Aktualisiert: 10.05.2021 - 15:35

Mehr Zeit im Freien Wie wird der Corona-Sommer? Virologe Drosten ist guter Dinge

Von der Redaktion

Der Sonne entgegen: Virologe Prof. Dr. Christian Drosten hat Hoffnungen auf einen entspannten Corona-Sommer.

Foto: Pool / Auswahl

Der Sonne entgegen: Virologe Prof. Dr. Christian Drosten hat Hoffnungen auf einen entspannten Corona-Sommer.

Charité-Virologe Christian Drosten sieht die Corona-Lage in Deutschland langsam etwas entspannter als vor ein paar Wochen noch. Für den Sommer erwartet er sich erste Impfeffekte. Vor zu viel Euphorie jedoch warnt der Experte – der Winter könnte sonst wieder hart werden.

Seit etwa zwei Wochen sinken die Fallzahlen in Deutschland endlich wieder. Auf die Impfungen führt der Chefvirologe der Charité Berlin und Coronavirus-Forscher Prof. Dr. Christian Drosten die Entwicklung aber noch nicht zurück. Dieser Effekt komme erst noch – und das führe, so Drosten, zu einem "ganz guten Sommer" in Deutschland. Doch der Coronaviren-Experte warnt auch vor zu viel Euphorie, vor allem mit Blick auf Herbst und Winter.

Drosten: Verantwortungsvolle Bürger und Impfungen dürften guten Sommer bringen

"Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland." Na, das sind Worte, die wir aus dem Munde eines der größten Coronavirus-Experten Deutschlands doch gerne hören. Prof. Dr. Christian Drosten zeigte sich im ZDF-"Heute Journal" am Sonntagabend recht zuversichtlich und hofft auf weitere Entspannung.

Die Inzidenzzahlen sind im Bundesgebiet seit etwa zwei Wochen rückläufig, teilweise sogar recht schnell. Viele schieben das bereits auf die nun schneller laufenden Impfungen. Doch diesen Zusammenhang sieht Drosten noch nicht, dafür bräuchte es noch eine gewisse Zeit. "Ich denke, dass wir zum Juni hin erstmalig Effekte sehen, die der Impfung zuzuschreiben sind", sagt er im Gespräch mit dem Sender. Die derzeit rückläufigen Inzidenzen wiederum führt er eher auf das verantwortungsbewusste Verhalten der Bevölkerung zurück.

Schon vor der Bundesnotbremse hatten sich viele Bürgerinnen und Bürger dafür ausgesprochen, nicht weiter zu öffnen, sondern die Corona-Beschränkungen angesichts der damals steigenden Zahlen lieber weiter zu verschärfen oder zumindest noch beizubehalten. Das dürfte sich jetzt auszahlen: Auch die Zahl der Covid-Patient:innen in intensivmedizinischer Behandlung ist zuletzt zurückgegangen und lag am 9. Mai 2021 zum Meldezeitpunkt 12:15 Uhr laut DIVI-Intensivregister bei 4.586 Patient:innen. Zuvor waren es zeitweise über 5.000 gewesen.

Bis zu sinnvollen Lockerungen dauert es bei uns noch etwas

Nun also endlich Entspannung. Und die klingt gut: Der Virologe ist der Ansicht, dass sicher im Außenbereich wieder vieles zugelassen werden könne – etwa Urlaub, Außengastronomie und auch Grillen mit Freunden. Bis es soweit sei, dauere es aber noch etwas, er warnt daher gleichzeitig vor zu früher "totaler Euphorie", zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Denn die "Herdenimmunität", die in Großbritannien etwa wieder Öffnungen erlaubt, gibt es hier noch nicht. "Wir müssen länger warten, weil wir noch nicht so weit sind mit unserem Impffortschritt." In Großbritannien sind mittlerweile über 50 Prozent der Bevölkerung geimpft, dazu kommen viele Genesene. In Deutschland stehen wir derzeit bei 32 Prozent der Erstimpfungen. Vollständig geimpft sind hier erst rund 10 Prozent der Menschen.

Außerdem warnt er vor zu wenig Vorsicht. Denn der Sommer währt nicht ewig und wir haben vergangenes Jahr gemerkt, was passieren kann. Dennoch ist der Virologe besserer Dinge, denn die Impfungen gehen eben doch voran und können uns einen entspannteren Herbst bescheren – auch wenn Covid-19 im Herbst und Winter immer noch ein Thema sein werde. Eine unkontrollierte Verbreitung aber werde nicht mehr passieren. Dafür sei aber eine "sehr hohe Impfquote" unter den Erwachsenen notwendig. Denn Nichtgeimpfte könnten sich weiterhin infizieren und auch schwer erkranken.

Das Gute: Draußen ist die Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken, geringer als in geschlossenen Räumen. Der Sommer bringt also generell etwas mehr Entspannung. Nun kommen aber noch die Impfungen dazu. Mit AstraZeneca kann sich jetzt schon fast jeder impfen lassen, je mehr es von den anderen Impfstoffen gibt, desto schneller wird auch dort die Priorisierung aufgehoben. Und im Verlauf des Sommers sollen dann auch Kinder ab 12 Jahren mit Biontech geimpft werden können, wenn alles klappt. Auch das sieht Christian Drosten als wichtigen Schritt in Richtung Coronavirus-Pandemiebeherrschung an.

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