Aktualisiert: 26.03.2021 - 17:44

Bessere Aufklärung in der Apotheke Ihr Medikament zeigt Nebenwirkungen? Die klingen oft noch ab!

Von der Redaktion

Unsicher mit einem Medikament? Sprechen Sie ruhig Ihre Apothekerin darauf an. Bei manchen neu verordneten Therapien können anfangs Nebenwirkungen auftreten, die aber später oft von selbst abklingen.

Foto: Getty Images/Tom Werner

Unsicher mit einem Medikament? Sprechen Sie ruhig Ihre Apothekerin darauf an. Bei manchen neu verordneten Therapien können anfangs Nebenwirkungen auftreten, die aber später oft von selbst abklingen.

Wer ein neues Medikament einnehmen muss, stellt nicht selten unangenehme Nebenwirkungen fest – und setzt es daraufhin manchmal eigenständig wieder ab. Was viele aber nicht wissen: Bei manchen Medikamente klingen diese Nebenwirkungen nach einer Anfangsphase von selbst wieder ab. Hier muss in Apotheken und Arztpraxen wichtige Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Eigentlich sollen Medikamente ja helfen. Sie sollen Beschwerden lindern. Doch was, wenn während der Einnahme eines neu verschriebenen Mittels eine Nebenwirkung auftritt? Viele Patient:innen sind dadurch verunsichert, insbesondere wenn sie zuvor nicht ausreichend darüber informiert worden sind, ob und welche Nebenwirkungen auftreten können – und brechen die Therapie vorzeitig ab oder stellen sie von sich aus um. Das beeinflusst wiederum den Erfolg der Therapie negativ. Wichtig ist daher eine genaue Aufklärung im Vorfeld. Denn viele Nebenwirkungen am Anfang einer medikamentösen Therapie klingen von selbst wieder ab.

Nebenwirkungen bei neuem Medikament? Die gehen oft wieder zurück!

Nur jede:r zweite Patient:in wendet die verordnete Therapie langfristig richtig an. Wenn anfangs unerwartete Nebenreaktionen auftreten, passiert es nicht selten, dass das Medikament zum Schutz davor seltener genommen oder gar ganz abgesetzt wird – ohne Rücksprache mit den behandelnden Ärzt:innen. Das erklärt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA in einer Pressemeldung, die der "Pharzamzeutischen Zeitung" vorliegt.

Dabei klingen Nebenwirkungen, die vor allem zu Therapiebeginn auftreten können, oft in der Gewöhnungsphase wieder ab. Das wiederum müssten Patient:innen natürlich erst einmal wissen. Die ABDA sieht dafür vor allem die Apotheken in der Pflicht.

Absetzen am Anfang der Therapie behindert den Therapieerfolg

"Ganz besonders beim Start einer neuen Medikation haben Patienten und Patientinnen Probleme: Mögliche Nebenwirkungen machen Angst, sodass Therapien gar nicht erst begonnen oder frühzeitig wieder abgebrochen werden", gibt die ABDA in der Pressemeldung an.

Ein Beispiel dafür seien vor allem blutdrucksenkende Mittel. Nicht behandelter Bluthochdruck ist einer der größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und damit für die in Deutschland häufigste Todesursache. Der Blutdruck lässt sich neben gesundem Lebensstil vor allem medikamentös senken. Wichtig dafür ist aber eine langfristige und regelmäßige Einnahme dieser Medikamente.

Doch bei Blutdrucksenkern treten anfangs häufig etwa Schwindel oder Benommenheit als Begleiterscheinung auf. Viele brechen die Therapie daher aus Unbehagen wieder ab und setzen sich damit wieder dem Risiko des hohen Blutdrucks aus. Mehr dazu: Blutdrucksenker: Auf die richtige Einnahmezeit kommt's an!

Blutdrucksenker – Vorsicht vor diesen Nebenwirkungen
Blutdrucksenker – Vorsicht vor diesen Nebenwirkungen

Ähnlich steht es etwa um orale Antidiabetika wie Metformin. Zu Therapiebeginn lösen solche Mittel schnell einmal Magen-Darm-Probleme wie Blähungen aus. Mit der Zeit legt sich das in der Regel.

"Wenn Patient:innen zu Beginn einer Dauertherapie ausführlich im Gespräch mit einer Apothekerin oder einem Apotheker beraten werden und sich über ihre Erwartungen, Befürchtungen und etwaige Beschwerden austauschen können, verbessert das die Therapietreue", erklärt Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der ABDA. Und diese Therapietreue wiederum sei die unbedingte Voraussetzung für den Therapieerfolg.

Wichtig: Sind Sie unsicher bei auftretenden Nebenwirkungen, zögern Sie bitte niemals, das ärztliche Gespräch zu suchen oder in der Apotheke nachzufragen! Nicht alle Nebenwirkungen sind harmlos.

Auch während der Therapie bei Bedenken immer nachfragen

Doch auch während einer laufenden Therapie seien regelmäßige Gespräche zwischen Patient:innen und Apotheker:innen sowie Ärzt:innen wichtig. Die ABDA gibt hier den Tipp, regelmäßig nachzufragen. Seitens Apotheker:innen und PTA könne es auch Schulungen geben, etwa wenn Patient:innen den Umgang mit Asthma-Inhalatoren oder Insulinpens lernen müssen.

"Mit einem Flyer oder einem Erklärvideo ist das nicht getan", gibt Overwiening zu bedenken. "Dauerhaften Erfolg erreichen wir nur, wenn Patient:innen in der Apotheke die Handhabung mit direktem apothekerlichen Feedback üben. Das ist kurzfristig zeitintensiv, zeigt langfristig aber die besten Erfolge."

So viel individuelles Gespräch zwischen Apotheker:innen und Patient:innen sei natürlich arbeitsintensiver und gehe über klassische Beratungsgespräche hinaus. Overwiening merkt aber an: "Entsprechende pharmazeutische Dienstleistungen der Apotheke vor Ort helfen den Menschen! Entsprechende pharmazeutische Dienstleistungen machen Therapien wirksam und sicher." Daher spricht sie Krankenkassen an, solche apothekerlichen Angebote für die Versicherten zu bezahlen. Ein Fehlgebrauch verursache nämlich im Gesundheitssystem am Ende immense Kosten. Und mit der Gesundheit des Einzelnen spielt er auch.

Sie spüren ungewohnte Veränderungen? Ruhig nachfragen!

Was können Sie als Patient:in nun also tun? Fühlen Sie sich richtig beraten? Zögern Sie nicht, im Zweifel einmal mehr nachzufragen, ob bei Arzt/Ärztin oder in der Apotheke. Schließlich sind Sie es, die mit den Konsequenzen leben müssen, wenn die Therapie nicht richtig anläuft oder Ihnen Sorgen bereitet.

Ähnliches gilt übrigens, sollten Sie im Laufe der Therapie Unterschiede, insbesondere Verschlechterungen, bemerken. Suchen Sie in diesem Fall bitte immer das ärztliche Gespräch. Aber auch im Besserungsfall ist dies ratsam. Denn medikamentöse Therapien können und sollten auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Ob sie nun verstärkt werden müssen oder ob man die Dosis sogar herunterfahren kann.

Viele Deutsche gehen übrigens sehr fahrlässig mit ihrem Medikamentenkonsum um. Insbesondere wenn Sie mehrere Medikamente einnehmen müssen oder zusätzlich auf ein nichtverschreibungspflichtiges zurückgreifen wollen, sollten Sie immer darauf achten, ob Wechselwirkungen möglich sind. Die können nämlich mitunter gefährlich werden. Im Zweifel bitte immer Arzt oder Ärztin fragen oder in der Apotheke nachhorchen!

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