13.11.2020 - 11:47

Virenausbreitung einschätzen Corona-Ansteckungsrisiko selbst ausrechnen: So geht's!

Was, wenn doch mal jemand im Büro krank ist? Mithilfe eines Online-Rechners lässt sich das Ansteckungsrisiko je nach Raumbeschaffenheit und Situation besser einschätzen.

Foto: iStock.com/Drazen Zigic

Was, wenn doch mal jemand im Büro krank ist? Mithilfe eines Online-Rechners lässt sich das Ansteckungsrisiko je nach Raumbeschaffenheit und Situation besser einschätzen.

Trotz des Lockdowns gehen viele Menschen in Deutschland noch einem gewissen Alltag nach: Arbeit und Schule finden statt. Was, wenn Chorproben wieder laufen und Fitnessstudios wieder öffnen? Sie können die Virusausbreitung und damit das Infektionsrisiko in Räumen berechnen – mit einem Online-Rechner.

Wie gut sind Schüler in einer Klasse geschützt? Was, wenn der Kollege im Großraumbüro vielleicht doch krank ist? Und was passiert, wenn ich jemanden zu mir nach Hause einlade? Das Mainzer Max-Planck-Institut (MPI) für Chemie kann das jetzt berechnen – und Sie auch: Dazu haben die Forscher jetzt einen Online-Rechner zur Berechnung des Corona-Infektionsrisikos zur Verfügung gestellt.

Online-Rechner erkennt Infektionsrisiko in Räumen

Das Coronavirus verbreitet sich ja hauptsächlich über Tröpfcheninfektion, aber auch über Aerosole, die über längere Zeit in der Raumluft schweben können. Wird viel gesprochen, gar gerufen oder gesungen, und gleichzeitig nicht genügend gelüftet bzw. ist der Raum zusätzlich besonders klein, steigt die Virenkonzentration in der Raumluft, und das Infektionsrisiko steigt.

Mit dem Rechner des Mainzer MPI aber können Sie auf der Website eintragen, wie groß der Raum ist, wie und wie gut er belüftet wird – also ob die Fenster oft genug geöffnet werden oder ob sogar ein Lüftungssystem vorhanden ist –, wie viele Personen anwesend sind und wie lange sich alle im Raum aufhalten.

Wer bereits weiß, wusste oder ahnte, dass eine Person infiziert ist oder war – wenn man etwa das Risiko für einen zurückliegenden Tag berechnet, nachdem man von einer Infektion eines Mitmenschen erfahren hat, lässt sich auch noch eintragen, wie laut die Person gesprochen oder welche Art von Maske sie getragen hat.

Diese Werte nutzt das Tool dann, um das Ansteckungsrisiko zu berechnen. Dabei lassen sich Beispiele zum Übernehmen nutzen (Klassenraum, Büro, Feier, Chorprobe), die Werte lassen sich aber auch ganz individuell einstellen.

Rechner zeigt, welche Sicherheitsmaßnahmen effektiv sind

"Wir möchten einen Beitrag leisten, damit zum Beispiel eine Schule oder ein Geschäft selbst ausrechnen kann, wie hoch das Infektionsrisiko in den Räumen ist und wie effektiv welche Sicherheitsmaßnahme ist," erklärt Mitentwickler Jos Lelieveld, der die Studie verfasst hat, in der der Algorithmus erklärt wird. Als Grundlage für diesen Algorithmus haben die Forschenden Messdaten über die Virenlast von Aerosolen herangezogen.

"Unsere Berechnungen zeigen, dass man das Infektionsrisiko durch regelmäßiges Stoßlüften etwa um die Hälfte, durch zusätzliches Maskentragen sogar um einen Faktor fünf bis zehn senken kann."

Um einzuschätzen, wie sich das Coronavirus mit und ohne Maßnahmen verbreitet – in einem Klassenraum, zu Hause und in einer Bar –, hat sich eine spanische Zeitung mehrere Szenarien angesehen. Gegen Aerosole mit Coronavirus hilft das Lüften am besten – wenn auf bestimmte Regeln geachtet wird. Mehr Infos zum Coronavirus finden Sie auf unserer Themenseite.

Hier finden Sie den "Covid 10 Aerosol Transmission Risk Calculator" – auch in deutscher Sprache.

Studie: Lelieveld et al. (International Journal of Environmental Research and Public Health, 2020): "Model Calculations of Aerosol Transmission and Infection Risk of COVID-19 in Indoor Environments"

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