Aktualisiert: 25.09.2020 - 19:37

Kariesschutz und mehr Zahnpasta im Test: Naturkosmetik fällt knallhart durch

Halten sie, was sie versprechen? Die Stiftung Warentest hat insgesamt 31 Zahncremes getestet. Über die Hälfte schneidet sehr gut ab!

Foto: iStock.com/Peopleimages

Halten sie, was sie versprechen? Die Stiftung Warentest hat insgesamt 31 Zahncremes getestet. Über die Hälfte schneidet sehr gut ab!

Wussten Sie, dass jeder von uns im Schnitt fünf Tuben Zahnpasta im Jahr verbraucht? Welche genau, ist meist Geschmackssache. Doch ein paar Dinge sollten Sie beachten – und dabei hilft der Zahnpasta-Test der Stiftung Warentest.

Mindestens morgens und abends eine etwa erbsengroße Menge davon auf die Zahnbürste und losschrubben: Da kommt übers Jahr gesehen so einiges zusammen. Haben Sie eine Lieblings-Zahncreme? Dann schauen Sie doch mal in den großen Zahnpasta-Test der Stiftung Warentest. Vielleicht hat Ihr Lieblingsprodukt ja gut abgeschnitten – vielleicht können Sie bald aber sogar bares Geld sparen! Wer bei seinen Zähnen auf Naturkosmetik zurückgreift, sollte allerdings einmal genauer hinschauen...

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Zahnpasta-Test: Der Großteil schneidet "sehr gut" ab

21 Tuben wurden diesmal untersucht, zusammengeführt wurden die Ergebnisse mit denen aus dem vergangenen Jahr. Die gute Nachricht vorweg: 17 der 31 innerhalb der letzten zwei Jahre getesteten Universalzahnpasten bekommen den Stempel "sehr gut". Sie seien uneingeschränkt zu empfehlen, sagen die Zahn-Experten der Stiftung Warentest, die sich vor allem den versprochenen Komplettschutz für Zähne und Zahnfleisch, darunter den Kariesschutz bzw. den Fluorid-Gehalt sowie das Preis-Leistungsverhältnis und auch teilweise angepriesene "Weißmacher-Effekte" genauer angeschaut haben.

Wert gelegt wurde dabei vor allem auf den Karies-Schutz. Unter den in diesem Jahr getesteten Produkten waren auch neun Pasten aus der Naturkosmetik – bei denen viele in Sachen Kariesprophylaxe jedoch keine gute Figur machten.

Auffällig aber: Unter den uneingeschränkt empfohlenen Zahncremes finden sich auch viele Eigenmarken von Discountern und Supermärkten, die gar nicht groß ins Geld gehen.

Eine gute Zahnpasta muss nicht teuer sein

Mit "sehr gut" wurden so etwa die Aldi-Eigenmarke "Eurodont" sowie "Diadent" von Netto und "Today dent" von Rewe ausgezeichnet. Und die sind definitiv für Sparfüchse geeignet: Die günstigste Zahnpasta, die "Eurodont Kräuter Kariesschutz" von Aldi Nord bzw "Eurodont Kräuter 3-fach Vorsorge" von Aldi Süd kostet pro 100 ml Zahncreme nur 34 bzw 35 Cent: Für die 125-ml-Tube der mit der Note 1,3 ausgezeichneten Zahnpasta zahlen Sie entsprechend nur 0,43 bzw 0,44 Euro. Damit gehört "Eurodont" mit zu den Testsiegern.

Daneben wurden die "Dental Delight Polar Punch" für 2,60 Euro pro 100 ml sowie die etwas hochpreisigere "Parodontax Extra Frisch Complete Protection" für 6,60 Euro pro 100 ml mit der Bestnote 1,2 ausgezeichnet. Beide entfernen außerdem Verfärbungen sehr gut, obwohl sie nicht zu den Weißmacher-Zahncremes gehören.

Großteil der Naturkosmetik fällt durch – wegen fehlendem Kariesschutz

Wer aber auf Naturkosmetik setzt, sollte sich seine gewählte Zahncreme etwas genauer ansehen: Von den insgesamt zehn getesteten Zahnpasten mit Naturkosmetik-Zertifikat fielen ganze sieben durch: Die Note Mangelhaft bekamen acht Pasten. Hier waren die Experten knallhart: War kein Fluorid in den – teilweise auch so ausgewiesenen – Produkten zu finden, gab es die Quittung. Denn, so die Experten: der nachgewiesene Kariesschutz fehle so, denn die karieshemmende Wirkung von Naturmitteln wie Kokosöl, Salbei oder grünem Tee ist nicht ausreichend bestätigt. "Zwar zeigen Experimente, dass solche Substanzen Bakterien hemmen können", erklärt dazu Professor Ulrich Schiffner, Zahnmediziner am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. "Es fehlen aber hochwertige Studien mit ihnen, die eine Karieshemmung in der Mundhöhle belegen." Für Fluorid gebe es diese Studien, die den Kariesschutz auch belegen.

Unter den durchgefallenen Zahncremes findet sich auch die teuerste der getesteten Produkte wieder, die "Zahncreme mit Dreikönigsgaben" von Droste-Laux, die auf der Verpackung zwar mit "Rügener Heilerde mit natürlichem Fluorid" wirbt. Im Labortest konnten die Experten aber kein Fluorid nachweisen.

Außerdem fielen aufgrund fehlenden Fluorids die recht teure "Dr. Hauschka Minze Zahncreme" für 6,05 Euro pro 100 ml, die "Logodent Extra Frische Pfefferminz Zahncreme" für 3,30 Euro pro 100 ml oder die "Lavera Complete Care Fluoridfrei" ebenfalls für 3,30 Euro durch.

Dass sich genaues Hinsehen lohnt, zeigen die beiden getesteten Produkte von "Logodent": Die "Logodent Rundumschutz Zahncreme mit Fluorid" (3,25 Euro / 100 ml) gehört mit der Note 1,4 zu den Besten und ist darüber hinaus auch noch vegan. Ihr oben genanntes fluoridfreies Pendant fällt durch.

Aufhellende Zahncremes: nicht nur leere Werbeversprechen

Fünf der getesteten Zahncremes sollen laut Deklaration die Zähne aufhellen. Das verblüffende Ergebnis: Bei allen war ein aufhellender Effekt zu erkennen. Drei der fünf getesteten Produkte erhalten daher die Note "sehr gut": die "Signal White Now" (2,65 Euro pro 100 ml) sowie die "Blend-a-med 3D White Luxe Glamorous" (2,67 Euro pro 100 ml) und die "Blend-a-med 3D White Vitalizing fresh" (2,33 Euro pro 100 ml).

Selbst Werbeversprechen wie "weißere Zähne in 3 Tagen" konnten dabei eingehalten werden – mit strahlendem Weiß dürfen Sie dabei aber trotzdem nicht rechnen. Die Weißmacher entfernen zwar Verfärbungen, geben den Zähnen aber höchstens ihre natürliche Farbe zurück. Und die ist eben auch mal etwas dunkler.

Aber Vorsicht: Zahncremes wie die "Blend-a-med 3D White Luxe Glamorous" und die "3D White Vitalizing fresh" sollten Sie nur anwenden, wenn Ihre Zähne gesund sind, da sie einen hohen Abrieb haben!

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Wussten Sie, dass Sie auch mit der richtigen Ernährung für gesunde und weiße Zähne sorgen können? Ein paar leckere Beispiele finden Sie in der Bildergalerie:

Tägliches Zähneputzen ist für die Zahngesundheit essenziell – wir hoffen, dass Sie dank dieses Zahnpasta-Tests der Stiftung Warentest das für Sie passende Produkt finden. Denn Zahnbelag etwa kann Parodontitis auslösen – und die kann gefährlich werden. Wie gut ist Ihre Zahnpflege? Machen Sie den Test!

Übrigens: Auch Ökotest hat vergangenes Jahr Zahnpasta getestet – und zwar in größerem Umfang und mit zusätzlichem Blick auf umstrittene Inhaltsstoffe.

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