Aktualisiert: 11.05.2021 - 16:03

Start-up arbeitet an Technologie Summender Corona-Test: Bienen können Covid-19 erkennen

Wenn Bienen Nektar – oder Zuckerwasser – schlecken, strecken sie dafür ihre Zunge heraus. Das nutzen niederländische Wissenschaftler:innen nun für einen Corona-Test mit Bienenhilfe.

Foto: Getty Images/5D2, Canva.com [M]

Wenn Bienen Nektar – oder Zuckerwasser – schlecken, strecken sie dafür ihre Zunge heraus. Das nutzen niederländische Wissenschaftler:innen nun für einen Corona-Test mit Bienenhilfe.

Dass Hunde das Coronavirus erschnüffeln können, ist bereits bekannt. Doch auch fleißige Bienchen können das Virus in der Atemluft von Menschen erkennen. Das haben niederländische Forscher herausgefunden. Aber wie setzt man so einen Bienentest um – und zwar ohne Gefahr für Mensch und Tier?

Bis Hunde das Coronavirus zuverlässig erschnüffeln können, dauert es mitunter Wochen bis Monate. Da ist ein anderes Tier wesentlich schneller im Lernen – und zudem viel kleiner: Bienen können das Coronavirus in der Atemluft erkennen. Kommt jetzt der fliegende Corona-Test? Ein Start-up arbeitet jedenfalls daran. Doch es gibt offene Fragen.

Fliegender Test: Bienen erkennen den "Duft" von Covid-19

Es ist eine Pressemeldung, die aufhorchen lässt: Forschende der Universität Wageningen in den Niederlanden entwickeln zusammen mit einem Start-up einen Corona-Test mit Bienen. Die nämlich können lernen, das Coronavirus in der Atemluft zu erkennen – und zwar kann man sie offenbar bereits innerhalb weniger Minuten darauf trainieren. Funktioniert hat das bereits mit der Atemluft infizierter Nerze. Auf den Menschen dürfte das Konzept übertragbar sein.

Das geht so: In ihren Tests hatten die Forschenden den Bienen in einem Konditionierungsverfahren Zuckerwasser gegeben und sie gleichzeitig dem Atemduft von mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierten Nerzen ausgesetzt.

Zunge raus: So zeigen Bienen die Anwesenheit von Coronaviren

Das Interessante: Zum Aufnehmen des Zuckerwassers müssen Bienen ihre Zunge herausstrecken. Auf die Atemluft der infizierten Nerze konditioniert, konnte man so erreichen, dass sie in Erwartung von mehr Zuckerwasser allein beim Erschnuppern des Atems der infizierten Tiere ihre Zunge herausstreckten.

Genau das will das Start-up Insectsense nun nutzen: Dafür hat das Unternehmen laut der Pressemeldung bereits einen Prototyp einer Konditionierungsmaschine entwickelt. Diese Maschine soll Bienen auf die Erkennung des Coronavirus in der Atemluft trainieren. Für den Test selbst soll eine weitere Apparatur entwickelt werden, in der eine Biene steckt. Deren Reaktion soll dann dort gemessen werden – auf menschliche Atemluft.

Was ist mit dem Tierschutz? Alternative geplant

Der zu testende Mensch soll dabei keinen Kontakt zur Biene haben. Offen ist allerdings die Frage nach dem Tierschutz: Wie soll eine solche Apparatur für die Biene aussehen? Kann sie sich frei bewegen oder wird sie dort festgehalten? Wie groß soll diese Apparatur sein?

Um diese Problematik langfristig gar nicht erst aufkommen zu lassen, arbeiten Start-up und Forschende gleichzeitig an einer anderen Variante des Testverfahrens, für das die Tiere gar nicht benötigt werden. Anhand der bisherigen Erkenntnisse möchte man einen Biochip erstellen, der auf den Geruchsrezeptoren von Insekten basiert. Kombiniert werden soll das Ganze mit Machine-Learning-Modellen.

Ähnliches Sensoren-Projekt bei der Nasa

Ähnliche Projekte gibt es auch von anderen Gruppen. So arbeitet beispielsweise die Nasa an einer sogenannten "E-Nose". Das Gerät soll Nanosensoren enthalten und per Bluetooth an Smartphones koppelbar sein. Zum Test soll man einfach in die E-Nose reinpusten, die dann flüchtige organische Verbindungen in der Atemluft misst, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus hindeuten.

In den USA wird tierische Pandemie-Hilfe dank Corona-Schnüffelhunden übrigens genutzt, um Superspreader etwa bei Sportveranstaltungen zu erkennen. Bis es hierzulande aber soweit ist, dass auch Tiere im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie helfen, wird es wohl noch dauern. Bis dahin heißt es weiter: Stäbchentest, Gurgeltest, Spucktest – und nun auch Lollitest für die Kleinsten.

Statt Abstrich: So funktioniert der Corona-Gurgeltest
Statt Abstrich: So funktioniert der Corona-Gurgeltest

Die Corona-Bienentests wären jedenfalls – ob nun mit Tieren oder lediglich basierend auf deren olfaktorischem Können – durch ihr direktes Ergebnis eine echte Alternative zu den bisherigen Corona-Schnelltests, die ja doch einige Fehlerquellen bergen.

Quellen: Pressemeldung der Universität Wageningen; Nasa – E-Nose

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