Aktualisiert: 14.05.2021 - 16:46

Hochwirksam gegen Coronavirus-Varianten Erster Impfstoff angepasst: Moderna vermeldet Erfolg

Nach einiger Zeit werden wahrscheinlich Booster-Impfungen gegen Covid-19 nötig. Das Gute: Die Dosis dürfte geringer ausfallen – und sie erhöhen den Schutz gegen die Varianten des Coronavirus Sars-CoV-2. Moderna hat sein Vakzin nun erfolgreich angepasst.

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Nach einiger Zeit werden wahrscheinlich Booster-Impfungen gegen Covid-19 nötig. Das Gute: Die Dosis dürfte geringer ausfallen – und sie erhöhen den Schutz gegen die Varianten des Coronavirus Sars-CoV-2. Moderna hat sein Vakzin nun erfolgreich angepasst.

Schon länger ist die Rede davon, dass die Corona-Impfstoffe irgendwann angepasst werden sollten, um auch gegen sich entwickelnde Mutanten des Virus Sars-CoV-2 wirksam zu bleiben. Besonders einfach geht das mit mRNA-Impfstoffen, wie Hersteller Moderna jetzt beweist.

Einer der großen Vorteile der mRNA-Impfstoffe: Sie lassen sich sehr schnell anpassen. Wo andere Impfstoff-Arten nahezu neu entwickelt werden müssen, reichen hier ein paar Modifikationen aus. Wie wichtig das sein kann, zeigt sich an dem Auftauchen neuer Mutanten des Coronavirus. Die Imfpstoff-Entwickler mussten schnell reagieren. Dass eine solche Anpassung innerhalb weniger Wochen funktionieren kann, zeigt Impfstoff-Hersteller Moderna: Deren an neue Virusvarianten angepasster Covid-19-Impfstoff zeigt sich als sicher und wirksam laut ersten Ergebnissen klinischer Studien.

Vektor, Totimpfung, mRNA? Diese Impfstoff-Arten gibt es
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Moderna hat seinen Covid-Impfstoff erfolgreich angepasst

Schon früh hatte Moderna angekündigt, seinen mRNA-Impfstoff gegen das Coronavirus anpassen zu wollen. Zwar zeigte sich das Vakzin als noch immer sehr gut wirksam gegen die britische Variante B.1.1.7, die laut Robert-Koch-Institut (RKI) mittlerweile auch bei uns in Deutschland mit etwa 92 Prozent die Vorherrschende ist. Doch die Veränderungen im Spike-Protein der als Immunescape-Mutanten befürchteten Varianten B.1.351 (Südafrika) und P.1 (Brasilien) wollte man aufgreifen. Und genau das ist passiert.

Das veränderte Vakzin ist direkt an den südafrikanischen Typ angepasst und heißt nun, anknüpfend an den Namen des Ursprungsimpfstoffs und der südafrikanischen Variante "mRNA-1273.351". Warum diese Variante? Sie gilt als die "Escape-Variante", die den Immunschutz am ehesten zu umgehen scheint. Ihre Mutationen decken sich aber weitgehend mit denen der anderen Varianten. Weitere Änderungen seien nicht ausgeschlossen, so Moderna. Man wolle nun "entschlossen proaktiv" bleiben, wenn sich das Virus weiterentwickle.

Schon vor Monaten wurde darüber geredet, dass die Impfstoffe möglicherweise angepasst werden müssen. Mehr Infos: Wegen Mutanten: Corona-Impfstoffe lassen sich schnell anpassen.

Getestet wurden sogenannte Booster-Impfungen

Der angepasste Impfstoff soll dann als sogenannter Booster genutzt werden, der, so die Überzeugung von Stéphane Bancel, Vorstandsvorsitzendem des Unternehmens, vor allen Varianten schützen dürfe.

Getestet werden muss ein angepasster Impfstoff dennoch, um dessen Wirksamkeit zu bestätigen und die Sicherheit für den Menschen zu wahren. Genau das hat Moderna bereits getan und den modifizierten Impfstoff an Studienteilnehmern getestet, die bereits beide Dosen des ersten Moderna-Vakzins erhalten hatten. Genauer genommen hat man Booster-Impfungen getestet: Einmal die halbe Dosis des Original-Vakzins und einmal die halbe Dosis des angepassten Vakzins.

37 von 40 Proband:innen hatten vor Gabe dieser dritten Dosis bereits gute Abwehrwerte gegen die Ursprungsform von Sars-CoV-2 gezeigt. Doch die Immunität gegen B.1.351 und P.1 hatte sich als wesentlich geringer gezeigt, bei rund der Hälfte der Teilnehmer:innen habe die Antikörperaktivität sogar unterhalb der Nachweisgrenze gelegen.

Zwei Wochen nach Gabe des angepassten Vakzins jedoch zeigte sich, dass die neutralisierenden Antikörper gegen alle drei getesteten Varianten (B.1.351, P.1 und B.1.1.7 stark angestiegen waren. Vor allem gegen B.1.351 zeigte sich eine hohe Aktivität. Interessant war, dass eine dritte Dosis des herkömmlichen Vakzins die beste Antivität gegen P.1 zeigte. Vertragen wurden alle Impfstoffgaben der Mitteilung des Unternehmens zufolge gut.

Drosten: Geringere Wirkstoffdosis nach Grundimmunisierung

Auffrisch-Impfungen dürften ab Herbst in so einigen Ländern laufen. Das spricht auch Virologe Prof. Dr. Christian Drosten im Podcast "Coronavirus-Update" des NDR an, der in der Folge auch über den angepassten Moderna-Impfstoff spricht. Dabei erklärt er, dass man dazu nun geringere Impfdosen teste. Statt zuvor 100 Mikrogramm bei Moderna nehme man dann eben 50 Mikrogramm. Das werde gerade untersucht. Zudem reiche dann eine einmalige Impfdosis aus. "Also man macht keine Zweitimpfung wie bei der ersten Immunisierung, das ist ja das gleiche Prinzip eigentlich wie bei der Grippeimpfung im Herbst."

Möglich ist es, dass wir oder ein Teil von uns sich jährlich gegen Covid-19 impfen lassen muss. Auch dafür sind diese Tests der Booster-Impfungen wichtig. Denn mitunter reichen dann jeweils geringere Dosierungen, da die Grundimmunisierung ja schon da ist. Das bedeutet entsprechend auch voraussichtlich geringere unangenehme Impfreaktionen. Und wie ist es eigentlich damit: Impfung nach Covid-19: Sinnvoll oder nicht? Oder die Kreuzimpfung: Erst ein Vakzin, dann ein anderes?

Wie gesagt: Durch die Grundimmunisierung liegt der Schutz gegen den Wildtyp des Virus Sars-CoV-2 bereits vor. Man kitzele nun mit den Booster-Impfungen einen erhöhten Schutz gegen die Varianten heraus, so Drosten.

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Quellen:

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