Aktualisiert: 16.06.2021 - 16:03

Coronavirus-Neuigkeiten Delta-Variante: Volle Impfung schützt vor Krankenhausaufenthalt

Daten aus Großbritannien zeigen, wie wichtig die zweite Impfung und damit der vollständige Impfschutz im Kampf gegen die sich rapide ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus ist. Experten plädieren: Nehmen Sie den zweiten Impftermin wahr!

Foto: Getty Images/Jasmin Merdan

Daten aus Großbritannien zeigen, wie wichtig die zweite Impfung und damit der vollständige Impfschutz im Kampf gegen die sich rapide ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus ist. Experten plädieren: Nehmen Sie den zweiten Impftermin wahr!

In Großbritannien ist die ansteckende Delta-Variante des Coronavirus auf dem Vormarsch. Das Problem: Viele haben erst ihre erste Impfdosis erhalten. Doch erst die zweite Impfung bietet nach neuen Erkenntnissen sehr guten Schutz gegen Hospitalisierung. Experten rufen daher dazu auf: Nehmen Sie Ihren zweiten Impftermin wahr!

Gegen die Alpha-Variante, bis vor kurzem noch vorherrschend in Großbritannien, war man mit vorgezogenen Erstimpfungen sehr gut angekommen: Eine Impfdosis konnte bereits helfen, schwere Verläufe von Covid-19 zu verhindern. Mit der nun vorherrschenden Delta-Variante verhält es sich da allerdings etwas anders: Eine Impfung reicht nicht immer, die Zahlen steigen daher wieder, obwohl man auf der Insel bereits von Herdenimmunität gesprochen hatte. Jetzt zeigen aktuellste Daten aber: Die vollständige Impfung schützt sehr gut vor der Delta-Variante – zwar nicht vor symptomatischem Verlauf, dafür aber vor Hospitalisierung und Tod.

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Doppelte Impfung: Sehr guter Schutz gegen Delta-Variante

In Großbritannien spricht man bislang von zwei durchgemachten Corona-Wellen. Nun warnen Epidemiologen vor einer dritten – ausgelöst durch die Delta-Variante des Coronavirus Sars-CoV-2. Das Problem: Diese Variante, die zuerst in Indien erkannt worden war, ist nochmals ansteckender als die sich zuvor ausgebreitete Alpha-Variante. Während gegen Alpha aber eine einmalige Impfung bereits einen guten Schutz gezeigt hatte, muss es bei der Delta-Variante etwas mehr sein.

Dass die zweite Impfdosis jetzt wichtig ist, zeigen Daten einer Studie der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England. Untersucht hatte ein Team um Jamie Lopez Bernal die Impfstoffe Comirnaty von Biontech und Pfizer sowie Vaxzevria von AstraZeneca. Diese beiden Impfstoffe sind die in Großbritannien mit Abstand am meisten genutzten.

  • Comirnaty zeigt nach zweiter Impfdosis eine Wirksamkeit von 96 Prozent gegen die Delta-Variante.
  • Vaxzevria ist nach der zweiten Impfdosis zu 92 Prozent wirksam gegen diese Variante.

Experten raten: Zweiten Impftermin unbedingt wahrnehmen

Damit wäre die Schutzwirkung der Impfstoffe vergleichbar mit der gegen die Alpha-Variante – mit dem Unterschied, dass der einfache Impfschutz nicht immer ausreicht: Nach der ersten Impfung könnte der Schutz vor symptomatischer Erkrankung nämlich um 17 Prozent geringer ausfallen als bei der Alpha-Variante. Erst die zweite Impfdosis schützt entsprechend mehr. Die Wirksamkeit ist der Wert, der den Schutz vor schweren Verläufen inkl. Hospitalisierung angibt. Es kann daher sein, dass man auch trotz vollständigem Impfschutz symptomatisch an Covid-19 erkrankt, doch verläuft die Krankheit dann in den wenigsten Fällen schwer.

Die Experten raten daher allen, den zweiten Impftermin unbedingt wahrnzunehmen. Das dürfte sich dann auch auf Deutschland übertragen lassen. Hierzulande ist die Delta-Variante zwar noch wenig vertreten, doch es ist bereits zu Ausbrüchen gekommen. Wie schnell sich die Delta-Variante gegen die Alpha-Variante durchsetzen kann, die bei uns derzeit die vorherrschende ist, hat sich in Großbritannien gezeigt: Innerhalb von weniger als 50 Tagen konnte sich Delta dort behaupten und ist nun für über 90 Prozent aller Fälle verantwortlich. Die Infektionszahlen sind in den vergangenen Wochen wieder gestiegen. Die Delta-Variante gilt als 40 Prozent ansteckender als die Alpha-Variante B.1.1.7, möglicherweise sogar bis zu 60 Prozent.

Großbritannien reagiert: Erst impfen, dann lockern

Wie wichtig diese Erkenntnisse sind, und wie dramatisch sich eine Lockerung aller Maßnahmen jetzt auswirken würde, zeigt eine Roadmap von Epidemiologen der London School of Hygiene & Tropical Medicine. Demnach wäre eine dritte Welle in Großbritannien unausweichlich, würde man, wie ursprünglich geplant, am 21. Juni alle Maßnahmen aufheben. Bis Ende Oktober könnte diese dritte Welle dann zu weiteren 49.700 Todesfällen führen. Daher raten die Experten dazu, die Öffnung zu verschieben, bis die Impfkampagne weiter fortgeschritten ist.

Die britische Regierung will nun die Impfkampagne noch mehr forcieren und wendet sich damit an die Bevölkerung, den zweiten Impftermin unbedingt wahrzunehmen. In Großbritannien sind 79,2 Prozent der Bevölkerung einmal geimpft, 56,9 Prozent haben bereits vollen Impfschutz. Damit die übertragbarere Delta-Variante aber keine Chance hat, müssen voraussichtlich mindestens 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung geschützt sein.

Das Ende der Corona-Maßnahmen, eigentlich für den 21. Juni als "Tag der Freiheit" geplant, wurde als Reaktion auf die Delta-Variante nun um vier Wochen nach hinten verschoben, auf den 19. Juli. Ob dieser Tag eingehalten werden kann, hängt entsprechend jetzt vom Impffortschritt und der weiteren Entwicklung der Krankheitszahlen ab.

Übrigens sind die Symptome, die die Delta-Variante des Coronavirus auslöst, offenbar etwas anders als die der bisher kursierenden Varianten. Oft fällt die Erkrankung daher nicht richtig auf, da sie anfangs mit einer harmlosen Erkältung verwechselt werden kann.

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