Aktualisiert: 27.02.2021 - 21:02

Deutschland sucht mal wieder Impfpass weg – und jetzt?

Wo ist er nur, wo steckt er bloß? Der Impfpass ist eines dieser Dokumente, die eigentlich wichtig sind, aber immer irgendwo in der Wohnung herumfliegen. Besser ist es ihn zu finden. Denn ein verlorener Impfpass lässt sich zwar ersetzen – aber nicht immer vollständig.

Foto: GettyImages/stevecoleimages

Wo ist er nur, wo steckt er bloß? Der Impfpass ist eines dieser Dokumente, die eigentlich wichtig sind, aber immer irgendwo in der Wohnung herumfliegen. Besser ist es ihn zu finden. Denn ein verlorener Impfpass lässt sich zwar ersetzen – aber nicht immer vollständig.

Der Impfpass gehört zu den wichtigen Dokumenten, die am besten an einem sicheren Ort aufbewahrt werden sollten. Dieser sichere Ort befindet sich bei vielen von uns aber zugegebenermaßen... irgendwo in der Wohnung. So sicher, dass selbst der Inhaber ihn nicht mehr wiederfindet. Was tun?

Wer seinen Impfpass verlegt hat, sollte erst einmal vor allem eines tun: alles auf den Kopf stellen. Denn zwar lässt sich das Dokument durchaus rekonstruieren – aber der Prozess ist langwierig und umso schwieriger, je mehr Ärzte man im Leben bereits mit Impfterminen beauftragt hat. Aber der Impfausweis kann auch wirklich einmal verloren gehen, etwa beim Umzug, durch einen Wasserschaden oder Brand. Was tun, wenn der Impfpass weg ist? Da gibt's ein paar Lösungen.

Nachgefragt - Wie funktionieren eigentlich Impfungen?
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Impfpass weg? Wiederbeschaffung klappt oft nur stückweise

Der Impfpass ist "ein Personaldokument, das nicht verloren gehen sollte", zitiert die Deutsche PresseAgentur (dpa) den Allgemeinmediziner Klaus Lorenzen aus Langebrück bei Dresden. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Sächsischen Hausärzteverbandes und weiß als Hausarzt, wie schwierig es ist, alte Impfdaten ausfindig zu machen, ist der Impfpass weg.

Zwar können Ärzte neue Impfpässe ausstellen und auch durchaus mit Zustimmung der Patientin bzw. des Patienten bei vorherigen Hausärzten Patientendaten anfordern. Doch die Impfdaten sind nicht immer dabei. So liege laut Lorenzen die Impfhistorie beim Kinderarzt meist vollständig vor – solange der eben noch nicht im Ruhestand ist.

Ärzte sind generell verpflichtet, Patientendaten mindestens zehn Jahre lang aufzubewahren. Doch die meisten Impfungen haben wir alle als Kinder bekommen – und das ist bei den meisten von uns dann doch noch weit mehr als zehn Jahre her.

Wenn Impfdaten fehlen: Nachimpfungen notwendig

Was tun, wenn der Impfpass partout nicht mehr aufzufinden ist, und es keine oder nur noch unvollständige Daten über die Impfhistorie gibt? Laut Lorenzen käme dann eigentlich noch einmal eine Grundimmunisierung in Frage. Denn wer weiß schon noch, welche Impfungen als Kind vorgenommen wurden?

Das rät übrigens auch die Ständige Impfkommission (Stiko): "Nur dokumentierte Impfungen gelten als durchgeführt." Wer also nicht nochmal all diese Spritzen über sich ergehen lassen will, hütet seinen Impfpass also besser mit Argusaugen.

Für die Covid-Impfung gibt es eine Impfbescheinigung

Zwingend notwendig ist der Impfpass für die anstehende Covid-19-Impfung übrigens nicht. Denn Geimpfte bekommen im Anschluss immer eine Impfbescheinigung in Form eines DIN A4 Blattes mit. Die wiederum sollte aber auch gut aufbewahrt werden. Wer seinen Impfpass dabei hat, bekommt Aufkleberchen und Unterschrift zusätzlich dort. Sie sind skeptisch bei der Impfung? Müssen Sie nicht – und dafür gibt's gute Gründe.

Dennoch hängen wir in Deutschland ein wenig hinterher – und damit meinen wir nicht die Impftermine. Denn noch funktioniert enorm viel im Gesundheitswesen über Papier. 2022 soll sich das ändern, wenn die E-Patientenakte eingeführt wird. Dort können Krankenversicherte dann auch ihre Impfdaten hinterlegen – so jedenfalls die Theorie. Doch in der Praxis, weiß Klaus Lorenzen, wird das wohl noch etwas anders aussehen. Denn jede Arztpraxis müsse für das Verwaltungssystem der E-Patientenakte separat ein zusätzliches Impfmodul anschaffen.

Es gibt übrigens bereits ein paar Krankenkassen, die einen E-Impfpass anbieten.

Schützt uns bald der E-Impfpass vor der verzweifelten Impfpass-Suche?

Vorteile würde der digitale Impfpass jedenfalls eine Menge bieten. Nicht nur kann man ihn nicht mehr verlegen oder verlieren, die Daten wären auch in Notfällen oder bei Verletzungen abrufbar. Das kann etwa wichtig sein nach einem Unfall. Wer weiß schon, wie lange die letzte Tetanus-Schutzimpfung zurückliegt? Zudem würde er auch vor unnötigen Impfungen schützen, etwa der zweiten Grundimmunisierung, falls über die erste kein Beleg mehr vorhanden ist – weil der Impfpass aus Papier weg und nicht mehr auffindbar ist.

Zudem würden Patienten über einen E-Impfpass an anstehende Impfungen erinnert werden können und über die Zeitpunkte und Abstände von Impfungen würde mehr Klarheit bestehen. Damit ließe sich der Impfschutz in vielen Fällen sogar verbessern. Auffrischimpfungen könnten so beispielsweise weniger leicht vergessen werden. Die meisten Impfungen inklusive Grundimmunisierung erhalten wir – oder die meisten von uns – ja als Kind, doch auch für Erwachsene sind manche Impfungen wichtig.

Außerdem könnte der E-Impfpass das Reisen erleichtern – möglicherweise schon schneller als wir lange dachten. Einige Länder verlangen bestimmte Impfungen, damit man einreisen darf. Was früher exotische Krankheiten waren, ist zukünftig möglicherweise auch das Coronavirus. Auch diverse EU-Länder, darunter Griechenland und Österreich, plädieren für einen EU-Impfpass. Der wäre als E-Impfpass leichter einzuführen.

Warum eigentlich Impfen? Schauen Sie mal, wie weit Impfungen uns schon gebracht haben.

Auch wichtig zu wissen: Darum ist man nicht sofort nach einer Impfung immun und diese Fehler sollten Sie rund um den Impftermin nicht machen.

Neues zum Thema Impfung allgemein finden Sie auf unserer Themenseite. Und alles rund um den E-Impfpass gibt's auf www.impfen.de.

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