Aktualisiert: 20.01.2021 - 20:30

Tod durch schlechte Mundhygiene Gute Zahnpflege schützt vor schwerem Covid-19

Tipps für die Zahngesundheit

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In einer britischen Studie konnten Forschende den Zusammenhang zwischen schlechter Mundhygiene und tödlichem Corona-Verlauf nachweisen. Zähne sauber halten ist immer eine gute Idee – jetzt umso mehr.

Eine gute Mundhygiene ist nicht nur eine Frage der Ästhetik. Gesunde Zähne und vor allem gesundes Zahnfleisch sind wichtig für einen gesunden Körper. Und unser Mund kann noch mehr, ist er gut gepflegt: uns vor Infekten schützen. Orale Immunkompetenz wird das genannt – und die zeigt: Gute Mundhygiene ist auch im Kampf gegen das Coronavirus wichtig. Britische Forscher bestätigen nun, dass Menschen mit geschwollenem, blutendem Zahnfleisch ein höheres Risiko für einen tödlichen Covid-19-Verlauf haben – um bis zu 70 Prozent.

Corona: Sterblichkeit bei Patienten mit Zahnfleischproblemen höher

Mundgesundheit ist wichtig – denn bereits kleinste Entzündungen im Mund- und Rachenraum können eine Angriffsfläche für Viren und Bakterien bieten. Wer seine Mundpflege vernachlässigt, risikiert solche Entzündungen, etwa am Zahnfleisch. Und die schwächen unser Immunsystem.

Wer seinen Mundraum dagegen regelmäßig pflegt und so gesund hält, kann mit einer stärkeren Immunabwehr rechnen. Die Mundschleimhaut kann so als erste Hürde für Viren fungieren – vor allem auch für Coronaviren wie Sars-CoV-2. Denn der Mund ist eine der Haupteintrittspforten für dieses Virus.

Wie sehr krankes Zahnfleisch den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen kann, haben Forschende aus Leeds herausgefunden. In einer Studie haben sie die Daten von über 13.250 Probanden ausgewertet. Zwölf Prozent davon hatten zwischen März und Juni 2020 ein positives Corona-Ergebnis erhalten, die restlichen 88 Prozent waren negativ getestet worden.

Demzufolge waren Patienten mit schmerzendem oder blutendem Zahnfleisch einem signifikant höheren Risiko ausgesetzt, an ihrer Covid-19-Erkrankung zu versterben. Inwiefern weitere Risikoerkrankungen Einfluss auf die Ergebnisse hatten, muss weiter untersucht werden. Diabetes etwa ist ebenfalls ein Risikofaktor für Parodontitis.

Covid-19: Zähneputzen ist wichtiger denn je

Immerhin: In der Studie gab es laut den Forschenden keinen Hinweis darauf, dass Parodontitis-Patienten einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt seien. "Es gibt bislang keine ausreichenden Hinweise darauf, dass Menschen mit Zahnfleischerkrankungen ein höheres Risiko haben, sich mit Sars-CoV-2 zu infizieren", schreiben sie in ihrer Forschungsarbeit. Wenn aber Zahnfleischentzündungen eine Auswirkung auf den Verlauf haben können, ist es jetzt an der Zeit zu handeln, sofern die Mundhygiene bisher vernachlässigt worden ist.

Ein Problem schlechter Mundpflege, das den Verlauf von Covid-19 negativ beeinflussen kann, ist nämlich auch: Krankes Zahnfleisch und unsaubere Zähne können das Risiko für bakterielle Infektionen erhöhen, die dann eine Lungenentzündung auslösen oder das Risiko für eine Sepsis erhöhen. Mehr dazu:

Was ist jetzt zu tun?

Das A und O ist regelmäßiges, gründliches Zähneputzen, mindestens morgens und abends. Auch kann das Spülen mit Mundwasser sinnvoll sein – aber in Maßen, damit die empfindlichen Schleimhäute nicht zu sehr gereizt werden. Einmal täglich oder mehrmals in der Woche reicht hier. Mundwasser kann sogar kurzzeitig gegen Coronaviren helfen.

Wichtig sind aber auch jährliche oder halbjährliche Routineuntersuchungen beim Zahnarzt, die auch in Pandemiezeiten keinesfalls verschoben werden sollten, solange man selbst gesund ist bzw. kein Verdacht auf Covid-19 besteht. Beim Zahnarzt wird vor der Behandlung mit einer Mundspülung gespült. Beachten Sie: Regelmäßige Kontrollen sind auch außerhalb der Coronavirus-Pandemie wichtig.

Insbesondere wenn Sie unter Zahnfleischentzündung, also geschwollenem Zahnfleisch oder Zahnfleischbluten leiden, ist jetzt der Zeitpunkt, zum Zahnarzt zu gehen und die Zahngesundheit zu überprüfen und zu erhöhen. Machen Sie den Test: Wie gut ist Ihre Zahnpflege?

Ansonsten gelten selbstverständlich auch weiterhin die AHA+L-Regeln und das Einschränken von Kontakten.

Studie:

Larvin, Kang et al. (Frontiers in Medicine, 2020): "The Impact of Periodontal Disease on Hospital Admission and Mortality During COVID-19 Pandemic"

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