Aktualisiert: 07.07.2021 - 17:02

Nebenwirkungen im Blick Rheuma und Corona: Wie wirkt sich die Impfung aus?

Regelmäßige Arztbesuche und eine gut eingestellte Medikation sind bei Rheuma enorm wichtig – auch und vor allem während der Coronavirus-Pandemie. Auf was Sie achten müssen und ob die Covid-Impfung problemlos möglich ist, lesen Sie hier.

Foto: Getty Images/ADAM GAULT/SPL

Regelmäßige Arztbesuche und eine gut eingestellte Medikation sind bei Rheuma enorm wichtig – auch und vor allem während der Coronavirus-Pandemie. Auf was Sie achten müssen und ob die Covid-Impfung problemlos möglich ist, lesen Sie hier.

Wer an Rheuma leidet, ist mitunter von Muskel- und Gliederschmerzen geplagt. Können die durch die Covid-Impfung verstärkt werden? Mit welchen Nebenwirkungen der Impfung Rheuma-Patient:innen rechnen müssen und wie sie sich am besten vor Covid-19 schützen.

Gegen Covid-19 impfen lassen? Diese Frage betrifft auch Rheuma-Patient:innen noch immer. Zwar ist die Priorisierung bei den Impfungen mittlerweile weggefallen. Wer als Rheuma-Geplagte bisher aber noch keinen Piks erhalten hat, wird weiterhin bevorzugt behandelt. Das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Sie weist auch darauf hin, dass der Verzicht auf die Impfung und damit die Gefahr, an Covid-19 zu erkranken, schwerwiegender sei. Mit einer Verschlechterung ihrer Erkrankung müssten Rheuma-Patient:innen durch die Impfung nicht rechnen. Dagegen hat die Kontrolle der Erkrankung trotz Pandemie oberste Priorität. Was bei Rheuma in Zusammenhang mit dem Coronavirus zu beachten ist.

Rheuma & Co.
Rheuma & Co.

Schutz gegen Corona: Rheuma-Patient:innen können sich getrost impfen lassen

Viele von rheumatischen Erkrankungen Betroffene haben bezüglich möglicher Impfnebenwirkungen Bedenken bei der Impfung. Tatsächlich gebe es bislang nur wenige Studien, die sich mit dem Nebenwirkungsprofil der Covid-Impfstoffe "speziell bei Rheumapatienten" beschäftigen, sagt Prof. Dr. Andreas Krause, Präsident der DGRh, in einem Statement zur aktualisierten Empfehlung. "Die Erhebungen, die es gibt, deuten jedoch nicht auf eine besondere Unverträglichkeit hin", entwarnt er. Bislang habe es weltweit über 2,4 Milliarden Impfungen gegeben. Auch innerhalb dieser Zahl zeige sich kein Anhaltspunkt für mehr oder schwerere Nebenwirkungen bei von Rheuma Betroffenen.

"Generell sind alle vier in der EU zugelassenen Covid-19-Impfstoffe auch für diese Patientengruppe als sicher und effektiv zu bewerten", stellt Krause klar. Es sei allerdings dann ratsam, einen der mRNA-Impfstoffe zu bevorzugen, wenn bestimmte rheumatische Grunderkrankungen mit Blutgerinnungsstörungen vorlägen, etwa eine Immunthrombopenie. Hier sollen die behandelnden Ärzt:innen entscheiden.

Medikamente nach ärztlicher Absprache unbedingt weiter einnehmen

Unsicherheit besteht auch im Zusammenhang mit eingenommenen Rheuma-Medikamenten (DMARD) bzw. Immunsuppressiva. Hier stellt die DGRh in ihrer Empfehlung klar: Bitte setzen Sie Ihre Medikamente vor der Covid-19-Impfung nicht ab. Es sei nicht bekannt, ob die Medikamente den Impfschutz überhaupt beeinflussten. Es gebe lediglich eine Ausnahme. Hier sollen Patient:innen zuvor unbedingt mit ihren behandelnden Ärzt:innen sprechen.

Die Gesellschaft weist noch einmal darauf hin, dass Rheuma-Patient:innen ihre Medikation "auch und gerade in Corona-Zeiten" weiterhin wie verordnet fortsetzen sollen.

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Was tun bei Symptomen von Covid-19?

Sprich: Die Medikation läuft wie gewohnt weiter. Sollten Sie allerdings Symptome der Erkrankung Covid-19, etwa Husten, Schnupfen, Fieber oder Geschmacksverlust, bei sich entdecken, melden Sie sich am besten telefonisch bei ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Dann kann individuell beraten werden, ob und wie die Therapie kurzzeitig verändert werden kann, sollten Sie tatsächlich an Covid-19 erkrankt sein.

Vor dem Coronavirus können sich Rheumapatient:innen genauso schützen wie alle anderen. "Eine entzündlich-rheumatische Erkrankung per se gilt nicht als Risikofaktor für eine Infektion mit Sars-CoV-2 oder für einen schweren Covid-19-Verlauf", schreibt die DGRh. Es gelten die typischen, vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen.

Ganz wichtig: Arzttermine wahrnehmen, Medikation einhalten

Wenn nicht anders verordnet, sollten Patient:innen mit rheumatischen Erkrankungen ihre Medikation also niemals einfach ändern. Auch bittet die DGRh darum, Arzttermine auch in Pandemiezeiten unbedingt wahrzunehmen.

Sollten Sie Angst vor einer Infektion haben, erkundigen Sie sich bitte telefonisch in Ihrer Arztpraxis über Möglichkeiten, die Ihnen den Besuch so sicher und auch angstfrei wie möglich gestalten können.

Von der Rheuma-Medikation gehe kein erhöhtes Covid-19-Risiko aus und auch die Impfung gegen das Coronavirus sei nicht mit stärkeren Nebenwirkungen verbunden. Die DGRh stellt klar: "Eine medikamentös unzureichend kontrollierte, in einem aktiven Schub befindliche Rheuma-Erkrankung hingegen ist durchaus als Risikofaktor für schwere Covid-19-Verläufe zu betrachten." Heißt: Die Kontrolle der Rheuma-Erkrankung hat immer oberste Priorität.

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