Aktualisiert: 04.02.2021 - 18:17

Vorsicht bei Impfstoffen und Co Eine Eier-Allergie beeinflusst nicht nur die Ernährung

Vorsicht, Ei: Bei einer Hühnerei-Allergie sind nicht nur Nahrungsmittel bedenklich.

Foto: Getty Images/Ralf Liebhold

Vorsicht, Ei: Bei einer Hühnerei-Allergie sind nicht nur Nahrungsmittel bedenklich.

Eine Allergie gegen Eier – genauer, gegen Hühnereier ist nebst Milchallergie die am häufigsten vorkommende Nahrungsmittelallergie. Das Problem dabei: Betroffene reagieren nicht nur auf Eier in der Nahrung. Die Allergene kommen auch in anderen Lebensbereichen vor. Worauf zu achten ist.

Eigentlich klingt das nach gar nicht so viel: 0,2 Prozent der Europäer leiden an einer Allergie gegen Hühnereier. Meist sind Kleinkinder betroffen und manchmal verschwindet die Allergie mit der Zeit wieder. Sie kann in seltenen Fällen aber auch bei Erwachsenen auftreten.

Eier-Allergie: Das sind die Allergene

Verantwortlich für die Hühnerei-Allergie sind zwei Allergene: Ovalbumin und Ovomukoid:

  • Ovalbumin: Der Stoff ist ausschließlich im Eiklar von rohen Eiern zu finden und zersetzt sich beim Kochen des Eis. Betroffene können zumindest noch Eidotter zu sich nehmen.
  • Ovomukoid: Dieser Stoff, das Hauptallergen, findet sich vor allem im Eidotter, in kleineren Mengen aber auch im Eiklar. Er lässt sich nicht durch Erhitzen zerstören, auch nicht durch Säure. Betroffene müssen gänzlich auf den Konsum von Hühnereiern verzichten.

Symptome erkennen: So zeigt sich eine Allergie gegen Eier

Die Symptome einer Eier-Allergie teilen sich auf in den Schweregrad der Allergie. Möglich sind:

  • Übelkeit, Durchfall und Erbrechen sowie Blähungen
  • Hautausschlag und Rötungen sowie Quaddeln mit Juckreiz bis hin zu einer Neurodermitis
  • Atemfunktionsstörungen bis zur Atemnot
  • Anaphylaktischer Schock in schweren Fällen

Sollten sich solche Symptome zeigen, obwohl Sie nichts über eine Eier-Allergie wissen, ist es ratsam, einen Allergietest zu machen. Wer sehr stark schon auf geringe Mengen der im Folgenden gelisteten Stoffe reagiert, sollte ein Notfallset bei sich tragen. So kann der mögliche, lebensgefährliche anaphylaktische Schock schnell behandelt werden.

Anaphylaktischer Schock – was tun?
Anaphylaktischer Schock – was tun?

Auf diese Dinge sollten Sie bei Eier-Allergie verzichten

Problematisch an der Hühnerei-Allergie sind mehrere Faktoren: Auf Eier verzichten ist an sich ja nicht das große Problem, jedoch steckt Ei bzw. Eibestandteile in vielen Nahrungsmitteln, aber auch in Kosmetikprodukten. Achten Sie auf der Zutatenliste unbedingt auf folgende Angaben:

  • Vollei, Flüssigei, Flüssigeiweiß, Trockenei, Trockeneiweiß, Trockeneigelb, Gefrierei, Eiöl, Eiprotein
  • Albumin, Ovo-Albumin, Ovo-Protein
  • Zusatzstoffe: E 322 Lecithin (auch Ei-Lecithin) und E 1105 Lysozym

Auf den meisten Nahrungsmittel-Produkten ist außerdem ein Hinweis für Allergiker aufgedruckt: Wenn irgendwo steht: "Kann Spuren von Ei enthalten", bedeutet das nicht zwingend, dass im Produkt Ei verarbeitet wird, aber dass irgendwo in Nähe der Produktionsanlage Produkte mit Eiern hergestellt werden. So können Allergene durchaus versehentlich in das gekaufte Produkt gelangen. Hier lohnt sich ein Allergietest, um auch die Schwere der Allergie auszumachen.

Vorsicht bei manchen Impfstoffen

Die oben genannten Stoffe finden sich aber nicht nur in Nahrungsmitteln oder Kosmetik, sondern können auch in geringsten Mengen in Impfstoffen vorkommen. Das liegt an der Produktionsart mancher Impf-Wirkstoffe: Es gibt Impfstoffe gegen Grippe, Gelbfieber, aber auch Masern und Windpocken, die mithilfe von Hühnereiern hergestellt werden.

Solche Impfstoffe gelten für die meisten Menschen mit Hühnerei-Allergie oder anderen Allergien als sicher. Jedoch kann eine allergische Reaktion nie gänzlich ausgeschlossen werden. Daher sollten Sie Ihre Ärzt*innen vor einer Impfung immer über eine Eier-Allergie in Kenntnis setzen. Falls vorhanden, nehmen Sie Ihr Notfallset mit zur Impfung, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein.

Die derzeit erhältlichen Corona-Impfstoffe kommen zwar ohne den Einsatz von Eiern aus, dennoch gab es sehr seltene, vereinzelte allergische Reaktionen. Es ist daher immer besser, die impfenden Ärzt*innen im Vorfeld über vorhandene Allergien jedweder Art aufzuklären.

So ersetzen Sie Eier in der Nahrung

Wer gänzlich auf Eier verzichten muss oder will, kann sich auch mit pflanzlichen Eiweißen gut versorgen. Hilfreich sind etwa Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen oder Linsen, Sojaprodukte, Weizenkeime. Wer Eier als Backzutat ersetzen will, kann beispielsweise auf Banane oder Apfelmus zurückgreifen. Als Bindemittel für Soßen oder Suppen eignen sich dagegen auch Mehl, Stärke, Pektin oder Johannisbrotkernmehl. Und wer nicht auf den Geschmack von Ei verzichten möchte, dem sei das Schwarzsalz Kala Namak ans Herz gelegt. Zusammen mit Kurkuma als Farbgeber lassen sich Eierspeisen etwa mit Tofu wunderbar nachbilden. Schauen Sie mal hier: Die Redaktion empfiehlt: Unsere veganen Lieblingsrezepte zum Veganuary!

Sollten Sie Ihre Ernährung anhand einer Allergie oder Intoleranz umstellen wollen oder müssen, ist es immer ratsam, dies vorher ärztlich abzuklären. So lassen sich mögliche Mängel sofort verhindern.

Manche Nahrungsmittelallergien sind übrigens sogenannte Kreuzallergien, die im Zusammenhang mit einer anderen Allergie auftreten. So kann es etwa sein, dass jemand mit Birkenpollenallergie mit der Zeit auch eine Allergie gegen Äpfel entwickelt. Was bei Allergien im Körper passiert, erklären wir Ihnen hier.

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