Aktualisiert: 22.02.2021 - 20:31

Vorsorge rettet Leben Trotz Pandemie: Gehen Sie bitte zur Darmkrebsvorsorge!

Die Darmkrebsvorsorge rettet Leben – und auch während einer Pandemie muss man keine Angst haben, sondern sollte das Angebot wahrnehmen.

Foto: Getty Images/kzenon, Canva.com [M]

Die Darmkrebsvorsorge rettet Leben – und auch während einer Pandemie muss man keine Angst haben, sondern sollte das Angebot wahrnehmen.

Aus Angst vor einer Coronavirus-Infektion lassen offenbar vermehrt Menschen ihre Darmkrebsvorsorge schleifen. Dabei kann sie Leben retten.

Zuletzt war die Zahl der an Darmkrebs neu erkrankten älteren Menschen erfreulicherweise gesunken – denn die Vorsorge wird von den über 50-Jährigen eigentlich immer stärker wahrgenommen. Doch die Daten reichen nur bis 2019. Seit 2020 hingegen gibt es eine ganz andere Tendenz: Seit Beginn der Corona-Krise gehen weniger Menschen zur Darmkrebsvorsorge. Die Anzahl der Früherkennungsangebote ist seit Pandemiebeginn stark rückläufig, bestätigt Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im Hinblick auf den Darmkrebsmonat März.

Welche Vorsorgeuntersuchungen sind wann wichtig?
Welche Vorsorgeuntersuchungen sind wann wichtig?

Darmkrebsvorsorge ist seit Pandemiebeginn rückläufig

Darmkrebs ist nach Brustkrebs die in Deutschland zweithäufigste Krebserkrankung – und nach Lungenkrebs die zweithäufigste Todesursache durch Krebs. Jährlich erkranken in Deutschland rund 61.000 Menschen an Darmkrebs – und etwa 24.600 Menschen sterben jährlich daran. Die Daten der Felix Burda Stiftung zeigen: Ein Großteil dieser Todesfälle könnte sich verhindern lassen. Denn die Vorsorge bei Darmkrebs, insbesondere mit der Darmspiegelung, der Koloskopie, ist sehr genau. Und auch Stuhlproben können etwa durch Untersuchung auf verstecktes Blut auf Anzeichen von Darmkrebs analysiert werden.

Doch damit Darmkrebs früh genug erkannt und behandelt oder sogar verhindert werden kann, müssen solche Früherkennungsangebote auch wahrgenommen werden. Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie haben laut einem Trendbericht des Zentralinstituts der kassenärztlichen Versorgung (Zi) aber 2020 deutlich weniger Menschen Gebrauch von diesem Angebot gemacht.

Wie das "Ärzteblatt" zusammenfasst, haben bis 17. März 2020 noch bis zu 45 Prozent mehr Menschen auf Vorsorge durch Koloskopie zurückgegriffen als im Vergleichszeitraum 2019. Doch zwischen Mitte März und Ende Mai verzeichnete das Zi dann einen Rückgang um 43 Prozent. Bis Ende Juli habe es dann wieder einen leichten Zuwachs gegeben, doch aufgrund der seit Monaten anhaltenden Lockdownmaßnahmen rechnen die Zi-Wissenschaftler mit erneuten Rückgängen. Hofmeister plädiert daher: "Es ist wichtig, dass Ärzte ihre Patienten über das Früherkennungsprogramm gezielt informieren und sie zur Teilnahme am Darmkrebsscreening motivieren."

Vor einer Infektion mit dem Coronavirus muss in einer Praxis niemand erhöhte Angst haben, solange auf die geltenden Regeln geachtet wird. Das alles gilt übrigens auch für andere schwere Erkrankungen. Seit Pandemiebeginn ist die Sterberate bei Schlaganfällen gestiegen. Sollten Sie Symptome eines Schlaganfalls oder Anzeichen eines Herzinfarkts verspüren, rufen Sie bitte sofort den Notarzt!

So gut hilft die Darmkrebsvorsorge

Dass Vorsorge hilft, Darmkrebs frühzeitig zu erkennen und sogar zu verhindern, zeigen die Zahlen vergangener Jahre: Bei den über 50-Jährigen ist die Zahl der Darmkrebs-Neuerkrankungen zwischen 2002 und 2014 zurückgegangen. "Die Vorsorge mittels Darmspiegelung hat den erfreulichen Rückgang der Neuerkrankungen bei der älte­ren Bevölkerung im Rahmen des nationalen Screeningprogramms ermöglicht“, zitiert das Ärzteblatt den Vorsitzenden des Berufsverbandes, Albert Beyer. Aber man erkenne auch, "dass es Personengruppen gibt, die von den bisher vorgesehenen Vorsorgeangeboten nicht erfasst werden", ergänzt er. Denn bei den 25- bis 49-Jährigen sei die Zahl der Neuerkrankungen im selben Zeitraum gestiegen. Bei Darmkrebs sollten Sie nicht erst auf Symptome warten.

Eine Vorsorge ist wichtig – nicht nur gegen Darmkrebs, sondern gegen alle Krebsarten, bei denen es Früherkennungsmöglichkeiten gibt. Männer erhalten in Deutschland ab 50 Jahren Einladungen zur Darmkrebsvorsorge, wenn sie versichert sind. Bei Frauen liegt die Altersgrenze für den Anspruch auf präventive Koloskopie bei 55 Jahren, da sie ein niedrigeres Risiko für Darmkrebs aufweisen. Für die Früherkennung ist ab diesem Alter die Vorlage der Einladung ausreichend. Doch auch jüngere Menschen können nach hausärztlicher Rücksprache und Überweisung Koloskopien durchführen lassen. Die Darmspiegelung führen Gastroenterologen durch.

Die Angebote sollten angenommen werden, denn sie können Leben retten. Eine Übersicht, welche Vorsorgeuntersuchungen wann wichtig sind, lesen Sie hier.

Das eigene Darmkrebsrisiko lässt sich übrigens auch senken – mit der Fünferregel. Und wenn es doch soweit gekommen ist? Darmkrebs behandeln: Diese Möglichkeiten gibt es.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe