Aktualisiert: 07.01.2021 - 14:41

Echte Blutsauger Was kann eigentlich… Periodenunterwäsche?

Keine Tampons, keine Binden: einfach in den Slip hineinmenstruieren? Genau das ist möglich mit Periodenunterwäsche! Ob die tatsächlich dicht hält, was die Vorteile und Nachteile sind, welche Kosten frau dabei spart und warum die Umwelt profitiert: Unser Test zeigt es Ihnen!

Foto: Getty Images/JulyProkopiv

Keine Tampons, keine Binden: einfach in den Slip hineinmenstruieren? Genau das ist möglich mit Periodenunterwäsche! Ob die tatsächlich dicht hält, was die Vorteile und Nachteile sind, welche Kosten frau dabei spart und warum die Umwelt profitiert: Unser Test zeigt es Ihnen!

Irgendwann in unserem Leben sind die meisten von uns wohl von Binden auf Tampons umgestiegen. Zu unangenehm das Gefühl, im eigenen Blut zu sitzen – und außerdem viel zu viel Plastik. Wesentlich nachhaltiger sind da Periodenslips. Die funktionieren zwar ähnlich wie Binden, sind aber waschbar und versprechen außerdem ein trockenes Gefühl und bessere Hautverträglichkeit. Können sie diese Versprechen halten?

Wissen Sie, wie viel Geld frau im Jahr für Hygieneartikel für die nervigste Zeit des Monats ausgibt? Was Sie sicherlich wissen: wie unwohl wir uns manchmal trotz Tampon oder Binde fühlen, welche Irritationen beides hervorrufen kann. Klar, mittlerweile gibt’s auch diese tolle Erfindung namens Menstruationstasse. Doch nicht jede menstruierende Frau kann sie auch problemlos nutzen – und das hygienische Auswaschen stellt uns vor Herausforderungen.

Aber es gibt ja auch noch Periodenslips! Saugfähige Höschen, die auch noch ein angenehmes Tragegefühl versprechen. Aber… kann so etwas wirklich funktionieren? Das haben wir uns bei BILD der FRAU gefragt und einen großen Periodenunterwäsche-Test gestartet. Jede der Marken hat individuelle Vorteile, für die eine oder andere bestimmt auch Nachteile. Wir hoffen, wir können hier einen kleinen Überblick geben. Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Marken – wir haben uns für die auf dem deutschen Markt präsentesten entschieden. Getestet haben wir verschiedenste Slips von den Marken Femtis, Taynie, Ooia, Kora Mikino und Modibodi. Aber lesen Sie selbst...

Die 4 besten Alternativen zu Tampons und Binden
Die 4 besten Alternativen zu Tampons und Binden

Periodenunterwäsche im Test: Darauf haben wir geachtet

Zugegeben – die Vorstellung, in die Unterwäsche hineinzumenstruieren jagte den meisten von uns – nämlich denen, die schon lange auf Binden verzichten – einen kalten Schauer über den Rücken. "Hält das wirklich dicht?" oder "sitze ich dann nicht im eigenen Blut?" waren die prompt auftauchenden Fragen. Doch die Hersteller versprechen viel.

Also etwas mehr mit dem Thema auseinandergesetzt und gelesen: Das Ganze funktioniert über mehrere Schichten im Innern des Höschens, die das Blut aufnehmen und so ohne Weiteres auch nicht mehr hergeben – bis man es auswäscht. Und das soll je nach Größe und Ausführung mit einer ganzen Menge Blut klappen. Aber die Mens ist ja nicht immer nur flüssig. Was ist mit, nunja, Gewebeklümpchen? Wie wohl fühlt man sich am Ende wirklich?

Und diese Schichten – woraus bestehen die? Interessant für die halbe Redaktion war beispielsweise: Viele Hersteller geben an, dass ihre Produkte vegan sind. Bedeutet im Umkehrschluss, dass andere das nicht sind? Exakt. Denn teilweise wird mit Wolle gearbeitet. Hinzu kommt: Bei Binden etwa äußert sich immer wieder – neben Unmengen an Müll – die Kritik, dass das genutzte Plastik die Haut reizt oder dort und in Tampons Stoffe enthalten sind, die so nah an oder gar in einer Körper-Eintrittspforte eigentlich nichts verloren haben – unter anderem Stichwort toxisches Schocksyndrom. Ist Menstruationsunterwäsche da sicherer?

Dann die Frage: Ist das überhaupt hygienisch? Wie wasche ich die Dinger? Und siehe da, auch da gibt es recht genaue Vorgaben. Vorweg: Das Trocknen dauert ein wenig länger. Doch gehen wir einmal der Reihe nach vor.

Wie funktioniert so ein blutsaugendes Höschen?

Der Trick an der Periodenunterwäsche sind die verschiedenen Schichten: Auf den ersten Blick sehen Periodenslips aus wie normale Slips – nur eben etwas dicker. Zugegeben, teilweise so großflächig gepolstert, dass man schon den Eindruck einer Windel erhalten kann. Doch der Unterschied: Die Höschen sind aus Stoff. Und es gibt durchaus Modelle, denen man ihren Job gar nicht ansieht.

Je nach Ausführung ist der Oberstoff aus Baumwolle oder auch aus einer Nylon/Elasthan-Mischung. Im Schritt selbst besteht der Oberstoff, mit dem die Haut in Kontakt kommt, aus Baumwolle, teilweise mit kleinem Elasthan-Anteil. Hersteller Ooia nutzt hier weiche und antibakterielle Merinowolle. Das soll übermäßiges Schwitzen verhindern und dabei helfen, die Blutung gut aufzunehmen.

Der Clou sind die weiteren, innenliegenden Schichten. Hier arbeitet jeder Hersteller mit einer eigenen Technologie. Diese saugfähigen Schichten bestehen bei Ooia etwa aus "spezialisierten Fasern", ebenfalls mit bakterienhemmendem Wirkstoff. Taynie und Femtis arbeiten mit einer saugstarken Membran aus Baumwolle und Elasthan, auf die eine feuchtigkeitsundurchlässige Schicht aus Thermoplastischem Polyurethan (Taynie) bzw. eine Polyesterschicht mit Polyurethanbeschichtung (Femtis) folgt.

Alle gemein haben sie aber, dass es mindestens eine solche atmungsaktive, aber feuchtigkeitsundurchlässige Schicht gibt, die ein Auslaufen verhindert und alles schön im Inneren des Höschens hält. Durch die darüberliegenden saugfähigen Schichten bleibt auch niemand im eigenen Blut sitzen – jedenfalls in der Theorie.

Ein Hoch auf Hygiene: So gut ist der Bakterienschutz

  • Als antibakteriellen Wirkstoff setzen Ooia und Kora Mikino Silberchlorid ein. Denn manche Periodenunterwäsche darf aufgrund der verschiedenen Stoffe nur bei 30 bis 40 °C gewaschen werden – und es könnte die Gefahr bestehen, dass dabei nicht alle Bakterien aus dem Höschen ausgewaschen werden. Silberchlorid ist ein Biozid. Solche Stoffe können die Gesundheit und die Umwelt gefährden. Silberchlorid wird allerdings schon lange in der Medizin eingesetzt, kann laut Bundesumweltministerium aber Allergien hervorrufen, die hauteigene Bakterienflora beeinflussen und im schlimmsten Falle sogar eine Resistenzentwicklung von Krankheitserregern hervorrufen. Wer empfindlich ist und zu Allergien neigt, sollte hier vorsichtig sein. Auf das stark kritisierte Zinkpyrithion verzichten alle Hersteller.
  • Andere Marken setzen auf natürlich antibakteriell wirkende Stoffe: Modibodi etwa auf Merinowolle oder Bambus. Taynie und Femtis als vegane Marken nutzen lediglich Öko-Baumwolle. Es gibt aber Kritik, dass dieser natürliche Schutz gegen Bakterien nicht ausreicht. Es ist daher umso wichtiger, dass diese Höschen vor dem eigentlichen Maschinenwaschgang sofort nach Benutzung gründlichst ausgewaschen werden und nach der Wäsche gut trocknen können. Da Taynies Periodenunterwäsche lediglich aus zertifizierter Bio-Baumwolle besteht – als einziger Hersteller sind sie übrigens schadstoffgeprüft nach Standard 100 by Oeko-Tex® –, können diese Slips je nach Ausführung auch bei 60 °C gewaschen werden (Pflegehinweise beachten!).

Ein Hinweis dazu: Dr. Monika Schulze, Fachärztin für Hygiene und Umweltmedizin am Universitätsklinikum Augsburg gegenüber der Augsburger Allgemeinen sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfehlen eine Waschtemperatur von 60 °C zur Abtötung von Keimen. Sie raten dazu, auf Biozide zu verzichten, denn ein Kontakt zur Schleimhaut könne nicht ausgeschlossen werden. Zudem können Biozide wie gesagt negative Auswirkungen auf die Umwelt, genauer auf Wasserorganismen haben. Wer hier sichergehen will, greift am besten auf Höschen zurück, die keine Biozide benutzen und laut Herstellerangaben bei 60 °C gewaschen werden können.

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Für die Veganer unter uns: Diese Marken sind vegan

  • Merinowolle ist zwar antibakteriell, aber leider nicht vegan, denn sie stammt vom Merino-Schaf. Ooia und bestimmte Slips von Modibodi fallen für Veganer daher leider raus. Modibodi besitzt aber eine vegane Produktlinie mit Bambus.
  • Kora Mikino (von Peta zertifziert), Taynie und Femtis hingegen setzen voll und ganz auf vegan und verwenden keinerlei tierische Materialien.

Die Tragedauer: Zwischendurch mal wechseln je nach Periodenstärke

Bis zu 12 Stunden am Stück geben die meisten Hersteller als Tragedauer an. Dabei dürfen je nach Ausführung überraschend viele Milliliter Blut ins Höschen fließen. Das kommt immer ganz auf die Ausführung an. So gibt es Modelle, etwa von Taynie, die die Saugstärke von bis zu sechs Tampons haben sollen. Denen sieht man ihr Fassungsvermögen aber auch an. Für ganz leichte Tage gibt es aber auch schmalere Modelle, sogar Strings.

In unserem Test zeigt sich: Auf die Frage nach dem Wieviel fällt die Antwort ganz individuell aus. “Ich habe so ein bis zwei Tage, an denen es geradezu aus mir herausläuft”, erklärt eine unserer Testerinnen. “Da ist dann sogar der stärkste Periodenslip an seine Grenzen gekommen – nach etwa drei Stunden musste ich wechseln.” Und auch die Tragedauer setzt der Sache Grenzen. “An schwächeren Tagen sind acht Stunden aber durchaus möglich. Nach noch längerer Zeit fühle ich mich ein wenig unhygienisch, aber das ist denke ich Empfindungssache. Schließlich bin ich Tampons gewöhnt.”

So ähnlich ging es auch anderen Testerinnen. Es kann also je nach Periodenstärke auch mal sein, dass man zwischendurch wechseln muss. Unterwegs ist das natürlich eher unpraktisch. Es lohnt sich daher, etwa einen oder gleich mehrere Ersatzslips einzupacken – in dichten Tütchen, in denen man dann die genutzte Unterwäsche aufbewahren kann.

Ein Problem gibt es da aber: Eigentlich sollte man sie ja nach dem Tragen direkt auswaschen. Auf öffentlichen Toiletten ist das aber gar nicht so einfach. Wer einmal so eine Hose im Waschbecken ausgespült hat, weiß Bescheid – und fühlt sich dabei wahrscheinlich wie der Protagonist in einem Horrorfilm. Zudem müsste man das nasse Höschen dann transportieren. Auch nicht die beste Idee in Sachen Bakterienvermeidung. An besonders starken Tagen sind Ausgänge nur mit Periodenschlüppi daher möglicherweise vorher zu überdenken. Aber auch hier gibt es findige Ideen. So bietet Taynie etwa sogenannte Wetbags an, in denen sich die ausgewaschenen Höschen sauber und trocken transportieren lassen. Zuhause geht's dann erstmal auf die Leine zum Vortrocknen oder eben gleich in die Waschmaschine.

Und sonst so beim Rausgehen – sieht und spürt man da was? Das Tragegefühl:

Ein paar Modelle von Kora Mikino und Ooia sowie Taynie knistern ein wenig, das lässt aber mit der Zeit nach – und bei allen, insbesondere den Exemplaren für starke Tage, hat man anfangs ein wenig das Gefühl, eine Windel zu tragen, doch wir waren uns alle einig: Man gewöhnt sich recht schnell dran. "Ich hatte zuvor Angst, dass die Höschen zu stark 'gepolstert' sein könnten, und dass sich das unter der Hose abzeichnet. Zudem war meine Sorge, dass sie doch nicht so dicht sind, wie sie versprechen zu sein. Meine Befürchtungen wurden in den ersten zwei Punkten widerlegt. Alle drei Höschen sind genau an den richtigen Stellen 'gepolstert', sodass sie das Blut auffangen, aber nicht unnötig unter enger Kleidung auftragen”, findet eine Testerin. Auch durchgelaufen sei nichts.

Andere Testerinnen hatten da eher Probleme: "Durch den tiefen Schnitt und die dicken Nähte hat sich jeder der drei Slips (Taynie und Femtis) bei mir eingeschnitten. Der Tragekomfort war dadurch etwas eingeschränkt und der Sitz war nicht ideal", gab eine Testerin zu bedenken, fügt aber an, dass die Slips entgegen der Erwartungen etwas zu klein waren. "Man hat schon gesehen, dass die Höschen ein wenig einschneiden. Das sieht nicht so toll aus", führte eine Testerin an. Eine andere hat durch die doch sehr enge Naht an der Taynie-Hose kleine Pickelchen an der Reibestelle bekommen. Damit nichts ausläuft, sind die Höschen nämlich am Bein recht eng geschnitten. Das ist gut für den Schutz, passt aber eben nicht zu jeder Körperform und kann durchaus unangenehm werden.

Ein Tipp: Die Hersteller geben auf ihren Seiten Größenübersichten an, an denen man sich ganz gut orientieren kann. Dennoch läuft man bei bestellter Ware, gerade bei Slips, die schwerlich vorher testgetragen werden können, immer Gefahr, dass die Größe nicht stimmt.

Vorteilhaft ist in jedem Fall, dass fast alle Höschen, auch die, die hauptsächlich aus Synthetikstoff bestehen, den Schritt aus Baumwolle als Oberstoff gefertigt haben. Das hält diese empfindliche Stelle schön trocken und sorgt dafür, dass genügend Luft rankommt. Ein großer Nachteil von tropfsicheren Binden ist damit ausgemerzt. Lediglich Kora Mikino setzt hier auf MicroModal auf Buchenholzbasis, das sich aber ebenfalls schön trocken anfühlt.

...und was ist jetzt mit der Sicherheit?

Die Oberfläche soll sich auch kurz nach einem "Schwall" wieder trocken und weich anfühlen. Das Blut wird eingeschlossen und kann auch nicht so einfach wieder austreten. Da gibt’s einen ganz einfachen Test: beim Toilettengang einfach mal ein bisschen Toilettenpapier auf die Schrittfläche drücken. Tatsächlich: Je nachdem, wie lange der letzte Blutfluss her ist, zeigen sich höchstens wenige Spuren auf dem Papier.

Allerdings konnte da der Praxistest an besonders starken Tagen nicht immer so überzeugen: Gerade wenn es ein wenig, ja, ‘klumpiger’ zugeht, hat man durchaus einmal das Gefühl, im eigenen Blut zu sitzen. Ist ja auch so. "Ausgelaufen ist nichts. Angenehm hat es sich trotzdem nicht angefühlt, dass einfach alles frei fließen konnte", beschreibt eine Testerin ihre Erfahrungen. Zu Hause geht das – da kann man ja schnell mal wechseln. Unterwegs? Naja. Das hatten wir ja oben schon erwähnt

"Was die Sicherheit angeht, fühle ich mich derzeit noch nicht so frei", verrät eine Testperson. "Ich würde mich, auch wenn bisher noch nichts durchgelaufen ist, nicht trauen, sie außerhalb meiner vier Wände zu tragen. Aber das ist vielleicht auch etwas Persönliches, vielleicht dauert die Umstellung, nachdem man über 15 Jahre andere Hygieneprodukte verwendet hat, noch etwas." Und eine Testerin ergänzt: "Das Problem ist zunächst das Vertrauen. Man muss sich dran gewöhnen, vor allem, wenn man sonst Tampons genutzt hat. Aber irgendwie wirkt's auch befreiend – da kann die Periode einfach mal laufen. Ich find's gut am Anfang und am Ende, wenn die Periode nicht so stark ist."

Immerhin: Durchgegangen ist auch an den starken Tagen bei keiner unserer Testerinnen etwas! Im Grunde stünde dem Tragen in der Öffentlichkeit damit nichts gegen. Doch man muss sich selbst ja wohl fühlen. Und da gibt es noch einen anderen Kritikpunkt...

Thema Geruch: Merkt man wirklich nix?

Für unangenehmen Geruch sind auch bei der Menstruation Bakterien verantwortlich, die im Kunststoff einer Binde und dem dort schnell herrschenden feuchten Milieu ein Leichtes haben. Die Höschen hingegen sollten atmungsaktiv sein – und zudem mit antibakteriellen Stoffen arbeiten.

Kora Mikino arbeiten wie oben erwähnt mit einer "Öko-Silber-Technologie", ähnlich arbeitet Ooia mit Silberchlorid. Die antibakteriellen Schichten sollen Geruchsbildung vorbeugen und außerdem dafür sorgen, dass die Höschen auch bei Schonwaschgang wieder richtig sauber werden.

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Ein wenig Geruchsbildung ist uns aber dennoch aufgefallen – und zwar bei allen Marken. Insbesondere beim Toilettengang war das auffällig. Eine Periode riecht eben doch. Wir können aber alle nicht sagen, ob das nur unser eigenes Empfinden ist, weil wir da in dieser Zeit vielleicht besonders empfindlich sind. Simple Nachfragen bei Haushaltsmitgliedern haben jedenfalls ergeben: Eine Geruchsbelästigung scheint es immerhin nicht zu geben. Hoffentlich war das nicht nur Höflichkeit. Ein leicht unangenehmes Gefühl bleibt – welches aber auch mit der leider noch immer großen Scham vor der Menstruation zusammenhängt.

Die Hygiene: Blutspuren beseitigen

Einig sind sich so ziemlich alle Hersteller bei der Pflege der Wäsche. Klar sollte eh sein: vor dem ersten Gebrauch bitte einmal durchwaschen! Vom Hygienestandpunkt abgesehen, aktiviert das nämlich die blutsaugenden Schichten erst einmal, heißt es.

Nach dem Gebrauch – also je nach Saugfähigkeit und Stärke der Periode gut und gerne nach einem Arbeitstag, sobald man wieder zu Hause ist – wird das Höschen dann einmal kräftig mit kaltem Wasser ausgewaschen. Sobald das Wasser klar ist, ab in die Wäsche, oder – sofern der Waschtag erst später ansteht – ruhig irgendwo zum Trocknen aufhängen. Und dann geht’s ab in die Waschmaschine. Fast alle Hersteller sind sich hier einig: 40 °C geben sie als optimale Waschtemperatur an, Taynie-Wäsche kann in manchen Fällen auch bei 60 °C (oder bei 40 °C und mit Hygienespüler) gewaschen werden. Modibodi hätte gerne, dass das Wäschestück in einem Wäschesäckchen landet – generell keine schlechte Idee –, Kora Mikino empfiehlt Schonwaschgang. Ansonsten zeigen sich die Exemplare durchweg ziemlich pflegeleicht. Auf Weichspüler sollte aber verzichtet werden. Gewaschen werden darf mit übriger Wäsche, denn: Der Großteil an Blut ist ja bereits herausgewaschen und Wasser, Schleudergang und sicher auch Waschmittel tun ihr Übriges. Tipp: Beachten Sie die Pflegehinweise auf dem Slip.

Nur die Aufbewahrung bis zur Wäsche ist ein bisschen schwierig: Auswaschen gut und schön, doch wo sollen die triefend nassen und ja noch nicht ganz sauberen Höschen bis zum Waschtag lagern? Der Wäschekorb kam für eine unserer Testerinnen nicht in Frage. Eine andere Testerin wirft die gebrauchten und ausgewaschenen Höschen schon einmal in die Maschine.

Das sagt die Farbe der Periode über die Gesundheit aus

Was spart man denn nun?

Kommen wir doch am Ende nochmal zurück zur Geldfrage und lösen: Über 20.000 Euro geben wir im Schnitt für unsere Periode in unserem Leben aus. Zugegeben, da rechneten die Studienmacher auch noch Schmerzmittel, Schokolade als Seelentröster und Co mit ein. Pro Periode haben sie aber mit knapp 15 Euro für Hygieneartikel (Tampons, Slipeinlagen etc.) gerechnet. Macht im Jahr etwa 180 Euro. Ein Periodenhöschen kostet im Schnitt um die 30 Euro, pro Periode sind durchschnittlich fünf Höschen nötig, macht 150 Euro als einmalige Anschaffung. Denn bei guter Pflege hält Periodenunterwäsche durchaus so einige Jahre – so lange wie normale Unterwäsche, da sind sich alle Hersteller einig. Da geht die Kosten-Nutzen-Rechnung durchaus auf. Und die Umwelt-Rechnung sowieso. Mit Periodenhöschen werden Tonnen an Plastik eingespart.

Noch sind wir uns alle etwas zu unsicher, um gänzlich auf Periodenslips umzusteigen. Doch wenn die Höschen schon allein dafür sorgen, dass wir zu Hause auf Wegwerfprodukte verzichten können, ist da schon sehr viel getan.

Übrigens: Kora Mikino bietet an, ausgediente Periodenunterwäsche ihrer Marke zurückzunehmen und "ordnungsgemäß zu recyclen".

Und das Fazit? Wir würden's wieder tun – zumindest manchmal

Unser Fazit: Das Konzept Periodenunterwäsche ist eine ziemlich coole Idee, die für uns – da sind wir uns einig – auf jeden Fall an den meisten Tagen im Privatbereich funktioniert. Ein wenig Unsicherheit bleibt noch, insbesondere an sehr starken Tagen. Aber solange man genügend privaten Raum zum Wechseln hat, ist eigentlich alles gut. In Sachen Dichte sind wir alle von jeder Marke überzeugt. Lediglich das Gefühl, an stärkeren Tagen doch irgendwie im eigenen Blut zu sitzen, bleibt ein wenig. Der noch aus der Bindenzeit bekannte "Schwall" ist schließlich auch bei Periodenunterwäsche bemerkbar. Aber das ist in der Tat reine Gewöhnungssache. Ebenso das mit dem Geruch. Denken wir dran: Das Näschen kann in dieser hormonellen Achterbahnzeit auch mal etwas empfindlicher sein. Wichtig dafür ist ausreichende Hygiene beim Waschen und Trocknen der Höschen.

Auch für Veganer ist gesorgt. Insbesondere Menschen mit empfindlicher Haut oder Bedenken bezüglich antibakterieller Silbertechnologie sollten sich aber genauer umsehen und eher zu den Marken ohne diese Stoffe greifen. Gründlich gewaschen und getrocknet werden muss so ein Schlüppi ja wie gesagt so oder so.

15.000 Tampons oder ebensoviele Binden – das ist die Zahl, die eine menstruierende Person im ganzen Leben benutzt. Wenn während der Regelblutung auch nur an ein paar Tagen auf Wegwerf-Hygieneartikel verzichtet werden kann, ist das ein großer Schritt in Richtung Umweltschutz. Die Anschaffung ist auf einen Schlag natürlich erst einmal teuer – auf lange Sicht gesehen spart frau aber eine ganze Menge.

Und ganz ehrlich? Der Rest ist auch einfach nur Gewöhnungssache. Wir für unseren Teil stecken noch zu sehr im Gedanken "Menstruation = Tabuthema" drin und beschließen: Wir gewöhnen uns jetzt langsam an die Slips oder andere waschbare Alternativen wie Stoffbinden oder eben die Menstruationstasse. Der Langzeittest der Periodenslips zeigt aber so langsam: Es ist wirklich an der Zeit, offener mit dem Thema umzugehen und den Körper auch in diesen Tagen des Monats zu akzeptieren. Bisher klappt das im kleinen Bereich schon gut – der nächste Schritt geht dann nach draußen!

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