotential gegen Partikel weist es zwar hin, doch aus Gründen des vorsorglichen Verbraucherschutzes sei ein Verkaufsstopp angeordnet worden, heißt es:

Gute KN95-Masken gibt's auch: So erkennen Sie sichere Masken

Das heißt übrigens nicht, dass alle KN95-Masken ebenso wie ihr amerikanisches Pendant N95 per se nicht empfehlenswert sind. Im Gegenteil, es gab bereits Tests, in denen gute, geprüfte KN95-Masken mit 95 Prozent sogar besser abschneiden als vergleichbare FFP2-Masken mit einer Schutzwirkung von 94 Prozent, berichtet "Focus.de".

Damit eine KN95-Maske aber in Deutschland verkauft werden darf, muss sie einer Sonderzulassung oder einem Schnelltest einer zugelassenen Prüfstelle in Deutschland unterzogen worden sein. Verkauft werden darf sie dann nur mit einer Genehmigung der Marktüberwachungsbehörden. Ein entsprechendes Dokument muss den Masken beiliegen oder zumindest auf Nachfrage erhältlich sein.

Wer sicher gehen will, lässt daher lieber die Finger von Masken, die eine solche Dokumentation nicht ausweisen und/oder keinen Aufdruck zu Hersteller, Modell und Co haben. Auf der Maske muss die Kennung "KN95"/"N95"/"FFP" sowie die CE-Kennzeichnung vorhanden sein.

Woran Sie gefälschte Masken erkennen, lesen Sie hier: Vorsicht: Diese angeblichen FFP2-Masken schützen NICHT!

Achten Sie am besten darauf, Masken nur bei vertrauenswürdigen Quellen, etwa direkt beim Hersteller, im Internet zu kaufen, oder direkt in den Handel zu gehen.

Schon vor ein paar Monaten gab es Rückrufe von KN95-Masken, weil sie kaum Schutz boten. Solche Masken bieten zwar immer noch einen Schutz für andere Menschen in der Nähe, doch der Eigenschutz, den diese partikelfilternden Halbmasken eigentlich gewähren sollten, geht verloren. Mehr zur Maskenpflicht: Medizinische Masken & FFP2: Darum gilt jetzt die Pflicht.

FFP2-Masken sind allerdings recht teuer. Damit ist das eigentlich vorgesehene Wechseln nach einmaligem Gebrauch nicht für alle möglich. Es gibt aber einen Weg, FFP2-Masken aufzubereiten und wiederzuverwenden. Handhabt man sie richtig, sind sie ein wichtiger Bestandteil der Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus.

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