Aktualisiert: 22.01.2021 - 10:51

Keine gravierenden Auswirkungen befürchtet Charité entschlüsselt Corona-Variante aus Garmisch-Partenkirchen

Neue Coronavirus-Varianten: Sind die Mutationen gefährlich?

Neue Coronavirus-Varianten: Sind die Mutationen gefährlich?

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Die Sequenzierung der in Garmisch-Partenkirchen aufgetauchten neuen Corona-Variante ist abgeschlossen – und völlig unbekannt ist die Mutation wohl nicht. In Garmisch zeigt man sich erleichtert.

Derzeit sind die neuen Corona-Varianten in aller Munde: Sind die mutierten Viren aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien wirklich ansteckender, greift der Impfschutz da noch? Unter diese Diskussion mischte sich kürzlich eine weitere Variante von Sars-CoV-2, die in Bayern aufgefallen war. Die Berliner Charité hat die Corona-Variante aus Garmisch-Partenkirchen jetzt vollständig analysiert – und die Ergebnisse lassen aufatmen.

Corona-Variante aus Garmisch analysiert: Sie war schon bekannt

Vor einigen Tagen hatte die offenbar unbekannte Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 am Klinikum Garmisch-Partenkirchen Aufsehen erregt. 66 Fälle gibt es Stand 21. Januar 2021 im Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Aufgrund der sowieso erhöhten Aufmerksamkeit durch die offenbar ansteckenderen neuen Varianten aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien waren PCR-Tests mit dieser Variante an die Berliner Charité geschickt worden, um sie zu sequenzieren, also zu analysieren – um herauszufinden, ob sie wirklich neu ist, und ob sie ebenfalls zur Gefahr werden könnte.

Jetzt ist die Sequenzierung abgeschlossen – und die Wissenschaftler*innen der Charité geben vorsichtige Entwarnung. Es handelt sich bei B.1.1.134, so der offizielle Name, um eine bereits im Vorfeld identifizierte Variante, also nicht um eine neue Mutation. Die Variante war zuvor nur sporadisch aufgetreten. Es lasse sich daher keine Aussage über die klinische Relevanz machen, so das Krankenhaus in Garmisch-Partenkirchen in einer Mitteilung. Der Sequenzierungsbericht aus Berlin gebe keine Hinweise auf einen veränderten Phänotyp, und es seien keine Auswirkungen der Mutation auf die Viruseigenschaften bekannt.

Drosten twittert: "Kein Grund zur Sorge"

Das bedeutet nicht nur in Garmisch-Partenkirchen: aufatmen. Der stellvertretende ärztliche Direktor der Klinik, Privatdozent Dr. Clemens Stockklausner sagte bei einem Pressetermin am Montag, also noch vor Bekanntgabe der kompletten Sequenzierung, er rechne nicht mit einer zunehmenden Ausbreitung, so wie es derzeit bei den britischen, südafrikanischen und brasilianischen Varianten der Fall sei.

Auch Charité-Chefvirologe Christian Drosten hatte zuvor vor Panik gewarnt und in einem Twitter-Post klargestellt: "Wir haben keinerlei Hinweise auf eine besondere Mutation. Ich erwarte da im Moment keine Überraschungen." Es gebe daher "keinen Grund zur Sorge". Und das scheint sich ja zu bestätigen.

In einer späteren Mitteilung zeigte sich Stockklausner "erleichtert, dass es sich um keine gänzlich unbekannte Variante handelt", wie br.de berichtet. Er bestätigt, "dass davon auszugehen ist, dass die bekannten Maßnahmen zum Schutz vor Sars-CoV-2 greifen."

Die kritischeren Corona-Varianten aus Großbritannien und Südafrika sowie Brasilien werden derweil genauer untersucht. Die Variante B.1.1.7 ist ersten Studienergebnissen zufolge wohl 56 Prozent ansteckender – doch der Impfschutz scheint nach ersten Erkenntnissen von Impfstoff-Hersteller Biontech und Pfizer trotzdem zu greifen. Anders könnte es bei den Varianten B.1.351 aus Südafrika und P.1 aus Brasilien sein – mit ihnen können sich offenbar bereits Genesene leichter erneut infizieren. Inwiefern das den Impfschutz verringern könnte, wird derzeit überprüft. Immerhin: Insbesondere mRNA-Impfstoffe wie der von Biontech/Pfizer und der von Moderna lassen sich innerhalb weniger Wochen an neue Varianten anpassen.

Damit ansteckendere Varianten nicht um sich greifen können, ist schnelles Handeln gefragt. Allein deshalb ist die Initiative "Zero Covid" mindestens eine Überlegung wert – wenn es nicht sogar die einzig sinnvolle Herangehensweise ist, die Zahlen so schnell wie möglich gen Null zu drücken, um Ausbrüche wieder kontrollieren zu können.

Mehr Informationen rund um das Coronavirus, etwa Infos zur aktualisierten Impfempfehlung, lesen Sie auf unserer Themenseite.

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