Aktualisiert: 14.11.2020 - 20:48

Aufstehhilfe vs. Darmprobleme Seniorentoiletten: Schädlich statt hilfreich?

Eine hohe Toilette ist gar nicht mal so gut für den Darm. Besser: Niedrigeres Klo und Haltegriffe an den Seiten.

Foto: iStock.com/cmannphoto

Eine hohe Toilette ist gar nicht mal so gut für den Darm. Besser: Niedrigeres Klo und Haltegriffe an den Seiten.

Eigentlich sollen sie eine Hilfe sein, um nach dem Geschäft wieder besser auf die Beine zu kommen. Doch Seniorentoiletten haben einen entscheidenden und vor allem ungesunden Nachteil!

Sie sollen dem Komfort älterer Menschen dienen, die Probleme haben, nach dem Sitzen wieder besser hoch zu kommen. Daher sind erhöhte Toiletten heute in vielen Seniorenhaushalten zu finden. Doch unter dem höheren Komfort leidet die Gesundheit. Denn Seniorentoiletten erschweren den Stuhlgang.

Ernährung bei Verstopfung
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Seniorentoiletten behindern die Darmentleerung

Das Problem ist nämlich unser Körper: Die Sitzposition ist eigentlich eine unnatürliche Haltung. Der Darm entleert sich tatsächlich viel besser im Hocken. Bodentoiletten, wie es sie früher öfter gab und wie sie teilweise noch in Frankreich zu finden sind, sind sicher weniger komfortabel und auch etwas unpraktisch in Sachen Kleidung. Doch für die Darmentleerung sind sie perfekt, da so ein bestimmter Knick im Enddarm verschwindet.

Für Senioren ist es aber nicht immer möglich, sich mal eben hinzuhocken. Auch eine ganz normale Toilette kann schon zum Hindernis werden. Daher wurden die Seniorentoiletten mit einer Sitzhöhe von 43 bis 48 Zentimetern entwickelt.

Besser: Haltegriffe anbringen

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt Senioren stattdessen, die normale Toilette zu behalten oder gar ein niedrigeres zu nutzen und stattdessen besser Haltegriffe an den Seiten anzubringen. Die helfen dabei, sich sicher hinzusetzen und wieder hochzukommen – ohne Gefahr zu laufen, nach vorne überzukippen. Und haben einen weiteren, entscheidenden Vorteil: Sie bieten eine Sicherheit, falls es beim Toilettengang zu Schwindel kommt.

Was, wenn die Toilette schon hoch gebaut ist?

Hohe Toiletten sind in vielen Haushalten bereits vorhanden. Der Umbau kann kostspielig sein und ist daher nicht immer möglich. Zudem ist der Kraftaufwand beim Aufstehen niedriger, mancher Mensch mit wenig Kraft in den Armen möchte daher möglicherweise nicht auf die erhöhte Sitzposition verzichten.

In diesem Fall kann es für den Darm hilfreich sein, sich einfach einen kleinen Hocker vor der Toilette zu platzieren, auf den man dann die Füße stellen kann. So ist trotzdem eine Art Hock-Position erreicht. Zum Aufstehen dann einfach am Hocker vorbeisteigen oder ihn kurz mit dem Fuß wegschieben.

Wer falsch auf der Toilette sitzt, riskiert, dass der Stuhl nicht richtig heraus"flutschen" kann. Das kann unter Umständen zu Bleistiftstuhl führen und eine Verstopfung entstehen lassen. Wer dann zu fest drückt, riskiert Probleme, etwa Hämorrhoiden oder gar eine Analfissur. Viele Menschen greifen daher zu schnell zu Abführmitteln, die aber viele Nebenwirkungen mit sich bringen können. Eine andere Sitzposition auf der Toilette kann da schon Wunder wirken!

Vorsicht: Wer dennoch unter Verstopfung leidet, kann auch auf Hausmittel zurückgreifen und erst einmal versuchen, alles so zu lockern. Hilft das nicht, bitte ärztlich klären lassen! Verändert sich der Stuhlgang plötzlich und kommen zur Verstopfung noch Fieber, Übelkeit und Erbrechen oder starke Bauchschmerzen hinzu, ist das ein Notfall! Denn dann könnte ein Darmverschluss vorliegen – und der muss so schnell wie möglich behandelt werden!

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