Aktualisiert: 21.03.2021 - 20:17

Bitte nicht zu stark drücken 6 Fehler, die Sie beim Stuhlgang bestimmt schon mal gemacht haben

Da eilt man zum stillen Örtchen und dann will's doch alles nicht so richtig fluppen? Vielleicht machen Sie einen von sechs typischen Fehlern beim Stuhlgang.

Foto: Getty Images/Peter Cade

Da eilt man zum stillen Örtchen und dann will's doch alles nicht so richtig fluppen? Vielleicht machen Sie einen von sechs typischen Fehlern beim Stuhlgang.

Es will einfach nicht so richtig flutschen? Das muss nicht unbedingt Verstopfung sein. Beim Toilettengang können ein paar Fehler auftreten, die wir vermutlich alle machen. Einer der Gründe ist die Beschaffenheit unserer Toiletten. Hier gibt's Hilfe!

Nicht umsonst wird das stille Örtchen immer wieder als "Thron" bezeichnet: Wir sitzen ganz erhaben auf der Schüssel, in der hoffnungsvollen Absicht, ein erfolgreiches Geschäft abzuschließen. Und dann: Nichts! Probleme können beim Toilettengang tatsächlich überraschend viele auftreten, nicht alle behindern die Peristaltik, können uns aber anderweitige gesundheitliche Probleme bereiten. Sogar Infektionen. Wenn Sie die folgenden 6 Fehler beim Stuhlgang vermeiden, sind Sie allerdings gut gewappnet.

Fehler beim Stuhlgang: Tipps für’s stille Örtchen
Fehler beim Stuhlgang: Tipps für’s stille Örtchen

Fehler beim Stuhlgang: Wir machen sie alle

Wir können noch nicht einmal unbedingt etwas dafür, dass sich diese Fehlerchen eingeschlichen haben. Denn wir machen sie unbewusst schon seit Beginn an – manche mehr, manche weniger. Der erste hängt sogar mit der Beschaffenheit unserer Toiletten zusammen. Und der zweite Fehler schließt daran an. Aber lesen Sie selbst...

Fehler 1: Falsche Sitzposition

Tatsächlich ist unser Körper fürs Sitzen nicht gemacht. Das gilt nicht nur für den Bürostuhl, sondern auch fürs stille Örtchen. Sitzen wir ganz "normal" auf der Schüssel, baut das Druck auf. Der Darm ist eingeknickt, kann sich nicht richtig entleeren, vielmehr müssen wir mit internem Druck – dem klassischen "Pressen" oft nachhelfen. Das wiederum ist ein gefundenes "Fressen" für Hämorrhoiden.

Dabei flutscht's ganz einfach, wenn wir die Sitzposition ändern – in die Hocke! Diese Form ist nämlich unsere natürliche Stuhlgangsposition. Die Bodentoiletten, die uns bei so mancher Urlaubsreise schon vor Herausforderungen gestellt haben, sind also gar keine sooo schlechte Idee. Unseren klassischen Thron hingegen gibt's sogar erst seit dem 18. Jahrhundert!

Aber keine Sorge: Niemand muss jetzt zu Hause die Toilette abreißen. Es gibt nämlich ein ganz einfaches Hilfsmittel: einen Hocker! Den stellen Sie sich einfach vor die Toilette und stellen beim Stuhlgang die Füße darauf. So wird beim Sitzen eine Hockposition eingenommen.

Fehler 2: Zu stark drücken

Unsere falsche Sitzposition wiederum hält also unseren Darm in einer für ihn ungewohnten Position. Und das gewöhnt uns daran, oft viel zu lange "Sitzung zu halten" und wenn nichts oder zu wenig passiert, mit Druck nachhelfen zu wollen. Das Problem: Wer zu fest und zu häufig drückt, riskiert Druck auf Gewebe und Gefäße, die Schwellungen führen zu Hämorrhoiden. Auch eine Analfissur ist möglich, ein extrem schmerzhafter Schleimhauteinriss am Aftereingang.

In schweren Fällen kann sogar ein Darmvorfall passieren. Dabei stülpt sich ein Teil des Enddarms aus dem Anus heraus. Zu festes Pressen kann sogar einen Schlaganfall auslösen oder die sogenannte Stuhlgangsohnmacht hervorrufen.

Lieber also den Klogang auf eine ruhige Minute legen und entspannen. Denn Verstopfungen können durch Stress verstärkt werden.

Übrigens ist zu starkes Pressen auch beim Urinieren schädlich: Bei Frauen kann es dabei zu einem Unterdruck kommen, durch den Harn zurückbleibt, in dem sich dann Bakterien ansiedeln und einen Harnwegsinfekt auslösen. Die Gefahr, das Blasenvenen platzen, besteht auch bei Männern, insbesondere wenn sie durch eine vergrößerte Prostata den Drang haben, mehr zu pressen. Wer zu starkes Pressen bei sich feststellt, sollten den Gang zum Urologen nicht scheuen.

Fehler 3: Falsch abwischen

Ein Infektionsproblem gibt's auch beim dritten Fehler beim Stuhlgang: Wer, insbesondere mit weiblicher Anatomie, nämlich von hinten nach vorne abwischt, riskiert, dass Darmbakterien in Regionen kommen, in denen sie nichts zu suchen haben: in die Scheide und die Harnröhre. Scheidenentzündungen, eine gestörte Scheidenflora oder ein Harnwegsinfekt sind die Resultate. Beim Wischen gilt also immer: Von vorne nach hinten!

Fehler 4: Bei Verstopfungen direkt zum Abführmittel greifen

Wenn's einfach nicht vor und zurück geht, sind helfende Mittel aus der Hausapotheke schnell mal griffbereit. Doch die sollten wirklich nur zum Einsatz kommen, wenn's anders einfach nicht mehr geht und wenn Ernährung bei Verstopfung, also ballaststoffreiche und flüssigkeitsreiche Nahrung nicht mehr helfen und auch Hausmittel gegen Verstopfung wie Flohsamenschalen (dabei bitte viel trinken!) versagen. Und auch dann am besten nur in Rücksprache mit der Hausarztpraxis. Denn Abführmittel haben auch Nebenwirkungen und können, wenn sie zu oft angewendet werden, das Problem nur noch verstärken. Und der Gedanke "ohne Abführmittel geht's nicht" sollte nicht provoziert werden.

Übrigens muss der Stuhlgang auch nicht täglich erfolgen. Mehr dazu hier:Wie oft auf's Klo gehen ist eigentlich normal? Wachsam sollten Sie allerdings werden, wenn Sie mehrere Tage hintereinander unter Bleistiftstuhl leiden. Dann könnte etwas im Darm blockieren.

Fehler 5: Das falsche Toilettenpapier

Auch das noch? Ja, auch das falsche Toilettenpapier kann den Erleichterungsvorgang erschweren. Etwa dann, wenn es zu hart und kratzig ist. Das kann zu Mikroverletzungen führen, die sich durch Bakterien entzünden – und das Geschäft wird zur schmerzhaften Angelegenheit. Doch auch zu weiches Papier ist nicht die beste Wahl – diesmal aber zusätzlich aus Umweltgründen. Oft ist es zu dick und zu sehr gebleicht oder besteht nicht aus Recyclingmaterial. Das schadet der Umwelt, da es schlechter abgebaut werden kann und für die Produktion frisches Holz genutzt wird.

Bleichmittel oder gar Duftmittel können außerdem sogar eine Toilettenpapier-Allergie auslösen. Noch schlimmer ist das bei feuchtem Toilettenpapier – darauf sollten Sie ganz verzichten. Alternativ gibt's auch andere Möglichkeiten, etwa eine Po-Dusche, die die "Drecksarbeit" übernehmen kann. Aber auch hier gilt dann: Von vorne nach hinten spülen!

Fehler 6: Den Klodeckel beim Spülen offen lassen

Der letzte Tipp hat wiederum mit Hygiene zu tun. Und mit Aerosolen. Na, klingelt's? Beim Spülen entstehen ganz viele feine Tröpfchen, die sich durch den Wasserdruck und die Bewegung hochwirbeln. Leider ist das nicht nur reines Wasser. Denn an der Toilettenwand haftet, auch wenn sie regelmäßig geputzt wird, eine Menge Keimerei. Und diese Keime heften sich an diese Aerosole an – wir kennen das Prinzip von Coronaviren und Aerosolen – und verteilen sich fein in der Luft. Und da bleiben sie auch erst einmal, denn sie sind so leicht, dass sie schweben – und dabei wunderbar leicht von uns eingeatmet werden. Igitt!

Apropos Coronavirus: Da gab es auch die Vermutung, dass sich über den Stuhl ausgeschiedene Coronaviren beim Spülen in der Badezimmer-Luft verteilen können. Also: Deckel runter – vor allem auf öffentlichen Klos! Corona und Co: Darum sollten Sie den Klodeckel vor dem Spülen schließen!

Und noch ein Tipp hinterher: So werden Sie unangenehme Gerüche in der Toilette los

Gehen Sie einmal in sich hinein: Kommen Ihnen einer oder mehrere dieser Fehler beim Stuhlgang bekannt vor? Vieles lässt sich glücklicherweise schnell ändern. Und dann klappt's meist auch mit der Verdauung!

Wichtig: Sollten Sie dennoch über längere Zeit unter Problemen mit festem Stuhl, Verstopfung oder Schmerzen am After leiden, zögern Sie bitte nicht, sich ärztliche Hilfe einzuholen!

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