03.08.2021 - 10:29

Für den Fremdschutz Geimpft! Und trotzdem noch auf Corona testen lassen?

Trotz Impfung nochmal zum Bürgertest? In manchen Fällen kann das eine ganz gute Idee sein, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Foto: Getty Images/Paul Biris

Trotz Impfung nochmal zum Bürgertest? In manchen Fällen kann das eine ganz gute Idee sein, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Gegen schwere Verläufe von Covid-19 wirken die Corona-Impfstoffe sehr gut. Schwieriger ist es in Sachen Übertragbarkeit. In bestimmten Situationen kann ein Test daher auch für Geimpfte sinnvoll sein. Wir verraten, wann:

Endlich vollständig geimpft, endlich wieder in den Urlaub oder ohne Test ins Restaurant. Ohne Test? Das ist nicht unbedingt die beste Idee – zumindest, wenn man weiß, dass um einen herum noch nicht alle gegen das Coronavirus geschützt sind. Es gibt diese Situationen, in denen ein Corona-Test auch für Geimpfte sinnvoll ist.

Schutz vor Covid-19: Wann sich Geimpfte testen lassen sollten

Die Impfstoffe schützen, keine Frage. Aber sie stellen möglicherweise keine "sterile Immunität" her, das heißt, sie können eine Infektion nicht gänzlich verhindern. Manche Geimpfte bekommen bei Kontakt mit Sars-CoV-2 zwar nicht einmal Symptome, andere merken dafür aber ein Halskratzen, müssen niesen oder werden sogar leicht krank. In sehr wenigen Fällen kann es zu schwereren Durchbruchinfektionen kommen. Die Gefahr, schwer zu erkranken, ist dank der Impfstoffe allerdings sehr viel geringer als für Ungeimpfte.

Doch wer sich infiziert kann, zumindest je nach Symptomausprägung und Zeitpunkt, wohl durchaus ansteckend sein. Zwar zeigen Studien, dass der Zeitraum, in dem geimpfte Infizierte ansteckend sind, wesentlich kürzer ausfällt als bei ungeimpften Infizierten. Doch ein gewisses Risiko, andere anzustecken – auch unwissentlich – bleibt wahrscheinlich.

Gegenüber "MDR aktuell" erklärt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das in Deutschland für die Sicherheit von Impfstoffen zuständig ist: "Es muss davon ausgegangen werden, dass Menschen nach Kontakt mit dem Virus trotz Impfung symptomatisch oder asymptomatisch infiziert werden können und dabei das Virus SARS-CoV-2 ausscheiden." Das Robert-Koch-Institut (RKI) ergänzt: "Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person trotz vollständiger Impfung PCR-positiv wird, ist bereits niedrig, aber nicht Null. In welchem Maß die Impfung darüber hinaus die Übertragung des Virus weiter reduziert, kann derzeit nicht genau quantifiziert werden."

Sicher ist also sicher, wenn man andere schützen möchte. Insbesondere gilt das im Hinblick auf die ansteckendere Delta-Variante, bei der es offenbar laut bisheriger Studienlage eher einmal der Fall sein kann, dass auch Geimpfte ansteckend sind.

Mehr dazu:

Trotzdem testen? Diese Fragen helfen

Immerhin: Man geht nach bisheriger Datenlage davon aus, dass eine Viruslast bei geimpften Personen zwar vorhanden sein könne, doch sie dürfte stark reduziert und die Virusausscheidung verkürzt sein. Das verringert das Risiko, dass Geimpfte andere Personen anstecken. Aber: Noch gibt es zahlreiche Personen, die nicht geimpft sind, entweder weil sie (noch) nicht dürfen, etwa Kinder oder auch Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Impfung vertragen würden. Oder weil sie nicht wollen.

Wir leben in einer solidarischen Gemeinschaft, und daher sollte sich jede:r Geimpfte vor dem Kontakt mit anderen Menschen folgende Fragen stellen:

  1. Treffe ich nur auf Geimpfte oder möglicherweise auch auf ungeimpfte Personen? Gehören diese Personen vielleicht sogar zu einer vulnerablen Gruppe oder haben viel Kontakt zu vulnerablen Gruppen?
  2. Werde ich Zeit mit anderen in einem geschlossenen Raum verbringen?
  3. Werde ich dabei viel reden, singen oder schwer atmen? (Sport, Chorprobe, Konzert...)
  4. Setze ich meine Maske zwischendurch ab oder bin ich mir nicht sicher, ob die Maske gut genug abdichtet?

Sprich: Wer ganz sicher gehen will, niemanden anzustecken, sollte vor Veranstaltungen oder Treffen zur Sicherheit zumindest einen Antigen-Schnelltest machen.

Wie sinnvoll sind Antigen-Schnelltests bei Geimpften?

Allerdings scheiden sich die Geister unter den Wissenschaftler:innen darüber, ob Schnelltests bei Geimpften überhaupt anschlagen können. Bei den bisherigen Varianten des Coronavirus scheint die Impfung die Viruslast trotz möglicher Infektion zumindest soweit gesenkt zu haben, dass ein Schnelltest solch geringe Mengen gar nicht detektieren könnte. Bei der Delta-Variante wiederum könnte das durchaus anders aussehen.

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagt etwa Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, es könne je nach Situation eben nicht gänzlich ausgeschlossen werden , dass sich auch Geimpfte anstecken bzw. ansteckend sind, sollten sie sich infizieren. Er rät daher dazu, sich dann trotz Impfung testen zu lassen, wenn man nicht genau weiß, dass man ausschließlich auf Geimpfte trifft.

Immer, wenn sich Geimpfte und Nichtgeimpfte träfen, steige zudem auch das Risiko, dass sich Geimpfte anstecken. "Da nicht immer klar ist, wer etwa welche Vorerkrankung hat, ist es am einfachsten, wenn sich vorher alle testen lassen." Den kostenlosen Bürgertest gibt's ja immer noch.

Übrigens: So haben sich die Symptome von Covid-19 mit den Varianten geändert!

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